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Landgericht

Fernreise gefährdet Mordprozess

04.09.2012 | 15:10 Uhr
Fernreise gefährdet Mordprozess
Der Angeklagte Dr. Martin B. (49) mit seinem Anwalt Michael Bonn aus Essen.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Im Prozess um den gewaltsamen Tod der bekannten Musikkritikerin Dr. Sonja Müller-Eisold droht ein Abbruch des Verfahrens – falls es nicht bis zum 16. November beendet wird. Einen Tag später tritt ein Schöffe eine schon länger gebuchte, mehrwöchige Fernreise an.

Hiobsbotschaft im Mordprozess um den gewaltsamen Tod der Musikkritikerin Dr. Sonja Müller-Eisold : „Wir überlegen, das Verfahren abzubrechen“, erklärte der Schwurgerichtsvorsitzende Wolfgang Meyer. Dass der Prozess eventuell ausgesetzt und später neu aufgerollt werden muss, ist eine Hiobsbotschaft, die auch für den Vorsitzenden Richter überraschend kam. Sie erreichte ihn in einer Prozesspause, in der weitere Verhandlungstage terminiert werden sollten.

Dabei eröffnete einer der Schöffen dem Gericht , dass er eine Fernreise gebucht habe, und zwar vom 17. November 2012 bis zum 3. Januar 2013. Dass die Reisepläne – allein ein Flug dauert 24 Stunden – mit seiner Tätigkeit als Laienrichter nicht zu vereinbaren waren, konnte der Schöffe bei seiner Auslosung nicht wissen: Bisher war das Verfahren bis Ende September terminiert. Laut Strafprozessordnung kann ein Verfahren bis zu einem Monat ruhen, wenn zuvor zehn Tage verhandelt wurde. Aber keine sieben Wochen...

Eine Situation, die für das Schwurgericht auch neu sei, so der Vorsitzende Richter: Bisher habe man es immer geschafft, die Frist einzuhalten. Man müsse jetzt versuchen, das Verfahren bis zum 16. November zu beenden.

Staatsanwaltschaft sieht Raubmord

Dem wegen Raubmordes angeklagten Unternehmensberater Dr. Martin B . wird vorgeworfen, die Musikkritikerin unserer Zeitung am 25. Oktober 2011 in ihrem Bungalow heimgesucht und um Geld gebeten zu haben. Als die 80-Jährige, die den Mann aus der Kulturszene kannte, ihm dies verwehrte, griff er sie laut Anklage höchstwahrscheinlich mit einer Armbrust an und stahl ihr die Scheckkarte. Nach der Attacke starb die 80-Jährige an Herzversagen.

Verteidigung will Aussetzung des Haftbefehls beantragen

Verteidiger Michael Bonn kündigte an, im Falle einer Aussetzung des Verfahrens auch eine Aussetzung des Haftbefehls zu beantragen.

Kathrin Melliwa



Kommentare
06.09.2012
13:30
Fernreise gefährdet Mordprozess
von Hagrid | #2

Der Berliner würde sagen:
Denn macht ma hinne!

Sollte man diesen Prozess denn bis zum Reisetermin wirklich nicht abschließen können?

05.09.2012
18:09
Fernreise gefährdet Mordprozess
von xxyz | #1

Ein wichtige Person hat Urlaub!

Das ist eine Situation, die durchaus vorkommt und auf die Verantwortliche vorbereitet sein sollten.

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