Fliege-Rat nun zum Schnäppchenpreis
30.07.2007 | 23:39 Uhr 2007-07-30T23:39:04+0200Fernsehpfarrer Jürgen Fliege nutzt hilfesuchende Zuschauer aus. Das behauptet die Bild-Zeitung. 50 Cent müsse ein Anrufer berappen, der die Hilfe des "Help TV"-Seelsorgers in Anspruch nehme, dabei sei dieser gar nicht im Studio. Der Dortmunder Spartensend
"Vielleicht war das ungeschickt. Das sieht wie ein Schuldeingeständnis aus", räumte Peter Pohl, Vorstand Help TV, ein. Dabei sei es ohnehin der Plan gewesen, den Tarif zu vergünstigen. "Fliege läuft sehr gut. Sowohl bei den Werbekunden, als auch bei den Zuschauern", begründete Peter Pohl.
Ross nach dem Reiter benennen
Das Fliege-Projekt sei mit einer Telefon-Finanzierung gestartet und angesichts des großen Zuspruchs könne man zugunsten der Anrufer reagieren. Der im Raum stehende Vorwurf, man veranlasse Zuschauer anzurufen, weil Fliege tagtäglich im Studio anwesend sei und Fragen persönlich beantworten könne, sei falsch. "In jeder Sendung, aber auch auf unserer Homepage wird erklärt, dass die Fliege-Redaktion jede Anfrage bearbeite", so Pohl. Pfarrer Fliege selbst sei lediglich sonntags im Studio in Dortmund. Laut Pohl, "wissen das auch die Zuschauer". Fakt sei, dass Zuschauer rund um die Uhr ihre Fragen und ihre Rufnummer auf einem Anrufbeantworter hinterlassen könnten und garantiert vom Fliege-Team zurück gerufen würden.
Der Verbraucherzentrale NRW liegen derzeit keine Beschwerden über "Help TV" vor. "Vielleicht liegt das aber auch daran, dass nur wenige Menschen den Sender empfangen können", so Theo Wolsing von der Verbraucherzentrale.
Dass "Help TV" bald "Fliege-TV" heißen könnte, steht zwar noch nicht fest, ist aber beabsichtigt. "Schließlich weiten wir jetzt schon die Fliege-Sendefläche aus. Dann sollten wir das Ross auch nach dem Reiter benennen", so Peter Pohl. Zurzeit fänden Gespräche mit Investoren statt, die Entscheidung könne im letztes Quartal des Jahres fallen. Sollte es zur Umbenennung kommen, würden die Experten, die bereits im Fliege-Bereich berieten, auch weiter beschäftigt werden. Themen wie Medizin, Erbschaftsfragen oder Selbsthilfe kämen dann nicht zu kurz.
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