Forsa schließt Dortmunder Telefonstudio

Vor allem Telefonieren gehörte immer zur Basisarbeit des Forsa-Instituts, eines der bekanntesten Meinungsforschungsinstitute der Republik. Doch im Dortmunder Call-Center wird Ende März der letzte Telefonkopfhörer zur Seite gelegt, das Telefonstudio wird geschlossen. Wir klären die Hintergründe.

Barop.. Seit 1986 haben im Technologiepark in Barop 80 bis 100 Interviewer - Rentner, Studenten und Hartz-IV-Aufstocker - die Rohdaten für die Demoskopie ameisengleich zusammentelefoniert. "Telefoninterviews werden immer weniger nachgefragt", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner am Mittwoch auf Nachfrage zur bevorstehenden Schließung, die die Internetsuchmaschine Google schon jetzt auf ihrer Karte anzeigt: "Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und Statistische Analysen mbH wurde an diesem Standort als geschlossen gemeldet", ist dort nachzulesen.

Geschlossen werde zwar das Telefonstudio, so Güllner, doch die Dortmunder Niederlassung - der Hauptsitz ist seit 15 Jahren in Berlin - bleibe bestehen, allerdings nicht mehr am Hauert 1. "Die Niederlassung zieht mit allen festen Mitarbeitern in die Lindemannstraße", berichtet Güllner.

Mitarbeiter werden informiert

Die knapp zehn Mitarbeiter kümmerten sich dort wie bisher auch um Erhebungsmethoden, spezielle Erhebungen und die Organisation von Wahlen. Die Telefoninterviewer erfahren nach und nach von dem bevorstehenden Aus, werden einzeln angesprochen, wenn sie zum Dienst kommen.

In dem Telefonstudio ist ein ständiges Kommen und Gehen. Nicht alle sind wirklich überrascht. "Schon seit ein, zwei Jahren wurden keine Computer mehr ausgewechselt, wenn sie kaputt waren", berichtet eine Interviewerin, die viele Jahre dort gearbeitet hat, "zum Schluss wurde nicht mal mehr in neue Headsets investiert. Da war schon klar, entweder wir ziehen um oder wir schließen." Die Musik spielt jetzt vor allem in der jüngsten Niederlassung von Forsa in Frankfurt.