Frau des Envio-Chefs verlässt den Aufsichtsrat
13.09.2010 | 22:13 Uhr 2010-09-13T22:13:00+0200
Dortmund.Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates der Envio AG: Dr. Tatjana Hancke, die Ehefrau von Envio-Vorstandschef Dr. Dirk Neupert, geht. Thomas Nettesheim, ein Diplom-Ökonom aus Wuppertal, kommt. Weil der Neue „eine angemessene Zeit der Einarbeitung“ brauche, verschiebt Envio die Hauptversammlung. Statt am 20. Oktober soll sie nun „voraussichtlich am 30. November 2010 stattfinden“.
Als die WR vor zwei Monaten über die inzwischen 13-jährige Ehe der Chefin des Envio-Kontrollorgans und des Envio-Bosses berichtete, hatte das Unternehmen noch „keine Veranlassung für personelle Veränderungen im Aufsichtsrat“ gesehen.
Jetzt kippt die Konstellation, die die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger schon damals kritisiert hatte – als „personelle Verquickung“, die „Manipulationsspielräume zumindest denkbar“ erscheinen lasse. Hanckes Abgang stehe „auch im Lichte einer anhaltenden Berichterstattung über die eheliche Verbundenheit“ des Spitzenduos, heißt es nunmehr aus dem Hause Envio.
„So etwas habe ich noch nie erlebt“
„Mit Hinweis auf eine Einarbeitungszeit eine Hauptversammlung zu verschieben – so etwas habe ich noch nie erlebt,“ wundert sich Prof. Dr. Olaf Müller-Michaels, Unternehmensrechtler an der Düsseldorfer Hochschule für Ökonomie und Management. Die Begründung sei „nicht nachvollziehbar“. Schließlich dränge die Zeit. Denn: „Wichtige Entscheidungen für das Unternehmen stehen an.“
Der Experte weist darauf hin, dass die Hauptversammlung „gemäß Aktiengesetz spätestens am 31. August hätte stattfinden müssen“. Dies versäumt zu haben, sei „eine Pflichtverletzung“. Für das Unternehmen ergebe sich daraus „eine schwierige Situation“.
11:22
@ xy
http://www.envio-group.com/ir/unternehmen/kurzportrait.html
Was ist daran so schwer zu verstehen?
10:37
nicht der neupert ist der chef... sonder herr christoph harks..!
neupert ist nur der geschäftsführer
03:21
Für das Unternehmen ergebe sich daraus „eine schwierige Situation“.
Nicht nur für das Unternehmen. Die begleitende quirin-bank, ein gern gesehener Alternativ-Geldscheffler unter grünen Alternativ-Managern, macht momentan teure Werbung im TV. Da würde es, mal vorsichtig ausgedrückt, schlecht terminiert wirken, wenn die Envio AG jetzt die Hosen runterlassen müsste.