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Flüchtlinge verlassen Dortmund Richtung Ersatzunterkunft

12.10.2012 | 16:59 Uhr
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Flüchtlinge verlassen Dortmund Richtung Ersatzunterkunft

Dortmund.  Allmählich entspannt sich die Lage in den Flüchtlingsunterkünften. Etwa 400 Männer, Frauen und Kinder sind in den vergangenen zwei Tagen in Einrichtungen außerhalb Dortmunds gebracht worden. Die Notunterkunft in der Turnhalle am Brügmannblock ist geräumt worden.

„Wobei wir die Turnhalle innerhalb kürzester Zeit aber wieder nutzen können, wenn es erforderlich wird“, informiert Stadtsprecher Michael Meinders. „Wir wissen natürlich nicht wie sich die Lage entwickelt und wie viele Flüchtlinge am Wochenende hinzu kommen werden.“

150 Flüchtlinge sind außerhalb von Nordrhein-Westfalen untergebracht worden. Die anderen Menschen sind unter anderem nach Köln, Unna-Massen oder Bielefeld gebracht worden. Vor allem bei der Stadt Köln bedankte sich Stadtrat Wilhelm Steitz, nachdem diese bereits am Donnerstag 200 Menschen aufgenommen hatte.

Gestern zählte die Stadt noch etwa 900 Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney sowie in der Notunterkunft in Derne , zuvor waren es weit über 1000. Am Montagnachmittag sollen sich in Hacheney und Derne nur noch etwa 600 Flüchtlinge aufhalten, so die Pläne der Stadt. „Dann wird die Regelkapazität dort nicht mehr überschritten“, sagt Meinders.

Windpocken im Griff

Blutuntersuchungen und Impfungen haben dafür gesorgt, dass bislang 90 Prozent der Flüchtlinge gegen Windpocken immun sind. Zwei Kinder waren zuvor in Hacheney erkrankt. „Die sind gut und separiert untergebracht“, versichert Meinders.

Für die viele Unterstützung bedankte sich gestern die Stadt bei den vielen Einsatzkräften unterschiedlicher Träger, bei anderen Kommunen, der Bezirksregierung Arnsberg sowie dem Innenministerium des Landes. Die Stadt Bochum hatte gestern zum Beispiel Versorgungseinheiten des DRK und der Freiwilligen Feuerwehr nach Dortmund geschickt. Aber auch aus Unna und Umgebung waren Einsatzkräfte zur Hilfe geeilt.

Stadtdirektor Jörg Stüdemann lobte den Betreiber der Einrichtungen, European Homecare: „Hier ist trotz extremer Umstände durchweg sehr gute und professionelle Arbeit geleistet worden.“

Damit die Sporthalle genutzt werden konnte, mussten Sportvereine auf Veranstaltungen verzichten. Ein Turnier konnte deshalb nicht stattfinden. „Es war eine katastrophenähnliche Situation“, fasst Meinders zusammen.

Christina Römer

Kommentare
14.10.2012
13:50
Und nochmal gegen die Hetzer
von vaikl2 | #6

Die Beurteilung des Asylantrags und damit die Entscheidung, ob es sich um Wirtschaftsflüchtlinge handelt, wird *hier* getroffen und nicht in den Herkunftsländern. Es werden zunächst *alle* als Flüchtlinge gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention von 1953 gewertet.

Es sind auch nicht weniger Asylbewerber gekommen, sondern *viel* weniger, seitdem unser Asylrecht in 1993 massiv verschärft wurde - und das *trotz* der Ausweitung des Asylbegriffs durch das BVerfG auf jegliche menschenunwürdige Verfolgung in einem Herkunftsstaat, nicht mehr nur auf Kriegsgebiete.

Das Thema wurde hier in den Neunzigern erschöpfend diskutiert, aber das Wissen darüber scheint dem teutschen Michel gründlich abhanden gekommen zu sein.

14.10.2012
13:22
Flüchtlinge verlassen Dortmund Richtung Ersatzunterkunft
von katerlein | #5

Asylbewerber aus Kriegsgebieten Ja
Witschaftsflüchtlinge Nein.Sofort zurückschicken.

14.10.2012
08:23
Flüchtlinge verlassen Dortmund Richtung Ersatzunterkunft
von Formeleins | #4

@ 3 nochmals zum überlegen, wieviele von diesen Flüchtlingen sind Wirtschaftsflüchtlinge? Die von Ihnen genannten Hetzer (zähle mich nicht dazu) stehen dazu Asylbewerber aus Kriegsgebieten ja, Wirtschaftsflüchtlinge (besonders bereits einmal abgelehnte) nein. Das weniger gekommen sind liegt vielleicht auch an den wenigen Krisengebieten auf der Welt, denn wir sind Friedennobelpreisträger.

13.10.2012
04:10
Nochmal für die Hetzer
von vaikl2 | #3

Wir hatten Anfang der Neunziger knapp eine halbe Million Flüchtlinge im Jahr, die einen Erstantrag in der BRD stellten. Wir sind aktuell bei zu erwartenden 60 bis 70.000 Flüchtlingen im Jahr 2012 - jetzt gesamtdeutsch.

Wer sich damit überfordert fühlt, sollte dringend eine einsame Südsee-Insel als neue Heimat in Betracht ziehen. Oh, und dort bloß keine "Ausländer" im Sinne von Einheimischen zulassen - das könnte ja die "Germans rule the world"-Quote drücken.

12.10.2012
18:33
@teachyou | #1
von vaikl2 | #2

Suchen Sie sich doch bitte erstmal die Asylbewerber-Zahlen der letzten 17 Jahre beim BAMF raus. Von 167.000 in 1995 ging es stetig bergab bis zum Tiefpunkt in 2008 mit 28.000 Anträgen - gesamtdeutsch.

Hätten Sie der CDU/FDP damals *Ihre* Glaskugel überlassen, wäre Unna wahrscheinlich noch ausgebaut worden, oder?

12.10.2012
18:00
Flüchtlinge verlassen Dortmund Richtung Ersatzunterkunft
von teachyou | #1

Unabhängig von der Entscheidung ob Flüchtlinge nun ein Anrecht auf Asyl haben oder nicht war es natürlich eine Glanzleistung der Landesregierung ( CDU ) im Jahr 2009 die Landestelle in Unna Massen zu schließen. Die Landesstelle war für mehr als 3500 Flüchtlinge ausgelegt. ( Bei Normalbelegung). In einer Situation wie jetzt hätte das auch noch gesteigert werden können.

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