Flüchtlinge kritisieren Unterkunft in Dortmunder Sporthalle

Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann (rechts) im Gespräch mit Flüchtlingen.
Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann (rechts) im Gespräch mit Flüchtlingen.
Was wir bereits wissen
Keine Privatsphäre, schlechtes und zu wenig Essen, keine Duschmöglichkeiten nachts: Flüchtlinge kritisieren die "katastrophalen Bedingungen" in der Brügmann-Sporthalle. Sie fordern die Schließung der Notunterkunft und wollen in Wohnungen untergebracht werden.

Dortmund.. Die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Brügmann-Sporthalle in Dortmund beschweren sich über ihre Unterbringung. Ihre Kritikpunkte haben sie in einer Mängelliste zusammengefasst, die sie am Donnerstag Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann mit einem Brief übergeben haben. Bemängelt wird unter anderem, dass es nur Licht zwischen 7 und 22 Uhr gibt und dass die Betten unbequem sind. 125 Flüchtlinge unterzeichneten das Schreiben. "Die Stimmung wird immer schlechter", sagt eine Dolmetscherin.

Gespräche mit den Flüchtlingen

Aktuell leben in der Brügmann-Sporthalle 270 Flüchtlinge. Die Stadt Dortmund hat für diesen Standort mit 300 Plätzen einen Aufnahmestopp verhängt, weil die neue Unterkunft in Eving zusätzliche Kapazitäten schafft. Stadtdirektor Stüdemann stellte im Gespräch mit neuen Flüchtlingen klar, dass die Sporthalle stets als Not-Unterkunft geplant war.

Bürgerdialog Der Betrieb in der Innenstadt läuft seit dem 25. November 2014 und sollte Ende Dezember auslaufen. Wegen der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen verlängerte die Stadt Dortmund den Betrieb bis zum März 2015. Von Anfang an war klar, dass diese Sammelunterkunft nur ein Provisorium sein kann. Die Grünen im Rat der Stadt befürchten nun eine "Dauerlösung", sodass die Sporthalle weiterhin den Schulen und Sportvereinen nicht zur Verfügung stehe.

In der Halle leben Familien mit Kindern, schwangere Frauen und Alleinstehende. Sie würden nicht menschenwürdig untergebracht, kritisieren die Flüchtlinge. Gespräche mit den Johannitern, die den Betrieb im Auftrag der Stadt Dortmund organisieren, sollen Verbeserungen erzielen. Darüber hinaus fehlen den Flüchtlingen die Perspektiven: "Sie wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht", sagte ein Flüchtlings-Unterstützer.

Suche nach Gebäuden und Grundstücken

Die Stadt Dortmund ist weiter auf der Suche nach Grundstücken und Gebäuden, die für weitere Flüchtlings-Unterkünfte geeignet sind. Aktuell hat die Stadt Dortmund 2500 Flüchtlinge aufgenommen. 1600 von ihnen leben in Wohnungen. Alle anderen sind in Übergangs-Unterkünften untergebracht worden.