Das aktuelle Wetter Dortmund 7°C
Gesundheit

Frauen trainieren im Fitnessstudio lieber ohne Männer

23.08.2012 | 09:00 Uhr
Frauen trainieren im Fitnessstudio lieber ohne Männer
Viele Frauen trainieren lieber unter ihresgleichen.

Dortmund.   Eine Idee greift um sich: Immer mehr Frauen bleiben beim Sport lieber unter ihresgleichen. Fitnessstudios haben den Trend erkannt – auch in Dortmund.

Schwitzende Männer, die Gewichte stemmen, sich gegenseitig dabei überbieten wollen und dabei gleichzeitig dem hübschen Mädel am Gerät nebenan auf den Hintern schauen – ein Klischee, mit dem viele gemischte Fitnessstudios leben müssen. Und ein Grund, warum viele Frauen lieber unter ihresgleichen trainieren. Auch in Dortmund.

„Gerade Frauen mit Übergewicht fühlen sich in den großen Fitnessstudios oft beobachtet. Im Frauenfitnessstudio dagegen finden sie Gleichgesinnte mit denselben Problemen. Sie können sich austauschen“, sagt Lea van Bebber, Managerin des Frauenfitnessclubs Mrs. Sporty im Kreuzviertel.

Der Winterspeck soll weg

Und die Frauenclubs setzen genau darauf, was Frauen wollen: schlanker Bauch, straffer Po, schöne Beine . Das Konzept von Mrs. Sporty: Zirkeltraining, das Kraft- und Ausdauertraining vereint. In 30 Minuten. Ohne Pause. „Der Puls soll die ganze Zeit im Fettverbrennungsmodus bleiben“, sagt die Clubmanagerin. Aber nur mit Sport sei die Traumfigur meist nicht zu erreichen – auch die Ernährung spiele eine wichtige Rolle. „Wir schauen mit den Frauen genau darauf, wie sie essen und entwickeln dann mit ihnen ein ausgewogenes Ernährungskonzept.

„Dafür ist Vertrauen wichtig“, erklärt Lea van Bebber. Wohlfühlatmosphäre schaffen gehört daher auch zum Prinzip der Frauenfitnessstudios. Mrs. Sporty setzt beim Farbkonzept auf Pink.

Alleine in Dortmund gibt es mittlerweile fünf Mrs. Sporty Fitnessclubs, mit je rund 350 Mitgliedern. „Die meisten Neuanmeldungen kommen im Winter und Frühjahr, um den Winterspeck los zu werden und die Bikini-Figur zu bekommen“. Typisch Frau eben.

Nur Frauen haben auch im „evactive“ Studio Zutritt. Hier steht neben der Fitness auch die Gesundheitsförderung im Vordergrund. Trainiert wird anders als bei Mrs. Sporty wie in einem ganz normalen Fitnessstudio, an Muskel- und Ausdauergeräten. „Eben nur kleiner und gemütlicher“, sagt eine Mitarbeiterin.

Viele Frauen fänden es in den großen „Fitness-Fabriken“ zu laut und hektisch. Außerdem würden sich gerade ältere Frauen für das Konzept Frauenfitness entscheiden, weil in gemischte Studios häufig jüngere Frauen gehen würden, die sich meist auch figurlich vor niemandem verstecken bräuchten. „Der Großteil unserer Kundinnen ist über 40“, sagt die Mitarbeiterin. Aber auch viele gemischte Fitnessstudios haben den „Frauen-Trend“ erkannt uns setzen auf abgetrennte „Lady-Bereiche“, in denen nur Frauen trainieren dürfen.

„Die Konkurrenz unter den Frauenstudios wird hier immer größer. Aber auch die Nachfrage steigt immer weiter an“, sagt Lea van Bebber. Das kann auch der StadtSportbund Dortmund bestätigen: „Wir haben zwar viele Angebote, die auch für Männer offen wären, aber nur von Frauen genutzt werden“, sagt eine Sprecherin des Sportbundes.

Badezeiten nur für Frauen

Dazu würden beispielsweise Rückenfitkurse , sowie Gymnastik und Sport-Tanzkurse zählen. Einige Schwimmbäder bieten zudem extra Badezeiten nur für Frauen an. „Besonders muslimische Frauen nehmen dieses Angebot gerne wahr“, so die Sprecherin. Das trifft auch auf die Frauenfitnessstudios zu: Sowohl bei evactive, als auch bei Mrs. Sporty dürfen die Frauen mit Kopftuch trainieren. „Viele nehmen es aber auch ab, weil sie hier ja eh nicht von Männern gesehen werden können“, erklärt Lea van Bebber.

Fitnessstudios extra für Männer gibt es nach Wissen der Clubmanagerin übrigens nicht. „Männer sind da anders, sie wollen gar nicht ohne Frauen trainieren. Sie blühen doch erst zu Höchstleistungen auf, wenn ihnen eine hübsche Frau beim Trainieren zusieht“, sagt van Bebber und lacht.

