Fingerabdruck für digitale Bilder
10.02.2012 | 13:23 Uhr 2012-02-10T13:23:00+0100Hat der Verdächtige seine pornografischen Bilder per Bluetooth oder in einem kabellosen Netzwerk auf digitale Bilderrahmen in Geschäften überspielt? Wollte er damit die Betrachter provozieren? Hat er seine pornografischen Fotos auf die Handys von einigen Mädchen geschickt? Das mussten die Experten des KK 25 nachweisen. Und es gelang ihnen mit Hilfe der sogenannten Hashwerte, einer Art Fingerabdruck für digitale Bilder.
„In Kaufhäusern beobachteten die Angestellten immer wieder das gleiche Phänomen“, schildert Herbert Krusel den Fall. Auf digitalen Bilderrahmen tauchten immer wieder pornografische Bilder auf. Keiner wusste zunächst, wie die auf die Rahmen gelangt waren. Dann tauchten solche Bilder auf Handys von einigen Mädchen auf. „Die Handynutzer lassen die Bluetooth-Funktion eingeschaltet und so hat jeder Zugriff auf die Handys, kann ihnen auch Daten schicken oder wie in diesem Fall die Bilder“, so Krusel.
Doch in einem Fall fiel einem der Mädchen ein „komisch schauender“ Unbekannter auf, gerade in dem Moment, als die ersten Bilder auf ihrem Handy ankamen. Das Mädchen alarmierte geistesgegenwärtig den Ladendetektiv, der den Mann erst einmal festhielt und ihn der Polizei übergab. Und die Polizisten stellten sein Handy sicher. Die Frage: „Ist er der Täter?“ mussten die Experten des KK 25 klären.
„Jedes digitale Bild hat einen so genannten Hashwert, eine Art Fingerabdruck, der das Bild einzigartig macht“, so Krusel. Mit Hilfe eines speziellen Suchprogrammes kann man den Wert ermitteln. Und in diesem Fall konnte man dem Verdächtigen dann nachweisen, dass er seine Bilder losgeschickt hatte und sie auf die Bilderrahmen bzw. auf die Handys überspielt hatte. „Aufgrund unserer Ermittlungen konnte der Mann dann auch verurteilt werden“, sagt Krusel.
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