Facebook-Seite von BVB-Spieler Jojic für Betrug genutzt

Über die Facebook-Seite von BVB-Spieler Milos Jojic erhält eine Dortmunderin ein tolles Angebot: Vier Karten fürs DFB-Pokal-Finale in Berlin. Sie kauft die Tickets, überweist 400 Euro - und stellt fest, dass sie betrogen wurde. Wer dahinter steckt, ist unklar.

Dortmund.. "Milos Jojic hat selbstverständlich nichts damit zu tun", teilte der BVB auf Anfrage mit. Eine Woche ist es her, dass eine 26-jährige Dortmunderin ein vermeintlich tolles Angebot erhält. Die junge Frau sitzt am Samstagmorgen (16. Mai) vor dem Computer, als sie bei Facebook auf einen Link aufmerksam wird, der auf der Seite von BVB-Spieler Milos Jojic erscheint.

400 Euro überwiesen - und betrogen worden

Die Dortmunderin, die ihren Namen nicht in diesem Artikel lesen möchte, weil ihr "die Sache unangenehm ist", bekundet Interesse und ordert vier Karten 100 Euro für das Spiel des BVB gegen Wolfsburg. Über den Online-Bezahldienst Paypal überweist sie 400 Euro an eine ihr angegebene E-Mail-Adresse.

Als sie am Montag darauf Milos Jojic erneut anschreiben und nach dem Verbleib der Karten fragen will, existiert dessen Facebook-Seite nicht mehr. Der jungen Frau dämmert, dass sie wohl einem Betrug aufgesessen ist.

Handelte es sich nicht um Jojics Seite, sondern um die eines Betrügers, der nur vorgab, Jojic zu sein? Die Dortmunderin ist sich sicher, dass die Seite, auf der die Tickets angeboten wurden, mit dem typischen blauen Häkchen gekennzeichnet war, mit dem Facebook verifizierte, dass es sich tatsächlich um die Seite des echten Milos Jojic handelte.

BVB bestätigt Missbrauch des Facebook-Accounts

Und auch der BVB bestätigte: Milos Jojics "privater Facebook-Account, betrieben durch Menschen aus seinem erweiterten Umfeld, ist leider missbraucht worden."

Und weiter: "Milos Jojic hat selbstverständlich nichts damit zu tun." Als der Spieler und der BVB von der Sache erfuhren, sei die Seite "umgehend gesperrt" worden. Jojic und der BVB seien "sehr verärgert".

Ob die Leute aus dem "erweiterten Umfeld" des Spielers Schindluder mit der Seite getrieben haben, oder ob diese von Dritten gekapert wurde - darauf geht der BVB nicht ein. Mit letzterer Variante - einem gehackten Facebook-Account - hatte beispielsweise einmal HSV-Torhüter Ren Adler zu tun. Auch über seine Seite wurden damals Tickets zum Kauf angeboten.

Vom BVB hieß es zum aktuellen Fall noch: "Wir versuchen zurzeit intensiv, den Betreiber ausfindig zu machen und den Sachverhalt aufzuklären." Facebook äußerte sich auf Anfrage nicht zum Missbrauch der Jojic-Seite: Man gebe "personenbezogene Informationen zu einzelnen Profilen und Seiten grundsätzlich nicht heraus".

Wurden weitere Fans mit Karten-Offerte betrogen?

Die 26-jährige Dortmunderin schildert, dass sie den BVB informiert habe. "Sie sind nicht die Erste, die wegen der Sache anruft", habe eine Mitarbeiterin ihr gesagt. Auf Nachfrage schweigt der Verein dazu, ob weitere Fans über Jojics Seite mit einer Karten-Offerte betrogen wurden.

Davon habe auch die Polizei Dortmund noch keine Kenntnis, sagte am Freitagnachmittag eine Sprecherin. Sie bestätigte allerdings die Anzeige wegen Betrugs, die die junge Dortmunderin am Mittwoch (20. Mai) aufgegeben hat.

Die 26-Jährige hat über ihre Bank inzwischen die 400 Euro zurückgefordert. Ob Paypal sie nun anmahnt, die Summe wieder einzuzahlen, bleibt abzuwarten.

"Ein bekanntes Phänomen"

Der Sprecherin der Dortmunder Polizei zufolge sei es "vor herausragenden Spielen ein bekanntes Phänomen", dass im Internet Fußball-Tickets angeboten werden, die es gar nicht gebe.

Dem BVB standen 21.400 Karten für das DFB-Pokal-Finale in Berlin zur Verfügung. Diese wurden per Verlosung an die Fans verkauft.