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Patienten-Beschwerden

Dortmunder Facharzt lehnte Behandlung von Dortmunder (90) ab

24.02.2016 | 09:28 Uhr
Dortmunder Facharzt lehnte Behandlung von Dortmunder (90) ab
106 Beschwerden landeten im Jahr 2015 bei der Dortmunder Ärztekammer.Foto: Patrick Pleul

Dortmund.  Weil er fast 90 Jahre alt war, wurde ein Patient von einem Dortmunder Facharzt abgewiesen - eine von 106 Beschwerden an die Ärztekammer.

Ein Dortmunder Facharzt verweigerte einem Senior die Behandlung - aus Altersgründen. Ziemlich schroff wurde der fast 90-jährige Herr abgebügelt. Der Mediziner ließ ihn mit den folgenden Worten abblitzen: "Sie werden 90, da tut man sowieso nichts mehr." Der Mann hatte eine Überweisung von seinem Hausarzt dabei, wurde aber dennoch nicht untersucht. Es fand keine Erhebung seiner Laborwerte statt und es gab keinen Bericht an den Hausarzt.

Der Fall landete bei Dr. Bärbel Wiedermann, die seit knapp einem Jahr Bezirksvorsitzende der Ärztekammer Westfalen-Lippe ist. "Es hätte eine Untersuchung stattfinden müssen", stellte sie fest.

Trotz Dringlichkeit nicht behandelt

Eine "gelbe Karte" der Kammer erhielt auch ein anderer Spezialist, in dessen Vorzimmer ein Patient trotz Überweisung ebenfalls abblitzte. Dies, obwohl auf seiner Überweisung sogar eine Dringlichkeit vermerkt worden war. Man müsse erst mit seinem Hausarzt sprechen, hörte der Patient. Vorher gebe es keine Behandlung, so die Arzthelferinnen. Der Mann wandte sich an seine Krankenversicherung, und die schaltete die Ärztekammer ein. Das Ergebnis laut Dr. Wiedermann: "Der Arzt hat seine Praxisorganisation komplett umgestellt und die Abläufe werden jetzt auch kontrolliert."

Gesundheit
Die Nummer für genervte Patienten

Ab Montag können gesetzlich Versicherte, die dringend zum Facharzt müssen, bei den zentralen Terminvergaben in Düsseldorf und Dortmund anrufen.

Immer wieder muss die Bezirksvorsitzende auch eingreifen, wenn Ärzte ihren Patienten Unterlagen verweigern oder Krankenhäuser diese nicht rausrücken. Aber auch Patienten werden von Dr. Bärbel Wiedermann gestoppt, wenn sie gleich klagen wollen: "Ein Arzt muss Patienten nur über die häufigsten Risiken aufklären, nicht über alle", sagt sie.

Die meisten Beschwerden betreffen Internisten

106 Beschwerden liefen im Jahr 2015 insgesamt im Verwaltungsbezirk Dortmund der Ärztekammer Westfalen-Lippe auf. 2014 waren es nur 75. Die meisten Beschwerden betrafen Internisten (darunter auch hausärztliche Internisten), gefolgt von Allgemeinmedizinern und Orthopäden. Zum Verwaltungsbezirk gehören noch Hamm und der Kreis Unna. Mit 6040 Mitgliedern hat der Bezirk nach Münster die größte Arztdichte innerhalb der Kammer.

Und hier gibt's Hilfe für Patienten, die sich über Behandlungsfehler oder Nicht-Behandlungen beschweren möchten: Der Verwaltungsbezirk Dortmund der Ärztekammer hat die Rufnummer (0231) 94 32 32 99. Eine Gutachterkommission in Münster ist unter der Service-Nummer (0251) 929 91 00 erreichbar.

Ulrike Böhm-Heffels

Kommentare
26.02.2016
08:58
Dortmunder Facharzt lehnte Behandlung von Dortmunder (90) ab
von Weidemacher | #20

Als mein Vater 77 Jahre alt wurde und über erhebliche gesundheitliche Problem klagte hatte ich irgendwie den Verdacht das die Ärzte viel zu wenig tun,...
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Dortmunder Facharzt lehnte Behandlung von Dortmunder (90) ab
Dortmunder Facharzt lehnte Behandlung von Dortmunder (90) ab
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/facharzt-lehnte-behandlung-von-dortmunder-90-ab-id11594076.html
2016-02-24 09:28
Dortmund