Der Garten, von dem Katzen träumen...
25.06.2008 | 15:40 Uhr 2008-06-25T15:40:00+0200
Ein grünes Wohnzimmer für Katzen muss nicht groß sein. Auch ein Vorgarten kann eine Wohlfühl-Insel für sie sein – wenn er katzengerecht ist...
Gepflegte Wildnis wünscht sich ein Stubentiger vor der Tür. Keinen millimeterkurz gestutzten Rasen mit 30 cm Blumenborte drumherum, keinen meditativen Zen-Garten und auch kein wildes Gestrüpp. Nein, im Idealfall hat ein Katzen-Garten offene Flächen ebenso wie dichtes Gebüsch, denn eine Katze will sehen und laufen, herumstreifen, um Ecken biegen, immer wieder Neues entdecken können, aber auch Deckung haben, sich zurückziehen oder nur ganz schnell wegducken, weil in der Nähe ein Falter über Blüten gaukelt.
Blumeninsel fürs Nickerchen
Gepflegter Rasen darf also zwischendrin sein, aber wenn der Garten etwas größer ist, werden es Ihre Katzen zu schätzen wissen, wenn Sie im Sommer beim Mähen kleine Gras- und Blumeninseln stehen lassen, in die sich Ihre Katze mit Wonne hineinlegen wird (sei es für ein Nickerchen oder um die Welt zu beobachten).
Weiter gewünscht sind windgeschützte Stellen für ein Sonnenbad, aber auch trockene schattige Plätze für heiße Sommertage. Der Schatten einer Rhabarbarstaude oder wuchernder Blattspinat wird im Sommer schnell zum Katzen-Lieblingsplatz. Familie Glose in Dermbach hat ihren Katzen ca. 60 cm lange Bögen aus Wellplastik zwischen die Blumen „gepflanzt“. Diese Bögen waren eigentlich weniger als Sonnen-, sondern als Regenschutz gedacht. Den Katzen der Familie gefiel es unter diesen Dächern dann aber so gut, dass nachgerüstet wurde: Unter den Bögen wurde eine dicke Holzplatte mit Schaumstoffpolster als Bodenplatte eingeschoben.
Rückzugsecken
Nasse Pfoten mögen Katzen nicht, aber sie wollen bei Regen auch nicht gezwungen sein, ins Haus zu kommen. Ihr Ideal ist es, bei Regen im Trocknen am offenen Fenster/einer offenen Tür zu sitzen und weiter alles im Blick zu behalten – am liebsten in ihrer privaten Gartenlaube. Die erfüllt auch gleich den Wunsch nach ganz privaten Rückzugsecken und Verstecken, in die sich Katze zurückziehen kann. Das kann eine Hundehütte mit Stroh im Gebüsch sein oder einfach eine Katzenklappe in den Geräteschuppen, in dem ein Kuschelkörbchen bereitsteht.
Weiter auf der Wunschliste steht ein Platz mit viel Überblick – auch über den Gartenzaun hinaus –, der auch bei Regen nicht ungemütlich wird. Gute Kletterer schätzen es, wenn ihnen mit einem Brett ein kleiner Sitzplatz im Apfelbaum angeboten wird. Wo Bäume fehlen, tut es auch das Dach einer kleinen Laube (mit Aufstiegshilfe, bitte), ein massiver Kratzbaum für den Außenbereich oder ganz einfach eine schwere alte Holz-Klappleiter mit sehr gutem Stand, die der Katze zur Verfügung gestellt wird.
Eine Wasserstelle ist vor allem im Sommer ein Muss im Garten. Dazu reicht ein kleiner Bottich-Teich oder eine Vogeltränke, wenn sie täglich mit frischem Wasser gefüllt und sauber gehalten wird.
Nistkästen für Vögel (bitte mit Stachelkragen oder Marderschürze gesichert) sind ein wunderbares „Katzenkino“. Ebenso ein Sommerflieder (budlaja davidii) an einer sonnigen Südecke, der im Hochsommer zum Tummelplatz von Schmetterlingen wird.
Pflanzen, die für Katzen giftig sind, meidet ein Katzenfreund. Erfahrene Gärtner kennen „ihre Pappenheimer“, doch wenn man als Garten-Neuling im Gartenmarkt steht, bekommt man auf die Frage, ob eine Pflanze giftig ist, fast immer nur ein Schulterzucken. Das Internet dagegen ist eine gute Informationsquelle, z.B. auf der Seite Zeitschrift Geliebte Katze.
Auf schädliche Stoffe verzichten
Selbstverständlich ist auch, dass in einem Katzen-Garten auf alle schädlichen Stoffe verzichtet wird. Schädlich bedeutet dabei nicht allein den Verzicht auf Chemie, sondern auch äußerste Vorsicht mit biologischen Düngern oder Schädlingsbekämpfungsmitteln. Hornspäne z.B. sind für Hunde tödlich giftig, und Schädlingsbekämpfungsmittel, die als „bienenfreundlich“ gekennzeichnet sind, können trotzdem für Katzen gefährlich sein.
Und wer seinen Katzen nicht mehr bieten kann als eine Terassse mit einem schmalen Streifen geschorenem Rasen, der sollte ihnen wenigstens einen Topf-Garten schenken. Nehmen Sie Töpfe, die groß genug sind, dass sich eine Katze darauf zusammenrollen kann, pflanzen Sie Sommerwiese, Violas, Ranunkeln und andere Blumen hinein und erlauben Sie ihrer Katze, dieses Mini-Beet als Schlafplatz zu benutzen. Sie wird es genießen! Und von einem großen Garten und der großen Sommerfreiheit träumen.
Aus der Zeitschrift Geliebte Katze
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