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FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen

13.09.2011 | 22:00 Uhr
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
Prof. Wilhelm Schwick, Rektor der FH Dortmund

Dortmund.Am Montag (19. September 2011) begrüßt FH-Rektor Prof. Wilhelm Schwick die neuen Studienanfänger. 2600 Erstsemester haben einen der technischen, sozialen oder kreativen Studiengänge ergattert. So viele wie nie zuvor! Ob die Aspiranten wissen, wie glücklich sie sein dürfen? Mit 20 833 Bewerbungen ist die Fachhochschule Dortmund achtfach überzeichnet gewesen.

„Ja, es ist schon heftig“, wertet der FH-Rektor. „Das sind Zahlen wie noch nie.“ Zahlen, wie sie die Hochschule erst für den doppelten Abitur-Entlassjahrgang in 2013 erwartet hatte. Schwick stellt im selben Atemzug klar: „Wir werden in zwei Jahren nicht mehr Studienanfänger aufnehmen können als heute.“ Die FH sei sich ihrer „Verantwortung gegenüber dem Land und der Gesellschaft durchaus bewusst“ und werde dem Anspruch gerecht, möglichst viele junge Menschen gut auszubilden.

Bei 2600 Studienanfängern sei aber das Ende der Fahnenstange erreicht, damit die Qualität der Lehre gewahrt bleibe. Schwick: „Wir können keine 4000 Studenten bewältigen. Schließlich wollen wir unsere Vorlesungen nicht auf Gängen oder in Kirchen auslagern müssen.“ Schon die jetzt erreichte Menge sei eine organisatorische Herausforderung. Es müssten Räume im Refa-Gebäude auf dem Campus, in der Dasa sowie bei privaten Anbietern angemietet werden.

"Für alle genügend Räume und Personal"

„Wir haben für alle genügend Räume und Personal“, versichert der Rektor, bittet aber die Hochschüler schon jetzt um Verständnis: „Wir müssen zusammenrücken.“

Ein Fach, das ganz besonders "brummt", ist Architektur mit über 450 Anfängern. Hier könnte es ein zusätzlicher Anreiz für junge Menschen sein, in nur vier Jahren die Zulassung zur Bauvorlageberechtigung der Architektenkammer zu erlangen.

Eine überraschend gute Nachfrage zeigt der neue Studiengang „FACT“, der Führungskräfte im Finanzwesen angeboten wird. „Für die 35 Plätze hatten wir über 1000 Bewerbungen“, berichtet der FH-Rektor.

Energiewirtschaft wird wohl auch ein Renner

Ein Renner werde vermutlich auch der neue Studiengang „Energiewirtschaft“, der im nächsten Jahr erstmals in Kooperation mit RWE angeboten werden soll. Kraftwerke, neue Energien und Energiehandel sind die Stichworte. „Wir sind gerade in der Akkreditierung“, erklärt Schwick. „Ich sehe da keine Probleme. Wir haben bislang alle Akkreditierungen bekommen.“ Kein Fachbereich werde ausgesetzt. „Wir werden wahrscheinlich in allen Fächern im nächsten Jahr einen Numerus clausus (Zulassungsbeschränkung über die Durchschnittsnote; Anmerkung der Redaktion) einführen müssen“, deutet Prof. Schwick an.

Während fast alle Studienfächer an der Sonnenstraße und auf dem FH-Campus überbucht sind, gibt es bei den Informations- und Kommunikationstechnikern noch einige freie Plätze.

Hier wirke sich wohl der Weggang von Nokia negativ aus, schätzt der FH-Rektor. „Ausbaufähig“ sei auch der Studiengang „Industrielles Servicemanagement“. Vereinfacht gesagt, geht es um Maschinenpflege. Eine Tätigkeit, die von der Industrie extrem gut nachgefragt werde.„Hier hat jeder Anfänger so gut wie eine Job-Garantie“, erklärt Schwick.

