Feuerwehr muss Rettungswagen-Flotte aufstocken

Notfallhilfe in Not: Nach acht Minuten muss der Rettungsdienst der Feuerwehr spätestens bei seinen Patienten sein, egal ob in der Innenstadt, in Syburg oder in Bodelschwingh - so will es das Gesetz. Doch dafür reichen Dortmunds 20 Rettungswagen nicht aus. Die Feuerwehr muss jetzt nachbessern. Und das wird teuer.

Dortmund.. Die Anzahl der Rettungsdienst-Einsätze ist drastisch angestiegen - von 108.000 im Jahr 2012 auf 116.000 im vergangenen Jahr. Aktuell sind im Stadtgebiet 20 Rettungswagen (RTW) unterwegs. Deren Zahl muss Feuerwehr-Chef Dirk Aschenbrenner "deutlich" erhöhen. "Sonst erreichen wir das Ziel nicht", stellte er klar.

Zu diesem Ergebnis kommt auch ein externer Gutachter. Folgt die Feuerwehr diesem Rat nicht, läuft sie mit dem aktuellen Fahrzeug- und Personalbestand Gefahr, die gesetzlich festgeschriebene "Hilfsfrist" von acht Minuten nicht mehr einhalten zu können. Ein Risiko, das niemand verantworten kann. Diese Zeit darf die Feuerwehr in 90 von 100 Fällen nicht überschreiten.


Mehr als zehn neue Fahrzeuge sind nötig

Die genaue RTW-Zahl will Aschenbrenner noch nicht nennen, weil bisher nicht alle Gesprächs- und Vertragspartner informiert worden sind. Nach Informationen dieser Redaktion wird der Rettungsdienst mit 30 Fahrzeugen nicht auskommen.Das neue Modell setzt nicht allein auf mehr Fahrzeuge und Personal, sondern arbeitet auch flexibler als bisher.

"Unsere Fahrzeuge setzen wir dann je nach Standort in 8-, 12-, 16- und 24-Stunden-Schichten ein. Ein RTW kann dann auch nur als Krankentransporter eingesetzt werden", berichtet der Feuerwehr-Chef. Billig ist die Neuanschaffung nicht:Ein RTW kostet pro Jahr bis zu 550.000 Euro inklusive Personal, Unterkunft und Betrieb.

Kostenfrage noch ungeklärt


Die Kostenfrage dieser notwendigen Aufstockung bleibt noch zu klären. Ein seit Jahresanfang gültiges neues Gesetz schreibt vor, dass die Rettungsdienste und die Krankenkassen "einvernehmlich" klären sollen, wer die Kosten übernimmt. Begonnen haben die Verhandlungen darüber noch nicht.

Für den Betrieb von weiteren RTW stellt die Feuerwehr zwangsläufig mehr Personal ein. Anders als bisher sind das nicht ausschließlich Beamte der Feuerwehr, sondern auch bereits zu Rettungsassistenten ausgebildete Angestellte, die zunächst einen Zeitvertrag erhalten.

Die eigenen Rettungsassistenten bildet die Feuerwehr laut Amtsleiter Dirk Aschenbrenner zu Notfallsanitätern aus, denn der Berufsbegriff "Rettungsassistent" verschwindet. Zum 1.1.2015 stellt der Rettungsdienst mit seinen aktuell 450 Kräften ausschließlich Notfallsanitäter ein.