Mareike Maack



Kommentare
23.08.2012
21:44
Frauen trainieren im Fitnessstudio lieber ohne Männer
von Elfentraum | #4

tolle Werbung für Mrs. Sporty ... schade nur, dass vergessen wurde zu erwähnen, dass man sich dort nach dem Training nicht duschen kann, weil es dort überhaupt keine Duschen gibt ...

23.08.2012
15:30
Frauen trainieren im Fitnessstudio lieber ohne Männer
von Eduard79 | #3

„Männer sind da anders, sie wollen gar nicht ohne Frauen trainieren. Sie blühen doch erst zu Höchstleistungen auf, wenn ihnen eine hübsche Frau beim Trainieren zusieht“, sagt van Bebber und lacht.

Es müsste mal ein Mann in den Medien behaupten, Frauen würden bei irgendetwas erst richtig aufblühen, wenn Männer ihnen dabei zugucken...oder, anders gesagt, dass Frauen bei gewissen Dingen auf die Bewunderung von Männern angewiesen sind. Gut möglich, dass ein Emanzen-"Shitstorm" die Folge wäre.

Ich bin FÜR Emanzipation und totale Gleichberechtigung, aber es gibt mittlerweile ein Ungleichgewicht zwischen dem, was Männer und Frauen sich leisten können/dürfen, wenn sie "political correct" sein wollen.

23.08.2012
14:56
Frauen trainieren im Fitnessstudio lieber ohne Männer
von xxyz | #2

Ob sich da nicht manche Kämpferin für Gleichberechtigung bzw. für die Teilnahme von Frauen an Männersportarten in der Öffentlichkeit/bei Olympischen Spielen etc. wundern würde?
Wann kommt das Verbot für kurze oder knappe Bekleidung?

Das Männer-/Frauenbild, das hier beschrieben wird ist auch interessant. :-)

Gut, dass es immer noch viele Sportarten/Sportler(innen) gibt, die mit Männern und Frauen zusammen Sport treiben.



23.08.2012
10:15
Frauen trainieren im Fitnessstudio lieber ohne Männer
von Czerwi | #1

Mrs. Sporty ist voll die chauvinistische Macho-Bude. Beschäftigen die doch tatsächlich einen HERRN Holger Wiebe als "Projektleitung / Kundenberatung" und einen HERRN Thomas Panhorst als "Konzeption / Kreative Leitung".
http://www.mrssporty.de/impressum
Also meine Frau lass ich dort nicht mehr trainieren ;-)

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Darum bringt Dortmunds modernste Blitze keine Einnahmen
Verkehr
Sie ist Dortmunds modernste Blitzanlage: Die Überwachungskamera an der Brackeler Straße. Dummerweise verursacht sie auch die meisten Kopfschmerzen in der Stadtverwaltung. Denn noch hat die Anlage keinen einzigen Cent in die leere Stadtkasse gespült. Die Anlage kann Pkw nicht von Lkw unterscheiden.
LKW kracht in Oberleitungsmast - U47 fährt eingeschränkt
Ersatzverkehr
Die U-Bahnlinie 47 fährt am Montagmorgen nur eingeschränkt. Weil ein Sattelzug gegen einen Oberleitungsmast geprallt ist, kann die Bahn nicht verkehren. Die Probleme sollen laut DSW21 noch länger andauern.
Darum bringt Dortmunds modernste Blitze (noch) keine Einnahmen
Fragen und Antworten
Sie ist Dortmunds modernste Blitzanlage: Die Überwachungskamera an der Brackeler Straße. Dummerweise verursacht sie auch die meisten Kopfschmerzen in der Stadtverwaltung. Wir erklären, was mit der Anlage nicht stimmt.
Dortmunds erste Notebook-Klasse soll Pionierarbeit leisten
Schule
Im Unterricht an deutschen Schulen finden Computer so gut wie nicht statt. An einer Dortmunder Schule gibt es seit Beginn des Schuljahres die stadtweit einzige Notebook-Klasse. Nach und nach sollen die Rechner fest in den Unterricht integriert werden. Eine Nachbarstadt ist da schon viel weiter.
Watzke redet BVB-Spielern ins Gewissen - Reus fällt aus
Borussia Dortmund
Die Vorzeichen waren vor einer Mitgliederversammlung des BVB schon einmal besser. Finanziell steht der BVB gut da, sportlich miserabel. Hans-Joachim Watzke redete der Mannschaft eindringlich ins Gewissen und nahm die Spieler in die Verantwortung. Auf Marco Reus muss der BVB aber lange verzichten.
Fotos und Videos
Kinder zeigen Musical über Müll
Bildgalerie
Fotostrecke
Das Leben im kleinen Horrorhaus
Bildgalerie
Fotostrecke
Mensch stirbt bei Feuer in Marten
Bildgalerie
Fotostrecke
Neues Wohnen im Denkmal
Bildgalerie
Fotostrecke