In technischen Hochschul-Fächern droht eine Abbrecherquote von bis zu 50 Prozent. Dem will die Fachhochschule Dortmund durch die Einführung eines verbindlichen Studienstandsgespräches nach dem zweiten Semester im kommenden Jahr entgegenwirken.

Studienstandsgespräch nach zweitem Semester Pflicht

Das verpflichtende Studienstandsgespräch nach dem zweiten Semester soll verhindern, dass Studenten erst kurz vor dem Studienende feststellen, dass sie die Prüfung nicht schaffen werden.

„Wir setzen auf eine deutlich bessere Betreuung“, kündigt FH-Rektor Prof. Schwick eine Offensive zugunsten des Studienerfolges an. „Stolz“ sei er, dass die 13,6 Millionen Euro beim Wettbewerb „Qualität der Lehre“ in vollem Umfang bewilligt worden seien. Das Geld soll in eine bessere Begleitung in den „kritischen Fächern“ investiert werden: Also Physik und Mathematik.

Mentoren sollen Studenten ab dem ersten Semester zur Seite stehen. Dieses Angebot sei nötig, weil es mittlerweile 39 Zugangsberechtigungen zur Fachhochschule gebe. Das bringe zwangsläufig erhebliche Unterschiede bei den Voraussetzungen der Aspiranten mit sich. Schwicks Ziel: „Wir wollen noch mehr Leute auf den Weg bringen.“

Wirtschaft honoriert Anstrengung, Nachwuchs auszubilden

Die regionale Wirtschaft honoriere die Anstrengungen, bestmöglich qualifizierten Nachwuchs auszubilden. Das zeige sich zum einen in den dualen Ausbildungsgängen, die gemeinsam mit Firmen aus der Region entwickelt wurden. Die geplante Studiengang „Energiewirtschaft“ mit RWE werde diese Erfolgsgeschichte fortsetzen, ist Schwick überzeugt.

Zum Anderen zeige sich die „hervorragende Vernetzung“ in der „mühelosen Co-Finanzierung“ von mittlerweile 60 Stipendien. Hierbei zahlt eine Firma 1800 Euro je Semester und das Land übernehme die andere Hälfte. Schwick: „Auf uns kommen inzwischen sogar überregionale Unternehmen zu, die ins Stipendienprogramm aufgenommen werden wollen.“

Gerald Nill

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Kommentare
16.09.2011
09:44
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
von Elfentraum | #6

@Andakawa: yep, sie haben recht ;-) ich hab mich verrechnet. Aber ich schrieb ja bereits: Zahlen können verwirrend sein ... mich jedenfalls verwirren sie halt immer wieder ...

15.09.2011
18:21
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
von butterblumenfee | #5

Warum wird nach dem zweiten Semester schluß gemacht ???
Man sollte sich vorher Gedanken machen !!!!
Im Ingenieurstudium wird Mathe. verlangt !!!!

15.09.2011
12:32
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
von cannae216 | #4

Die Akademikerschwemme und Schweinezyklus bei den Ingenieuren werden wohl weiterhin bittere Realität sein.

15.09.2011
11:23
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
von Andakawa | #3

Mh, bei 20.833 Bewerbern von denen 2600 einen Studienplatz ergattern konnten....bleiben also 17.233 übrig? Mitunter seltsame Rechnungen im Kommentarbereich...

15.09.2011
09:22
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
von vantast | #2

Nur gut, daß wir genügend junge Ingenieure haben. Wir müssen eben sparen.

15.09.2011
09:10
FH Dortmund muss 18 000 Bewerber abweisen
von Elfentraum | #1

Jaja, Zahlen können echt verwirrend sein. Es gab also 20.833 Bewerber, von denen haben 2600 Erstsemester einen Studienplatz ergattert. Und von den übrigen 17.233 Bewerbern wurden dann 18.000 abgewiesen ...

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