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Soziales

Freiwilligenagentur Dortmund sucht ehrenamtliche Helfern

02.10.2012 | 10:00 Uhr
Die Grünen Damen im St. Josefs-Hospital in Hörde leisten ehrenamtliche Hilfe und das nun schon seit 30 Jahren. Liselotte Stratmann sortiert Kleidung für Bedürftige.Foto: Klaus Pollkläsener

Dortmund.   Anderen zu helfen, kann eine Wohltat sein. Und das nicht nur für Bedürftige, sondern auch für die Helfer selbst. Dennoch sucht die Freiwilligenagentur Dortmund händeringend nach Freiwilligen, die sich sozial engagieren wollen: In sozialen Bereichen wie Altenpflege, aber auch bei der Vorstandsarbeit in Vereinen.

Suppenküche, Bahnhofsmission, Feuerwehr, Lokalpolitik, Sportverein, Begleitdienste für Senioren und und und. Alles wäre undenkbar ohne Ehrenamt. Unsere Gesellschaft lebt davon, dass sich Menschen freiwillig und unentgeltlich für andere einsetzen. „Wie wichtig das Ehrenamt ist, wird noch viel zu wenig wahrgenommen“, ist Anne Rabenschlag, Geschäftsführerin der Diakonie überzeugt.

Dabei ist es gerade wichtig, dass für ehrenamtliches Engagement geworben wird. Denn nur wenn auch genug Aufmerksamkeit auf das Ehrenamt gelenkt wird, finden sich ausreichend Freiwillige. Viele Vereine kämpfen um Ehrenamtliche – und damit meist auch ums Überleben.

„Die Menschen brauchen meistens einen Anstoß“, weiß Karola Jaschewski von der Freiwilligenagentur . Seit 2003 ist diese Schnittstelle zwischen Bürgern, die sich engagieren wollen und Organisationen, die Freiwillige suchen. „Konkrete Projekte finden meistens Interesse“, sagt Jaschewski – wenn sie zum Beispiel in den Medien vorgestellt werden. 1331 Stellen von rund 300 Trägern stehen in der Datenbank der Freiwilligenagentur. 2450 Freiwillige sind dort gemeldet, die meisten sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. „Das sind aber auch Menschen, die nur für einen kurzen Zeitraum, zum Beispiel in den Semesterferien etwas suchen und dann in der Datenbank stehen bleiben“, erklärt Jaschewski. Zeitraum, Einsatzort und Wunschgebiet müssen passen.

2450 Freiwillige in der Datenbank

„Ehrenamt darf keine Belastung sein“, so Jaschewski. Deshalb sind zurzeit 603 Stellen frei. „Es gibt natürlich auch Aufgaben, die weniger beliebt sind als andere“, sagt Jaschewski. Betreuung und Begleitung von Senioren oder Jugendlichen – das seien gefragte Stellen. Weniger beliebt: Vorstandsarbeit in den Vereinen.

Tag des Ehrenamtes

Das Problem kennt auch Mathias Grasediek, Geschäftsführer vom Stadtsportbund. Vor allem die Sportvereine setzen auf Ehrenamtliche. 530 Vereine gibt es in Dortmund, etwa 30 haben mehr als 1000 Mitglieder. „Meistens haben nur die großen Vereine hauptamtlich Beschäftigte“, weiß Grasediek. Alles andere lebt vom freiwilligen Engagement der Mitglieder. Trotzdem: „Früher gab es wesentlich mehr Ehrenamtliche“, sagt Grasediek. Einige Vereine mussten sich zum Beispiel mit Hilfe einer Fusion mit einem anderen Verein retten, weil für die Vorstandsarbeit keiner mehr zu finden war. Der Landessportbund versuche gegen zu steuern, zum Beispiel mit der Aktion „junges Ehrenamt“ – ein Team, das sich speziell an Jugendliche richtet und zum Beispiel Ferienfreizeiten ausrichtet.

Ehrenamt macht Angebote bezahlbar

Am Beispiel der Sportvereine wird eines besonders deutlich: Ehrenamt macht Angebote bezahlbar. Das ist auch im sozialen Bereich so. Zum Beispiel sind bei der Awo 41 Seniorenbegegnungsstätten rein ehrenamtlich organisiert. „Hier gibt es keinen Luxuskaffee, hier kann jeder hinkommen, ohne viel zahlen zu müssen“, sagt Andreas Gora. Der Awo-Geschäftsführer erkennt allerdings ein Problem, das eher größer werden wird, wenn z.B. geringe Renten auch über 65-Jährige zur Arbeiten zwingen – „auch Ehrenamt muss man sich leisten können.“

Ehrensache

Christina Römer



Kommentare
02.10.2012
15:29
Freiwilligenagentur Dortmund sucht ehrenamtliche Helfern
von OmenEstNomen | #2

"Freiwilligenagentur Dortmund sucht ehrenamtliche Helfern". Und die WAZ sucht hoffentlich noch "Redakteuren", die Deutsch in Wort und Schrift beherrschen.

02.10.2012
15:24
Freiwilligenagentur Dortmund sucht ehrenamtliche Helfern
von AuroraBorealis | #1

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind sicherlich nicht insgesamt als ein falsches Zeichen der Zeit zu werten.
Ehrenamtliche Tätigkeit in einem Tierheim, hier z. B. Hundeausführen, das sind lobenswerte Ehrenamtstätigkeiten.
In sozialen Bereichen wie Altenpflege sind diese Tätigkeiten gleichbedeutend mit arbeitsplatzabbauend bei der Stammbelegschaft. Die Stellenschlüssel gerade im Altenpflegebereich sind in den letzten Jahren auf ein nicht mehr zu verantwortendes Maß heruntergeschraubt worden.
Einziges Ziel hierbei ist stets die Gewinnmaximierung der Einrichtung. Gewinne, von denen sich die Geschäftsführungen einen nicht unerheblichen Anteil als Provision genehmingen.
Ünerall dort, wo hauptberufliche eine entsprechende Tätigkeit verrichten können, dürfen keine Ehrenamtlichen Platz finden.
Wenn Politiker neben ihrem Amt eine Tätigkeit übernehmen, dann i. d. R. nur zu hoch dotierten Gehältern. Nur für Nüsse arbeiten die nicht.
Warum soll dann nur der Normalbürger für lau arbeiten?!

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