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Längere Betriebszeiten weiter Ziel

Flughafen Dortmund bleibt unter 2 Millionen Passagieren

09.01.2016 | 02:00 Uhr
Knapp 2 Millionen Passagiere zählte der Flughafen Dortmund 2015. In diesem Jahr soll die magische Marke überschritten werden.
Knapp 2 Millionen Passagiere zählte der Flughafen Dortmund 2015. In diesem Jahr soll die magische Marke überschritten werden.Foto: Oskar_Neubauer

Dortmund.  Der Dortmunder Flughafen will in diesem Jahr wieder mehr als 2 Millionen Passagiere abfertigen. 2015 wurde die Marke knapp verfehlt. Zugleich will man nach der Niederlage vor Gericht einen neuen Anlauf für die Verlängerung der Betriebszeiten nehmen. Das ist nicht die einzige Baustelle für die Flughafen-Geschäftsführung.

Exakt 1.985.370 Passagiere starteten oder landeten im vergangenen Jahr am Flughafen Dortmund. Ein Ergebnis, mit dem Flughafen-Chef Udo Mager durchaus zufrieden ist, galt es doch den Ausfall der Fluggesellschaft Air Berlin mit allein 120.000 Fluggästen zu kompensieren.

"Es war kein furioses, aber ein ordentliches Jahr für den Flughafen. Es ist gelungen, die Verluste durch die Abwanderung von Air Berlin zu kompensieren und darüber hinaus noch zu wachsen. Und wir sind die Nummer 3 bei den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen geblieben", bilanziert Udo Mager.

Zur Jahresbilanz gehört aber auch, dass das Oberverwaltungsgericht Anfang Dezember die bis 23 Uhr verlängerte Betriebszeit am Flughafen für rechtswidrig erklärt hat. Bis Ende Januar erwartet der Flughafen die schriftliche Urteilsbegründung. Das weitere Vorgehen ist aber schon durch einen Beschluss des Flughafen-Aufsichtsrates vorgezeichnet. Der läuft darauf hinaus, einen neuen Anlauf für längere Betriebszeiten zu nehmen.

Wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, bleiben vier Wochen Zeit, Rechtsmittel einzulegen - wobei in diesem Falle erst einmal nur Widerspruch gegen die Nichtzulassung der Revision möglich ist. Ein Weg, den der Flughafen wohl eher nicht beschreiten wird. "Das Verfahren zur Betriebszeiten-Verlängerung neu aufzunehmen, mit dem Ziel, die Mängel auszuräumen, erscheint sinnvoller", betont Mager.

Dabei wird es vor allem darum gehen, die Interessen der Anwohner am Rande der Lärmschutzzone stärker zu berücksichtigen. Das Gericht hatte hier in seiner Entscheidung Abwägungsmängel kritisiert. Wenn sie ausgeräumt sind, hofft Mager bis Ende dieses Jahres auf eine neue Entscheidung der Bezirksregierung Münster zu verlängerten Betriebszeiten.

Wenn das Urteil rechtskräftig ist, gelten voraussichtlich ab März am Flughafen wieder die alten Betriebszeiten von 6 bis 22 Uhr. Die Verlängerung war, bis auf wenige Aufnahmen, ohnehin noch nicht für planmäßige Starts- oder Landungen am späten Abend genutzt worden. "Niemand baut ein Geschäftsmodell auf einer unsicheren Rechtslage auf", erklärt Mager die Zurückhaltung der Fluggesellschaften.

Ohnehin muss die Flughafen-Geschäftsführung für jede Saison um die Verbindungen kämpfen. Für den Sommerflugplan, der ab Ende März gilt, kündigen sich zwar drei neue Fluggesellschaften an, die Antalya in der Türkei und Palma auf Mallorca anfliegen.

Zugleich zieht sich die spanische Fluggesellschaft Vueling aus Dortmund zurück. Das bedeutet, dass Barcelona nicht mehr auf dem Flugplan in Dortmund steht - wenn es denn nicht gelingt, noch Ersatz zu finden. Zugleich stellt Ryan Air die Flüge nach Girona in der Region Barcelona und nach Faro in Portugal in diesem Sommer ein.

Trotzdem ist Mager überzeugt: "Wir werden die Grenze von 2 Millionen Passagieren in diesem Jahr überschreiten." Finanziell hofft der Flughafen-Chef, dass das Gesamtergebnis für 2015 etwas besser als geplant ausfällt. Kalkuliert worden war mit einem Minus von 19,2 Millionen Euro.

Zugleich investiert der Flughafen weiter in die Infrastruktur - etwa eine weitere Fluggast-Kontrolle, die in Spitzenzeiten für Entlastung sorgen soll, und eine Erneuerung des Instrumenten-Lande-Systems. Allein dafür werden bis 2017 rund 3,5 Millionen Euro ausgegeben.

Das langfristige Ziel einer Verlängerung der Start- und Landebahn dürfte im Sommer wieder zum Thema werden. Bis Mitte des Jahres will die Flughafen-Geschäftsführung dem Aufsichtsrat Daten und Material vorlegen, um möglicherweise den Bedarf nach einer längeren Piste zu untermauern.

Im Herbst könnte der Politik damit eine neue Flughafen-Debatte ins Haus stehen.

Oliver Volmerich

Kommentare
11.01.2016
13:52
Flughafen Dortmund bleibt unter 2 Millionen Passagieren
von Guntram | #2

Selbst wenn nur 2 Passagiere im Jahr ab Dortmund fliegen würden, würde der Flughafen weiter betrieben. Da geht es nicht um die Sinnhaftigkeit.
Und...
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Flughafen Dortmund bleibt unter 2 Millionen Passagieren
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/flughafen-dortmund-bleibt-unter-2-millionen-passagieren-id11446701.html
2016-01-09 02:00
Dortmund