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Footbonaut verstärkt das BVB-Trainerteam um Jürgen Klopp

26.09.2012 | 18:45 Uhr
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Borussia Dortmund setzt im Training auf Hochtechnologie. Neuester Zugang: der Footbonaut, eine intelligente Ballmaschine, mit der die Spieler ihr Reaktionsvermögen schulen und Abläufe automatisieren sollen.

In der Bundesliga läuft es bei Borussia Dortmund momentan eher mittelprächtig , in Sachen Trainingsmethodik muss sich der BVB jedoch nicht vorwerfen lassen, den Anschluss verpasst zu haben – im Gegenteil. Denn der neueste Zugang im Trainingszentrum mutet eher an, als käme er direkt von der Enterprise. Footbonaut heißt die gigantische Anlage, in der alle BVB-Spieler von der Jugend bis zu den Profis ihr Reaktionsvermögen verbessern sollen.

Wie eine Mischung aus dem vom Raumschiff Enterprise bekannten Holodeck und der heimischen Wii-Konsole wirkt der Footbonaut und ist am Ende eigentlich nicht mehr als eine Ballmaschine. Allerdings eine verdammt Schlaue, die weit mehr kann als stupide immer wieder nur drauflos zu ballern.

Satter Kinosound mit hohem Stressfaktor

Video
Dortmund, 26.09.2012: Auf dem Trainingsgelände des BVB wurde heute der Footbonaut der Öffentlichkeit vorgestellt, damit lässt sich das Passpiel in 360 Grad trainieren und cool sieht es im übrigen auch aus.

Wer den Footbonauten betritt, steht in einem Viereck aus Kunstrasen, eingerahmt von einem quadratischen Geflecht aus Leuchtröhren und Sensoren. Zum Start ertönt ein satter Sound wie im Kino. "Annehmen, stoppen, gucken, schießen!" - die klassische, meist gebrüllte, Anweisung verzweifelter C-Jugendtrainer können die Kicker im Footbonaut getrost vergessen. Im Viereck herrscht Stress pur. Im Mittelkreis der Anlage steht BVB-Profi Mustafa Amini. Ein Zisch-Laut ertönt hinter dem Spieler, der dreht sich blitzschnell um und schon kommt ein Ball auf ihn zugeflogen. Sofort piept es aus einer anderen Ecke der Anlage. Amini nimmt den Ball an, dreht sich, schießt in eine 1,40 mal 1,40 Meter große beleuchtete Öffnung.

Insgesamt 72 dieser Zielquadrate gibt es, der Spieler muss jeweils in das Loch schießen, das gerade beleuchtet wird. Und weiter geht’s: „Zisch“ von rechts, Ball kommt, „Piep“ von vorne links, Schuss, „Zisch“ – und so weiter. Schnell gerät der Spieler ins Schwitzen, denn die Arbeit im Footbonauten fordert Körper und Geist gleichermaßen. „Anstrengend und spaßig“ findet Amini das neue Trainingsgerät. Oder etwas lebensnaher: "Das ist, als hättest du zehn Mitspieler um dich herum, die dich mit Bällen versorgen", schildert der australische Neuzugang.

So soll es auch sein. Sven Mislintat, BVB-Chefscout und Herr der Anlage, erklärt: „Der Stressfaktor ist sehr hoch, der Puls rast. Der Spieler muss optische und akustische Signale gleichzeitig verarbeiten.“ Und dabei noch Fußball spielen. Im Footbonauten kommt ein Profi auf rund 200 Ballkontakte binnen weniger Minuten. Im Spiel sind es rund 60 in 90 Minuten. „Durch die häufigen Wiederholungen sollen Abläufe automatisiert werden“, sagt Mislintat. So soll die Technik der Spieler verbessert werden. Daran arbeiten die BVB-Profis. Ob es etwas bringt, wird sich jedoch allenfalls langfristig zeigen.

Bälle werden bis zu 120 km/h schnell

Christian Güttler, Schöpfer der Anlage, erklärt: „Schneller wird man nur, wenn man Dinge unbewusst tut. Der Spieler soll nicht nachdenken müssen, was er mit dem Ball macht.“ Auf bis zu 120 Stundenkilometer beschleunigt der Footbonaut die Bälle. Im Training drosselt Mislintat das Tempo jedoch auf höchstens 75 km/h, sonst wäre das Training erstens unrealistisch und zweitens zu gefährlich für die Kicker, die im Mittelkreis des 14 mal 14 Meter großen Spielfeldes stehen.

