Feuerwehr Dortmund testet Einsatz-Roboter

Roboter im Einsatz für die Dortmunder Feuerwehr
Roboter im Einsatz für die Dortmunder Feuerwehr
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.. Er soll dort zum Einsatz kommen, wo es für Menschen zu gefährlich ist, wo die Lage unübersichtlich ist, wo Explosionen drohen oder gefährliche Giftstoffe austreten: Der Kollege Roboter. Die Feuerwehr Dortmund begleitet derzeit das EU-Projekt „NIFTi“ (Natural Human-Robot Cooperation in Dynamic Environments) mit anwenderorientierten Versuchen. Schon in fünf, sechs Jahren könnte so ein ferngesteuerter Kollege in Serienproduktion gehen.

Die Maschine könne in Gefahrensituationen den Einsatzleiter deutlich unterstürzen, erläuterte gestern Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner. Unübersichtliche Verhältnisse etwa bei einem großen Unfall in einem Tunnel könne das elektronisch gesteuerte Fahrzeug schnell aufklären, den Einsatzkräften ein Bild direkt aus der Gefahrenzone übermitteln und Informationen für den Menschen sammeln. „So werden die Einsatzkräfte vor Ort schnell Entscheidungen treffen.“

Wie Projektleiter Dr. Geert Jan Kruijff berichtete, stellt der in dem Projekt benutzte und ständig weiterentwickelte Prototyp „das beste dar, was es derzeit weltweit gibt“. Der etwa 25 Kilo schwere Roboter nimmt ein zwei- und ein dreidimensionales Panorama-Bild von der Unglücksstelle auf, kann Wärmestrukturen ermitteln und auch erforschen, ob und welche Gefahrstoffe an der Unfallstelle vorhanden sind.

Zudem kommen Laser zweidimensional zum Einsatz, die die Umgebung des Roboters einscannen. So ließe sich auch erkennen, ob es Verletzte gibt. Außerdem besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Mess-Sensoren einzubauen. Ein Kettensystem lässt den Metallkasten auch über Hindernisse klettern. So sind Treppen für ihn kein Problem. Oder er kann mal schnell unter einem Lkw herfahren.

Im Ausbildungszentrum der Feuerwehr in Eving wird auch getestet, wie ein solcher Roboter am besten zu steuern ist. „Da gibt es die klassische Methode des Joysticks“, sagte Dr. Hauke Speth von der Dortmunder Feuerwehr. Es gebe aber auch interessante Varianten mit einem Tablet PC oder Sprachsteuerungen mit Befehle wie: „Fahre bis zum blauen Auto“. So soll der Roboter in Zukunft auch Muster oder Farben erkennen können.

Dronen-Unterstützung aus der Luft

Eingebunden ist der Roboter, der mit den eingebauten Batterien gut zwei, drei Stunden arbeiten kann, in ein W-LAN-Netz, das „ein, zwei Kilometer reicht“, so Kruijff. In Zukunft soll sich das WLAN-Netz vor Ort selbst aufbauen, was in einem weiteren Forschungsprojekt der Dortmunder Wehr ausgetüftelt wird.

Unterstützung erhält der bodengebundene Kollege auch aus der Luft von einem Mikrohelikopter, an dem ebenfalls Kameras und Sensoren angebracht sind. „In Zukunft sollen die Informationen des Helikopters und die des Roboters zusammen in ein System einfließen“, so Kruijff. So bekommen die Feuerwehrleute ein umfassendes Bild aus der Luft und von der Erde, um in kurzer Zeit ein umfassendes Lagebild zur Verfügung zu haben.