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Veränderungen

Nein, diesen Menschen will ich nicht

25.06.2008 | 15:34 Uhr
Nein, diesen Menschen will ich nicht

Das Schönste für eine Katze wäre es, wenn alles einfach immer gleich bleiben könnte. Gleich angenehm, versteht sich

Die gleiche gemütliche Wohnung, das gleiche vertraute Revier, der gleiche beruhigende Tagesablauf und (vor allem!) die gleichen lieben Menschen, die immer die gleiche, gewohnt große Portion an Aufmerksamkeit parat haben. Leider läuft das aber nicht so, denn Menschen entwickeln manchmal auch ein Eigenleben. Und in dem kann es passieren, dass ein neuer Mensch auftaucht, der erstens Aufmerksamkeit beansprucht und zweitens irgendwann in die gemeinsame Wohnung einziehen will. Eine beunruhigende Vorstellung! Fremder Geruch, fremde Stimme, fremde Dinge. Ihnen mag das übertrieben erscheinen, aber aus der Sicht der Katze kann ein neuer Mensch an der Seite des Besitzers tatsächlich ein Problem sein. Und deshalb lautet die Devise: langsam und behutsam vorgehen.

Veränderungen schonend Beibringen

Wenn Sie alleine mit einer Katze zusammenleben, ist die Beziehnung besonders exklusiv und eng, der Alltag funktioniert als eingespieltes Team. Wenn ein neuer Mensch in Ihr Leben tritt und Sie sich vorstellen können, mit ihm zu leben, dann sollten Sie anfangen, die Bindung der Katze zu Ihnen sanft ein bisschen zu lockern – und nicht erst, wenn der neue Mensch einzieht und die Katze die Veränderung ausschließlich auf seine Anwesenheit bezieht. Und führen Sie „den Neuen“ (oder „die Neue“) gut bei der Katze ein. Dazu gibt es allerlei kleine Tricks – angefangen vom Versuch der Bestechung durch Leckerlis über gemeinsames Spielen bis hin zum Verzicht auf das Parfum oder Rasierwasser, wenn es der Katze nicht behagt.  Alles dazu, wie der neue Mensch bei Mieze punkten kann, lesen Sie auch auf Seite 20. Außerdem sollte er sich nicht zu sehr in die Routine der Katze einmischen und sich etwa nicht gleich auf den Sessel setzen, auf dem die Katze sonst schläft.

Antennen für die Ehrlichkeit

Apropos Bestechung: Natürlich gefällt es Katzen, wenn sie ein leckeres Mitbringsel bekommen. Wirklich bestechlich sind sie aber trotzdem nicht, denn sie haben feine Antennen dafür, ob jemand sich ehrlich um sie bemüht oder das nur notgedrungen macht, um dem neuen Partner zu gefallen.  Leckerlis reichen und dabei nur gute Miene zum bösen Spiel machen klappt nicht – denken Sie an den berühmten siebten Sinn der Katzen! Damit Vertrautheit entsteht, kann es helfen, wenn ein getragener Pullover oder ein T-Shirt der neuen Person in der Wohnung bleibt. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Katze eine harte Nuss ist und sich nicht einmal blicken lässt, sobald Ihr neuer Partner die Wohnung betritt, dann müssen Sie zu drastischeren Methoden greifen.

Lassen Sie die Katze zum Beispiel mit dem neuen Menschen allein. Einen Nachmittag lang oder vielleicht sogar einmal ein ganzes Wochenende. So wird die Katze gezwungen sein, in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen – und wenn es nur ist, um sich das Futter geben zu lassen. Fast schon eine Radikalkur ist der umgekehrte Fall: Mieze kommt zum neuen Partner in Pflege. Das heißt, sie lebt ein paar Tage in der Wohnung des oder der Neuen. 

Viel Liebe bringt Sicherheit

Danach kennt die Katze die Gerüche der Wohnung und wird nicht mehr irritiert sein, wenn sie vom Menschen bei jedem Besuch in die eigene Wohnung getragen werden. Auch die Stimme wird ihr vertraut sein. Katzen, die ein starkes Revierverhalten zeigen, können es verlieren oder es wird weniger, wenn sie eine Zeitlang in Pflege leben. Aber wie gesagt: Das ist schon eine Radikalkur, die einer sehr sensiblen Katze nicht unbedingt zugemutet werden sollte.

Die ganze Zeit über, in der Sie den neuen Menschen an Ihrer Seite ins Leben der Katze einführen, sollten Sie ihr das Gefühl vermitteln, dass ihr Platz nicht gefährdet ist. Sich also nach wie vor Zeit für Schmusestunden nehmen und sie nicht außen vor lassen, außerdem möglichst oft ihren Namen erwähnen. Und bringen Sie viel Geduld auf und lassen Sie der Katze ein bisschen Zeit. Auf Kommando entstehen nun einmal keine Freundschaften – mit Bemühen und Ausdauer (und kleinen Tricks) dagegen schon.

Jessica Kremser

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