Die Ergebnisse des futuristischen Trainings bekommt Sven Mislintat auf sein iPad. Dort kann er sich die Leistungen der Spieler in Kurven und Diagrammen darstellen lassen und für jeden Profi eine genaue Analyse über Stärken und Schwächen im Passspiel ablesen.

Geboren wurde die Idee zum Footbonauten am 25. Mai 2005. Erfinder Güttler saß vor dem Fernseher und sah sich das Champions League-Finale zwischen dem AC Mailand und dem FC Liverpool an. In der Pause kam ihm der Gedanke an die Ballmaschine. Es folgten Überlegungen und Planungen, am Ende wurde der Prototyp gebaut und mit dem BVB fand sich ein Abnehmer für das Hightech-Trainingsgerät. Natürlich gibt es Anfragen anderer Profivereine, deren Verantwortliche sich die Anlage gerne einmal ansehen würden. "Bislang haben wir aber noch keinen reingelassen", sagt Mislintat und grinst.

Der Footbonaut beim BVB

Stefan Reinke



Kommentare
27.09.2012
19:30
Footbonaut verstärkt das BVB-Trainerteam um Jürgen Klopp
von DerMuensteraner | #4

So - habe mir tatsächlich das Video und hoffe, dass das Ding mal so richtig teuer für den BVB wird...

Sinnvoll wäre allenfalls ein Gerät, welches das Passspiel cum(!) Laufspiel tainieren würde - so wird aber nur Passspiel auf einem Bierdeckel trainiert: überflüssig wie ein Kropf! Hoffentlich verbringen die BVB-Spieler viele, viele Stunden in dem Käfig ...

27.09.2012
18:18
Footbonaut verstärkt das BVB-Trainerteam um Jürgen Klopp
von Borussenbaer53 | #3

Geiler Apparat
Da mal den Rentner oder den aus Münster in die Mitte
Und dann 10 Min. volle Kanne

26.09.2012
21:00
Footbonaut verstärkt das BVB-Trainerteam um Jürgen Klopp
von Geologe | #2

Wir sind nicht nur fußballerisch die Nr. 1, sondern auch in puncto Innovation. Großartige Sache...!

1 Antwort
Geologe
von westfaIenborusse | #2-1

Jetzt haben wir ja den Grund für unsere momentane Schwäche...
Der Footbonaut muss weg :-)
Spaß beiseite...gute Sache, auch für die Jugend.

26.09.2012
19:16
Footbonaut verstärkt das BVB-Trainerteam um Jürgen Klopp
von DerMuensteraner | #1

Zum Leichtathletik-Stil getz auch noch Roboter-Style - oh du schöne, graue Fußballzukunft ...

5 Antworten
Danke
von Borussenbaer53 | #1-1

mein Jung
Hab grad ne Wette mit nem Kumpel gewonnen, das du wieder als Erster hier deinen Senf dazu gibst....

Wie nennt man das Bär?
von westfaIenborusse | #1-2

Aufmerksamkeit erhaschen? ADHS? Krank, oder?

Der gehört
von Bor-ussia09 | #1-3

zur WAZ, offensichtlicher gehts nicht mehr .

Entweder...
von Geologe | #1-4

...zur WAZ oder er hat es tatsächlich noch nicht verkraftet, dass der BVB seine Bayern so oft gedemütigt hat, sitzt somit den ganzen Tag frustriert vor dem Rechner, drückt die ganze Zeit F5, um zu gucken, ob es neue Artikel gibt, um dann zu versuchen, den Dortmundern eins auszuwischen. Sozusagen als "Racheakt" für die Demütigungen der vergangenen zwei Jahre. Ich denke, er wird die Zeit bald wieder sinnvoller nutzen und erkennen, der er seine Zeit nur verschwendet.

Geologe
von westfaIenborusse | #1-5

Hätte es nicht schöner umschreiben können. Allerdings fehlt mir der Glauben,
dass er irgendwann merkt, wie dumm das Alles ist....

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