Fans feiern Erfolg im Kampf um faire Eintrittspreise
18.02.2011 | 11:44 Uhr 2011-02-18T11:44:00+0100
Hamburg/Dortmund. Erfolg für die Initiatoren der in Dortmund gegründeten Fan-Bewegung „Kein Zwanni für nen Steher“: Der Hamburger SV wird mit den Fan-Vertretern über die Eintrittspreise für Gästefans im HSV-Stadion verhandeln.
Die Fan-Initiative „Kein Zwanni“ hat sich den Kampf gegen hohe Ticket-Preise in der Fußball-Bundesliga auf die Fahnen geschrieben. Der Hamburger SV wird nun mit den Fan-Vertretern über die Preisgestaltung für Gäste-Tickets verhandeln.
Als bekannt wurde, dass die Preise der Gästekarten für das Spiel des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund wie von vielen Fans befürchtet über der 20-Euro-Marke liegen werden, überlegten sich die Initiatoren, wie sie vorgehen würden. Im September hatten die Organisatoren von „Kein Zwanni“ zum Boykott des Derbys beim FC Schalke aufgerufen , um gegen die hohen Preise für Steh- und Sitzplätze zu protestieren. Tatsächlich blieben damals weite Teile des Gästebereichs leer.
Das Problem mit dem HSV-Spiel: Die Partie gilt aufgrund von Stadt und Stadion seit jeher als attraktiv. Noch dazu reist der BVB als Meisterschaftsfavorit durch die Lande. Daher dürfte die Karten-Nachfrage einen Boykottaufruf verpuffen lassen. Stattdessen werden BVB- und HSV-Fans vor oder im Stadion gemeinsam gegen die Ticket-Preise demonstrieren.
Unterstützung erhalten sie dabei von ungewöhnlicher Seite: vom HSV selbst. Der Verein hat sich bereit erklärt, mit den Fans über die Preisgestaltung zu verhandeln. „Das hätte ich nicht erwartet“, freut sich „Kein Zwanni“-Sprecher Daniel Lörcher zu DerWesten. „Ich bin froh, dass wir als Gesprächspartner anerkannt werden und dass ein großer Verein wie der HSV sich bereit erklärt, über faire Preise zu diskutieren“, so der Dortmunder. Allerdings würde an den Preisen für das Spiel in dieser Saison nicht gerüttelt – das gebiete die Fairness, lautet die Argumentation des HSV, da auch die Anhänger von Werder Bremen, Bayern München und St. Pauli den hohen Ticketpreis bezahlen müssten. Das Spiel HSV - BVB wurde in die Kategorie A eingeordnet, eine Stehplatzkarte kostet somit 19 Euro plus 10 Prozent Vorverkaufsgebühr. Sitzplätze kosten bis zu 84 Euro plus Gebühren.
Ab der kommenden Saison sollen die Preise nun fairer gestaltet werden. „Uns ist wichtig, dass das im Konsens geschieht“, so „Kein Zwanni“-Sprecher Marc Quambusch im Gespräch mit DerWesten. Es gehe nicht darum, den HSV unter Druck zu setzen oder „um 50 Prozent seiner Einnahmen zu bringen“. Vielmehr sei es das Ziel der Aktion, Fußball als Stadionerlebnis weiterhin allen Einkommensgruppen offen zu halten. Im Sommer werden sich nun beide Seiten zusammen setzen und ein Preisschema erarbeiten.
10:48
Mich würde einmal interessieren, warum man in Dortmund - angesichts des Boykottaufrufs (den übrigens auf Schalke nur eine Minderheit befolgt hat) und den berechtigten Protesten gegen andere Vereine (jetzt HSV) - nie den eigenen Verein kritisiert.
Denn Fakt ist ja wohl (kein BVB-Fan das bisher bestritten), dass auch der BVB beim Abzocken der eigenen Fans ganz oben dabei ist. Festzustellen ist z.B.,
- dass ein Schalke Fan schon seit Jahren knapp 20 Euro für einen Gästestehplatz im Signal-Iduna-Park zahlt, während BVB-Fans bis vor dieser Saison zu einem Spottpreis Stehplatzkarten für das Spiel auf Schalke bekamen,
- dass der BVB den sicheren Erwerb eines Tickets für das (begehrte) Spiel gegen den FC Bayern (und sicher auch in der Rückrunde gegen Schalke!) an den Kauf (Bedingung) eines weiteren Tickets gegen das wenig attraktive Lautern gekoppelt hat (sog. Meisterpaket: meisterlich ist da nur die Abzocke der Bayern/Gästefans, die das Spiel gegen Lautern nicht die Bohne interessiert!),
- dass der BVB für die eigenen Sitzplatzkarten (konkret die, die nach Ablauf der o.g. Koppelungsaktion angeboten werden) bis zu 30% höhere Preise als Schalke in vergleichbaren Sitzplatzkategorien verlangt,
- dass der BVB - anders als Schalke - seine Fans und Kunden bei Kartenbestellungen (egal ob erfolgreich oder nicht) minutenlang hinhält in einer sehr teuren Tickethotline (zudem reiner Sprachcomputer: man bekommt gar keinen Mitarbeiter an den Hörer),
- dass der BVB bei sage und schreibe sechs Spielen (Schalke bei drei!) einen sog. Topzuschlag erhebt,
- dass der BVB (offizieller Vorverkauf Krause Rupprecht) sage und schreibe 7 Euro Gebühren (zusätzlich zum Kartenpreis und zusätzlich zu den Vorverkaufsgebühren) verlangt, auch wenn nur eine (Stehplatz-)Karte für ein Heim- oder Auswärtsspiel bestellt wird?
Auch der eigene Verein müsste also mal kritisiert werden, dann wäre das alles noch viel glaubwürdiger.
Denn die Ticketabzocke gibt es tatsächlich und ein ehrlicher Protest aller Fans, zunächst einmal glaubwürdig gegenüber dem eigenen Verein (wie die HSV-Fans jetzt oder ihn z.B. auch die Werderfans beim CL-Spiel oder auch die Schalker Fans bereits gegenüber den eignen Vereinsverantwortlichen und auf der Jahreshauptversammlung praktiziert haben) und danach gemeinsam und vereinsübergreifend wäre dringend von Nöten!
18:03
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:02
Just an diesem Spieltag könnte die Borussia die Deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach bringen?
Das Spiel ist am 29. Spieltag. Mit anderen Worten: Danach sind noch 15 Punkte zu vergeben.Wir müssten also in den restlichen 6 Spielen bis da hin das Polster um weitere 6 Punkte ausbauen? Mutige Prognose.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.