Feuer im Kino - Polizei nimmt Brandstifter fest

Nach dem Feuer in der Cinestar-Tiefgarage hat die Polizei am Donnerstag den Brandstifter festgenommen. Das Kino war am Samstag evakuiert worden. Bei seiner Vernehmung gab der Mann noch weitere Taten zu.

Dortmund.. Aktualisierung Donnerstag (18. Juni) 18.13 Uhr:

Jetzt hat Staatsanwalt Henner Kruse auf unsere Anfrage weitere Details zu dem Täter bekannt gegeben: "Wir kennen ihn schon länger, er zündet häufiger Mülltonnen an." Zuletzt sollte der 27-jährige Dortmunder wegen verschiedener Delikte wie Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung durch Feuer eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten absitzen. Weil er offenbar ein Drogenproblem hat, das in Verbindung mit den Taten steht, habe die Staatsanwaltschaft zugunsten einer Entwöhnungstherapie die Strafvollstreckung zurückgestellt. Im Klartext: "Therapie statt Strafe".

Doch vor wenigen Tagen hat der 27-Jährige die Therapie abgebrochen - dann gingen die Zündeleien wieder los. Der Dortmunder hätte laut Henner Kruse sowieso in Haft gemusst, um die restlichen Monate seiner Strafe abzusitzen. Deshalb gab es den offenen Vollstreckungsbefehl. Am Cinestar hatte eine Videokamera die Tat aufgezeichnet, der 27-Jährige war auf den Bildern auch zu erkennen. Bei seiner Vernehmung sprach er laut Staatsanwalt auch über sein Tatmotiv: "Es war Frust", sagt Henner Kruse.

Aktualisierung Donnerstag (18. Juni) 17.43 Uhr:

Der Mann, der das Feuer in der Cinestar-Tiefgarage gelegt hat, ist am Donnerstag festgenommen worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft vor wenigen Minuten in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Demnach hat der Brandstifter die Tat bei seiner Vernehmung zugegeben.

Zudem hat der Mann gestanden, sechs weitere Müllcontainer-Brände in der Innen- und Nordstadt gelegt zu haben. Nach unseren Informationen hat er den letzten Brand in der Nacht zu Mittwoch gelegt. Dabei steckte der Mann mehrere Container in einem Hinterhof an der Haydnstraße an. Die alarmierte Feuerwehr konnte eine Ausbreitung des Feuers verhindern und die Müllcontainer löschen, verletzt wurde niemand.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dortmund sitzt der Mann nun in der JVA Dortmund. Gegen ihn lag bereits ein offener Vollstreckungsbefehl vor. Weitere Hintergründe zum Motiv und Täter sind uns bislang nicht bekannt. Sobald wir weitere Infos haben, berichten wir an dieser Stelle weiter.

Aktualisierung Sonntag (14. Juni) 13.59 Uhr:

Die Polizei hat am Sonntagmittag eine Pressemitteilung zum Vorfall im Cinestar veröffentlicht. Demnach sei der Müllcontainer vorsätzlich in Brand gesetzt.

"Die starke Rauchentwicklung wurde im Ausfahrtbereich des Parkhauses im Bereich Königshof entdeckt. Die Feuerwehr konnte den in einem seperaten, aber nicht verschlossenen Raum abgestellten Container schnell löschen. Aufgrund der Rauchentwicklung mussten jedoch alle laufenden Vorführungen abgesagt und das gesamte Kino evakuiert werden. Der Sachschaden ist noch nicht bekannt, dürfte jedoch wegen der Geschäftsausfälle im Rahmen der Evakuierung nicht unerheblich sein", heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen, die verdächtige Menschen an der Tiefgarage beobachtet haben. Zeugen sollen sich unter (0231)/1327441 melden.

Erste Meldung Samstag (13. Juni) 22.49 Uhr:

Die Evakuierung ging ohne Probleme vonstatten, etwa 1000 Besucher aus 14 Kinosälen und zwei Restaurants versammelten sich auf dem Platz vor dem Cinestar. Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeuge rückten an. An einem Samstag ist das Kino fast immer gut besucht, an diesem Samstag erst recht, war doch am Donnerstag der neue Dinosaurier-Blockbuster "Jurassic World" in Deutschland gestartet.

Müllcontainer brannte

Der Grund für die Evakuierung: In der Tiefgarage hatte aus noch ungeklärter Ursache ein großer Müllcontainer angefangen zu brennen. Die Brandmeldeanlage löste Alarm aus. Aufgrund der enormen Rauchentwicklung ordnete die Feuerwehr die Evakuierung des Cinestars an. Es habe die Gefahr bestanden, dass giftige Rauchgase über die Klimaanlage ins Kino gepustet werden, erklärte Feuerwehr-Pressesprecher Ulf Hammerschmidt vor Ort unserem Reporter.

Kräftiges Durchlüften

Zu keinem Zeitpunkt waren Menschen ernsthaft in Gefahr. Das Management des Cinestar hatte während der Evakuierung noch darauf hingewiesen, dass man die Filmvorführungen nach dem Ende des Feuerwehreinsatzes - inklusive kräftigem Durchlüften des Gebäudes - vielleicht würde fortsetzen können. Das war jedoch nicht möglich.

Von den etwa 1000 Menschen waren gut eine Stunde nach der Evakuierung noch knapp 100 da. Laut ersten Informationen soll das Cinestar allen betroffenen Besuchern angeboten haben, den Kartenpreis für die ausgefallenen Vorstellungen zu erstatten oder sie den Film einfach gratis noch einmal anschauen zu lassen. Dazu solle man in den nächsten Tagen mit seiner Kinokarte zu einer der Kino-Kassen kommen.