Frau wegen Zeitungsrascheln erstochen — Notruf abgespielt

Ein 70-jähriger Ex-Immobilienverwalter muss sich seit Ende Juli vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten
Ein 70-jähriger Ex-Immobilienverwalter muss sich seit Ende Juli vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten
Foto: WAZ FotoPool
"Ich habe gerade meine Frau erstochen": Beim Totschlag-Prozess gegen einen 70-jährigen Rentner aus Dortmund ist ein Telefonat abgespielt worden, das der Angeklagte kurz nach der Bluttat mit einer Polizistin geführt hat. Es ist ein Dokument, das unter die Haut geht.

Dortmund.. Ein 70-jähriger Rentner aus Dortmund soll seine Frau erstochen haben, weil sie mit der Zeitung geraschelt hatte. Im Totschlags-Prozess wurde nun eine Aufnahme des Notrufs vor dem Dortmunder Schwurgericht abgespielt. Dabei sagt der Angeklagte unter heftigem Atmen: "Ich habe gerade meine Frau umgebracht."

Das Telefonat dauert genau so lange, bis die Polizisten in der Tatwohnung in Dortmund-Asseln eintreffen. Es ist ein Tondokument, das unter die Haut geht.

Angeklagter zittert an ganzem Körper

Frage der Polizistin: "Muss ich einen Krankenwagen schicken?" Antwort des Angeklagten: "Ich glaube nicht." Frage: "Haben sie ihre Frau angesprochen?" Antwort: "Sie sagt nichts mehr." "Wo haben sie hingestochen?" "Überall. Ich kann nicht mehr."

Während des minutenlangen Telefonats, das auf einer CD gespeichert und im Gerichtssaal abgespielt wurde, weinte und zitterte der Angeklagte am ganzen Körper. Die letzte telefonische Anweisung an den 70-Jährigen hatte gelautet: "Nehmen Sie die Hände über den Kopf." Das hat der Angeklagte dann auch getan.

Frau erstochen

Der Ex-Immobilienverwalter aus Asseln muss sich seit Ende Juli vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Bei Prozess-Auftakt hatte der Angeklagte ausgesagt, dass er seine Frau erstochen habe, weil sich mit der Zeitung geraschelt hatte.