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Falsche Polizistin muss ins Gefängnis

21.08.2012 | 10:30 Uhr
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Falsche Polizistin muss ins Gefängnis
Das Amtsgericht schickt die vierfache Mutter für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Dortmund.   Wegen Amtsanmaßung und bandenmäßigen Diebstahls schickte das Amtsgericht eine vierfache Mutter für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Die Frau hatte sich gegenüber Senioren als Polizistin ausgegeben und sich so den Zutritt in deren Wohnung verschafft. Dann ließ sie Geld und Schmuck mitgehen.

Einige kamen mit ihrem Rollator, andere schwangen energisch ihren Gehstock. Sie kamen allein oder in Begleitung ihrer erwachsenen Kinder. Ungeachtet der tropischen Temperaturen betraten gestern fast zehn Senioren den Saal 1.101 des Amtsgericht. Und sie alle waren empört – über die falsche Polizistin, die ihnen Geld und Schmuck gestohlen hatte .

Zum Glück mussten die alten Herrschaften dann doch nicht in den Zeugenstand: Die attraktive 39-Jährige legte an der Seite ihres Verteidigers Axel von Irmer am zweiten Prozesstag ein Geständnis ab. Das Urteil des Schöffengerichtes wird den Senioren gefallen haben: Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Amtsanmaßung muss die vierfache Mutter jetzt zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Einen Teil der Strafe kann sie dazu nutzen, in der Therapie von ihrer Drogensucht loszukommen. Der Ehemann wird indes anderweitig verfolgt.

Die Opfer wurden zuvor gezielt ausgespäht

Über ein Jahr lang, von Mitte März 2011 bis zur Festnahme im Februar 2012, hatte sich die Angeklagte mit der gleichen miesen Masche Zutritt in die Wohnungen verschafft. Nachdem sie mit ihrem Mann vorher sorgfältig ausgespäht hatte, wer in dem Haus wohnte, fing man die Senioren entweder im Hausflur ab oder schellte an der Wohnungstür.

Unter dem Vorwand, es habe einen Einbruch gegeben und man müsse in der Wohnung nach dem Rechten sehen, ließ man sich Wertgegenstände und Schmuck zeigen. Neun Mal waren die beiden erfolgreich, zweimal wurde ihnen die Tour vermasselt: So machte eine 90-Jährige in der Straße Rosental die Tür erst gar nicht auf und rief sofort die Polizei, in der Schillerstraße wollte ein 81-Jähriger zum Telefon greifen, als ihm das Duo den Apparat aus der Hand riss und flüchtete.

Miese Tat erschüttert Vertrauen in die Polizei

Sowohl Amtsrichterin Friederike Möller als auch Staatsanwältin Carmen Söllner rügten die „miesen Taten“, die das Vertrauen der Senioren in die Polizei erheblich erschüttert hätten. Denn sollte in Zukunft ein echter Polizist vor ihrer Tür stehen, wird der Beamte es schwer haben.

Kathrin Melliwa

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