Feuerwehreinsatz wegen hoher Werte bei Envio
07.10.2011 | 18:46 Uhr 2011-10-07T18:46:00+0200
Dortmund.Die Feuerwehr rückte am Freitag gegen 14 Uhr auf das stillgelegte Gelände der PCB-Skandalfirma Envio im Dortmunder Hafen aus. Der Grund: Bei Messungen waren deutlich erhöhte Werte im Boden festgestellt worden.
Messungen des Dortmunder Umweltamtes lösten am Freitagnachmittag einen Feuerwehreinsatz auf dem stillgelegten Betriebsgelände der PCB-Skandalfirma Envio aus. Auf der betroffenen Fläche waren 3800 mg PCB pro Kilogramm Boden festgestellt worden. Die Grenzwerte liegen bei 200 mg PCB. Nachdem das Landesumweltamt das hiesige Amt informiert hatte, veranlassten die Dortmunder die Absicherung durch die Feuerwehr. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden, da es keine Verwehungen gegeben hat.
Ein Großaufgebot der Feuerwehr deckte am Freitag eine Fläche von rund 20 Quadratmetern mit Planen ab und beschwerte diese mit Sandsäcken. In Vollschutzanzügen nahm der Chemie-Zug Untersuchungen vor
Der Einsatz war gegen 17 Uhr beendet. Die Messungen waren im August genommen worden. Von diesen Proben habe allerdings nur eine eine solch eklatante Erhöhung aufgewiesen, hieß es aus dem Landesumweltamt.
23:36
@ #7
PCB sind schwer wasserlöslich und verbinden sich mit strukturierten Oberflächen oder Sedimenten. Der gesamte Asphalt zwischen der Envio- und der ABP-Halle ist brüchig. Die Sanierungspläne beinhalten demnach die Abtragung von Aspahltschicht und Böden bis zu 20 cm Tiefe, was Experten nach diesem jahrelangen Missbrauch für viel zu gering halten. Ist halt eine Kostenfrage.
Wenn also da nicht Jemand nach der Envio-Schließung im letzten Jahr noch schnell PCB-Öle oder PCB-haltige Stäube aus Trafos verschüttet hat (schließlich laufen die Envio-Chefs fast täglich dort noch ungehindert ein und aus), sind Abdeckungen völlig sinnlos, auch wenn unser kleiner Feuerwehr-Grisu, ähm, unser Sauer-Fakeilein wieder mal planlos etwas Anderes glaubt.
Problematisch wird das Ganze dann, wenn die Sanierung beginnt und der Boden aufgebrochen und abtransportiert wird.
19:21
@ DanielSauer
Ganz einfach, weil man gehofft hat das sich durch Regen das Problem verdünnt und in tiefere Schichten der Erde verlagert und verteilt.
Macht jede Chemiefirma so wenn mal was ausläuft.
Verdünnen bis die Grenzwerte unterschritten werden.
Bei Sondermüll wird ebenso so lange gestreckt bis er nicht mehr Sonder ist.
17:25
@5
Da haben Sie vollkommen Recht: Auf die Idee der Abdeckung der belasteten Flächen hätte man aber schon früher kommen können. Warum wohl hat man nicht gehandelt?
12:23
Fakeilein, Ihre ABC-Spezialtruppe hat ja einen dollen HiTec-Spezialproblem-Experteneinsatz gefahren. Auf die plumpe Abdeckung mit Plastikfolie wäre sonst garantiert Keiner gekommen.
12:03
Nur 1,5 Jahre nach der Betriebsschliessung kommte es nun aufgrund erhöhter Messwerte zu einem Feuerwehreinsatz der ABC-Spezialtruppe. Das nenne ich aber schnell gehandelt.
Natürlich bestand in der Zwischenzeit keine Gefahr der Verwehung giftiger Stäube und überhaupt ist alles ganz ungefährlich - jaah neeh iss klah - für wie unsagbar blöd halten die Behörden eigentlich die Bürger bei solchen Aussagen?
Andererseits - wen wundert das Verhalten wirklich? Die Behörden haben selbst durch ihr Versagen und Mitwissserschaften so viel Dreck am Stecken, dass man sie getrost mit zum Kreis der Verantwortlichen zählen kann. Da passt Verdunkeln, Schönfärberei und Verdummung schon eher in das Bild.
21:35
Tja, eigentlich ist ja die Stadt als Eigentümerin für die Kontrolle von Immissionen, die vom Grundstück an der Kanalstraße ausgehen, mitverantwortlich (wobei die Gefahr weniger durch Verwehung, sondern weit stärker durch Versickerung/Auswaschung gegeben ist).
Aber solange man durch eigenes Nichtstun und mediales Arnsberg-Bashing die Anderen ins Messer laufen lassen kann, wird sich hier wohl Niemand mit Verantwortung beschäftigen.
Es kommt anscheinend auch Niemand auf den Trichter, wie prozess-gefährdend solche Versäumnisse und Nachlässigkeiten für die anstehenden Verfahren gegen Neupert und Co. sein könnten.
19:45
Da hat die Bezirksregierung erst vor ein paar Tagen Entwarnung gegeben und diesen Hotspot Jahrelang abgedeckt.
Aber die Feuerwehr kriegt das hin, die akute Gefahr zu bannen.
Den Fachbehörden geht es in erster Linie darum aus der Schusslinie zu kommen.
Bei den gehäuften Versäumnissen wird das nur schwer gelingen.
Deren Unfähigkeiten sind ja gewollt.
19:12
Messungen im August, aber keine Gefahr, da keine Verwehungen!?!
Wer bekommt die Altlast in den Griff?
Dass dem Staat kein Vertrauen entgegen gebracht wird, belegt dieser Fall eindeutig.
Aber Hauptsache auf der Tagesordnung im Rat sind die Friedhofsangelegenheiten von höherer Priorität.