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Fan-Projekt und Jugendamt sagen Rassismus im Alltag den Kampf an

30.01.2009 | 21:35 Uhr

Immer öfter hört man von Fußballfans unerträgliche Gesänge mit rechtem Gedankengut. Aktuell ist das berüchtigte "U-Bahn-Lied", ein Schmäh-Gesang, in dem angedroht wird, gegnerische Fans ins Konzentrationslager Auschwitz zu schicken.

Stellten das neue Projekt vor: Oliver Gernhardt (re.) vom Jugendamt und Thilo Danielsmeyer vom Fan-Projekt. (Foto: Rottmann)

"Zu viele und vor allem die ganz jungen Fans halten diese Art von Liedern und Texten für harmlose Scherze", so Thilo Danielsmeyer vom Dortmunder Fan-Projekt. "Sie erkennen die tatsächlichen Zusammenhänge nicht". Es sei die Gefahr dieses leider schon alltäglichen Rassismus und Rechtsradikalismus, dem man entgegenwirken müsse, so Oliver Gernhardt vom Jugendamt. Durch das Projekt im Jubiläumsjahr des BVB "100 Jahre, 100 Klassen - Wir schauen hin" wolle man die Jugendlichen sensibilisieren. Das soll im BVB-Lernzentrum im Signal Iduna Park geschehen.

In einer Unterrichtseinheit soll es eine Bestandaufnahme aktuelle rechter und rassistischer Tendenzen im Fußballsport geben. Dort sollen die Schüler mit dem Schicksal des ehemaligen deutschen Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch konfrontiert werden. Er saß in einem der Züge nach Ausschwitz, wurde in dem Konzentrationslager 1944 ermordet. Am Montag, 9. Februar, um 14 Uhr, findet im BVB-Lernzentrum (Signal Iduna Park) eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Lehrer und Schulvertreter statt. Informationen und Anmeldung für Klassen nimmt das Fan-Projekt unter Tel: 7 21 42 92 entgegen.

Der Deutsche Fußballbund und die Deutsche Fußball-Liga haben durch verschiedene Aktionen Beispiele gegen Rechts gegeben, u.a. mit "Zeig dem Rassismus die Rote Karte". Am Samstag erinnert man in den Stadien bundesweit an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Allerdings, so Thilo Danielsmeyer, "fehlt es im Fußball an Konzepten, die an die Ursachen von Rassismus und Gewalt ansetzen". Das wolle man mit den neuen Projekt in Angriff nehmen. Noch vor dem Start habe man Anfragen aus anderen Bundesliga-Städten, die ähnlich wie schon das BVB-Lernzentrum auch das neue Projekt in ihren Städten installieren wollen - nach dem Vorbild in der Westfalenmetropole.

Das Fan-Projekt Dortmund hatte in den 90er Jahren u.a. die Kampagne "Kick Racism out" mit BVB-Spielern ins Leben gerufen.

Von Andreas Winkelsträter

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Kommentare
31.01.2009
09:38
Blockierter Kommentar.
von Matthias Wächter | #1

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