Fingierte Unfälle: Gericht verurteilt Autobumser und Gutachter

Nach einer Serie von fingierten Unfällen sind ein Autofahrer und ein Kfz-Sachverständiger am Freitag verurteilt worden. Der 35-jährige Autofahrer erhielt eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung, der 33-jährige Gutachter aus Dortmund muss eine saftige Geldstrafe zahlen. Einer der Gutachter kommt aus Dortmund. Er soll in mehreren Fällen künstlich aufpolierte Gutachten erstellt haben. Der Vorwurf: Beihilfe zum Versicherungsbetrug.

Dortmund.. Der Gutachter ist am Essener Landgericht wegen Beihilfe zum Betrug zu einer 9000-Euro-Geldstrafe (90 Tagessätze) verurteilt worden. Parallel dazu kassierte ein sogenannter "Autobumser" für sechs fingierte Verkehrsunfälle zwei Jahre Haft auf Bewährung.

"Service wird bei uns groß geschrieben." Mit diesen Worten wirbt der Schadengutachter auf seiner Internetseite. Die Richter der 5. Strafkammer urteilten: In mindestens zwei Fällen gingen die Serviceleistungen des Dortmunders deutlich über das erlaubte Maß hinaus.

Der 33-Jährige habe in seinen Schadengutachten vor allem bei offenkundigen Vorschäden an den Unfallwagen ein Auge zu viel zugedrückt. Der zu regulierende Versicherungsschaden sei künstlich aufpoliert und dem Kunden zu mehr Schadenersatz verholfen worden.

Verdächtige "Schummelserie"

Anlass für die Ermittlungen gegen den Gutachter war eine verdächtige "Schummelserie" von 13 Verkehrsunfällen in fünf Jahren im Stadtgebiet von Essen durch ein und denselben "Autobumser". Der Mercedes-Fahrer (35) hatte im Prozess zugegeben, mindestens sechs Unfälle davon absichtlich inszeniert zu haben.

Sein Motiv: Er wollte bei seinen - ständig wechselnden - Versicherungen absahnen. Mal hatte er ganz bewusst an einer Kreuzung gelauert und Vorfahrtsfehler provoziert, mal plötzlich mit voller Wucht auf die Bremse getreten. Insgesamt ging es bei der "Autobumser"-Serie um mehrere tausend Euro unrechtmäßigen Schadenersatz.

Sogenannte Autobumser fingieren oder provozieren Verkehrsunfälle, um die Versicherungssumme zu kassieren.