Femme Schmidt geheimnisvoll und glamourös
17.10.2012 | 16:37 Uhr 2012-10-17T16:37:00+0200
Dortmund Hört man nur ihren Namen, dann klingt der eher langweilig und altbacken: Schmidt, einfach nur Schmidt. Doch wenn man die 22-jährige Sängerin auf der Bühne sieht - und vor allen Dingen ihre laszive Stimme hört - dann gerät man unweigerlich ins Staunen und Schwärmen.
Hört man nur ihren Namen, dann klingt der eher langweilig und altbacken: Schmidt, einfach nur Schmidt. Doch wenn man die 22-jährige Sängerin auf der Bühne sieht - und vor allen Dingen ihre laszive Stimme hört - dann gerät man unweigerlich ins Staunen und Schwärmen.
Gerade erst ein paar Monate ist ihr Album „Femme Schmidt“ auf dem Markt. Doch am Dienstagabend im FZW hat man das Gefühl, die junge Sängerin, die zwischen den Metropolen Berlin und London hin und her pendelt, stehe schon seit Jahren auf der Bühne. Selbstbewusst hat sie das Publikum von Beginn an gefesselt. Auf der einen Seite verkörpert sie das unbeschwerte, fast kindlich wirkende Beatgirl der 60er Jahre mit ihren langen dunklen Haaren. Auf der andere Seite ist da die Femme Fatal mit der rauchigen Stimme, geheimnisvoll, mit einer Stimme, die unter die Haut geht. Samtig, mal säuselnd, und dann gleich fauchend.
Ihr „Shadowman“ vom Debütalbum haucht sie zum Start ihrer ganz klitzekleine Reise in die Schmidt-Welt förmlich ins Mikrofon - untermalt von warmem Saxophonsound. Nostalgisch ihr Retro-Jazz, ihr jazziger Pop zum Teil untermalt mit Cabareteinflüssen, den sie selbstbewusst Pop Noir nennt. Es ist eine eigene Musikmarke, die sie mit Guy Chambers entwickelte, der auch schon Robbie Williams produzierte. Doch ihre Musik ist alles andere als verstaubt. Sie ist frisch, passt in die Gegenwart. Charmant schräg ist „Sin City“ und fast schon witzig und humorvoll trägt ihre Hommage an die TV-Sendung „Die 2“ (Tony Curtis, Roger Moore) vor, die sie „Alan Delon“ nennt. Und dann wirkt sie nachdenklich, versunken bei „Under My Heart“, das sie nach dem Tod eines Freundes schrieb.
Zwischendurch streut sie mal eine Coverversion ein, das „I Try“ von Macy Gray ein, das sie in einer tollen, sehr langsamen Version singt. Und da gerät man schon ins Nachdenken... Ist das Cover oder das Original die bessere Version? Unentschieden. Und da sie allein mit dem Stoff eines Albums wohl nicht zufrieden ist, hat sie noch einen Song im Repertoire, der „frisch aus dem Tintenfass“ kommt: „Black Roses“, ein Song, der zum Träumen einlädt. Wie war noch mal der Name? Schmidt, einfach Femme Schmidt.
0mitdiskutieren