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Freier muss fünf Jahre ins Gefängnis

30.06.2009 | 18:41 Uhr

Er hat eine Prostituierte vergewaltigt und zudem Hasch im Hoeschpark angebaut - für diese beiden Taten wandert ein 37-Jähriger jetzt fünf Jahre ins Gefängnis.

So lautete gestern das Urteil der 35. Großen Strafkammer des Landgerichtes. Deutliche Worte fand der Vorsitzende Richter Johannes Nüsse für den Mann auf der Anklagebank. „Auch eine Prostituierte hat jederzeit das Recht zu sagen: Das will ich jetzt nicht mehr.” Und dass sie sich gegen bestimmte Praktiken wehrte, das hat die Prostituierte (27) dem Angeklagten nach Überzeugung der Kammer eindeutig zu verstehen gegeben. Damals, im Sommer 2007, hat sie ihn in dessen Wohnung in der Schillerstraße besucht - zusammen mit einem weiteren Freier und ihrem Zuhälter „Ibo”. Der ist übrigens untergetaucht und wird per Haftbefehl gesucht. Dass die im Milieu unerfahrene Frau, die nach gescheiterter Ehe in die Straßenstrich-Szene gerutscht ist, sich nicht mehr an die Zahlungsmodalität erinnern kann, mache sie noch lange nicht unglaubwürdig, so der Vorsitzende Richter.

Völlig von der Hand zu weisen seien dagegen die Aussagen des Mannes auf der Anklagebank. Der hatte behauptet, die Frau habe sich aus eigenen Stücken mit beiden Freiern gemeinsam vergnügen wollen - und zwar umsonst. „Eine klassische Schutzbehauptung, die Sie sich als Angeklagter ausgedacht haben”, erklärte der Vorsitzende Richter Nüsse.

Schon mehrmals ist der 37-Jährige zudem wegen verschiedener Drogendelikte verurteilt worden. Vor zwei Jahren wurde ihm eine Unachtsamkeit nach seinem Auszug aus der alten Wohnung an der Klönnestraße zum Verhängnis: Da hatte der Vermieter bei einem Rundgang nämlich zum Trocknen ausgelegte Haschpflanzen seines Ex-Mieters entdeckt. Angebaut wurden die Pflanzen, so gestand der Mann, zuvor im Hoesch-Park.

Kathrin Melliwa

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