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Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle

30.10.2012 | 07:00 Uhr
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
Frei.Wild bei einem Konzert in Essen.Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool

Dortmund.  Die Böhsen Onkelz waren gestern, heute erobern „Frei.Wild“ aus Südtirol mit ihrem Nationalismus die Bühnen, so auch im November die Westfalenhalle. Mit ihrer rechtslastig geprägten Musik haben sie schon das Open Air in Wacken gespielt. Die Polizei hat die Band und ihre Fans "im Blick".

Die Böhsen Onkelz waren gestern, jetzt erobern „Frei.Wild“ aus Südtirol mit ihrem Nationalismus die großen Bühnen, so auch am 1. November die Westfalenhalle. Auch auf dem weltgrößten Metal-Festival in in Wacken hat die Band bereits gespielt. „Wir haben uns im Vorfeld bei anderen Veranstaltern informiert, etwa in Stuttgart oder auch in Essen“, betont Westfalenhallen-Sprecher Dr. Andreas Weber. „Dort waren es ganz normale Rockkonzerte.“ Demgegenüber betont Cornelia Weigandt, Pressesprecherin der Dortmunder Polizei: „Uns ist bekannt, dass die Band rechtslastig ist. Wir haben sie im Blick.“

Ursprung in Naziband

Parallelen gibt es auch zu den Böhsen Onkelz. Die hatten sich auch von rechtem Gedankengut distanziert, ebenso wie es wohl Frei.Wild um Sänger Philipp Burger getan hat. Allerdings darf man nicht verhehlen, dass die Band aus Brixen ihren Ursprung in der österreichischen Naziband „Kaiserjäger“ hatte. Noch bis 2007 war Sänger Philipp Burger Mitglied bei den rechtsextremen „Freiheitlichen Südtirols“, die unter anderem einen Einwanderungs-Stopp forderte. Doch die Band hat mit ihrem Image zu kämpfen, ist dann kurze Zeit später „völlig unpolitisch“. In einem Interview mit dem Internetportal „Laut.de“ nennt der Sänger seine Polit-Zeit „ziemlichen Schwachsinn, den ich da recht blauäugig angegangen bin“. Allerdings ist doch bedenklich, dass die Heimat-Hymne „Südtirol“ von Frei.Wild laut Biographie noch unter Flagge der Skinhead-Band Kaiserjäger entstanden ist. Und darin heißt es: „Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik an diesem heiligen Land, das unsere Heimat ist.“

Es ist wie den Böhsen Onkelz. Man distanziert sich vom rechtem Gedankengut und kann dann in dem Bugwasser der rechten Szene Platten verkaufen und in den Charts nach oben schnellen. In rechten Kreisen wird die Band nach wie vor gefeiert und es mag nicht verwundern, dass sie viel Zuspruch ob ihrer völkischen Texte erhält. So ist die Band auch heute noch auf einigen Rechtsrock-Samplern vertreten. Der Journalist Thomas Kuban, der seit Jahren über die rechtsextreme Musik-Szene schriebt, ordnete die Band noch Sonntag bei Günther Jauch in die Kategorie Neonaziband ein.

„Keine politischen Äußerungen“

Ob es reicht, wenn Frei.Wild an das Sicherheitspersonal beim Konzert die Anweisung ausgibt: „Keine politischen Äußerungen zulassen: Keine T-Shirts, keine Sprüche, keine Gesten“, bleibt abzuwarten. Bei den Onkelz hatte es kaum Wirkung, die rechte Szene feierte - auch mehrfach in der Westfalenhalle. Weber sagt, dass man zwar keinen zusätzlichen Ordnungsdienst installieren werde, man werde das Konzert im Blick haben. Die Polizei habe im Vorfeld eine Liste aller Veranstaltungen in der Halle erhalten. „Von dort ist kein Einspruch gekommen.“

Andreas Winkelsträter



Kommentare
30.10.2012
17:02
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
von eremithomas | #27

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vor dem Auftritt von Thomas Kuban beim Jauch und dem heutigen Artikel auf derwesten.de noch nie etwas von Frei.Wild gehört habe. Ich habe mir jetzt im Netz einige Titel angehört, aber das erinnert mich vom Sound her mehr an die "Toten Hosen". Der Stil ist doch mehr Deutschrock und die Texte balladenhaft und basieren auf Alltagserfahrungen. Rechtsrock? - das liegt wohl mehr im Auge des Betrachters!

30.10.2012
16:51
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
von Moerser_aus_Asberg | #26

Wer sich einmal die Mühe macht und die Songtexte durchliest wird festellen, dass freiwild keineswegs zu den Neonazis zu zählen sind. Ich war schon auf mehreren Konzerten, bei denen sich die Band ausdrücklich gegen rechts geäußert hat.

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30.10.2012
16:18
"Linksfaschitische bands" TM Esgehtmirgut
von jokel | #25

Wer oder was soll das den sein?
Der Wendler?

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30.10.2012
15:29
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
von Waitki | #24

[Off Topic]

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30.10.2012
15:26
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30.10.2012
15:23
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
von Waitki | #22

[von Admin entfernt - Tatsachenbehauptung]

30.10.2012
15:22
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
von Esgehtmirgut | #21

JaJa jetzt müssen die Onkelz wieder für einen aus der Antifa Szene herbeigezogenen Vergleich herhalten. Ich hoffe das die WAZ auch mal solche Artikel über Linksfaschitische bands schreibt. Denn über diese Bands hört man nie etwas und gerade diese Bands müssten eher Verboten werden

30.10.2012
15:11
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30.10.2012
15:04
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle
von dergdh | #19

Oh mein Gott, was habt Ihr da nur hervorgebracht liebe WAZ Redaktion...

die Überschrift lässt erahnen, dass rechtes Gedankengut propagiert wurde, oder rechte Gesten, was ist denn nun passiert in der Westfalen Halle?
Es wurde die Anweisung an das Security Personal gegeben.„Keine politischen Äußerungen zulassen: Keine T-Shirts, keine Sprüche, keine Gesten“
Was will mir diese Reißerische Überschrift nun sagen? Journalistische Professionalität sieht anders aus, das ist BLÖD Niveau!

30.10.2012
14:41
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