Explosionsgefahr: Bomben entschärft
14.12.2007 | 21:25 Uhr 2007-12-14T21:25:35+0100Die Gefahr lauerte über 60 Jahre etwa drei Meter tief im Erdreich. ...
... Ein Hieb mit der Baggerschaufel hätte genügt, und die zwei 250-Kilo-Bomben aus dem zweiten Weltkrieg hätten auf der Baustelle im Innenhof der Volkswohlbund Versicherungen für ein Inferno gesorgt. Deshalb entschärfte Feuerwerker Horst Firzlaff gestern Morgen die beiden Blindgänger. "Die Zünder waren noch intakt", sagte Horst Firzlaff vom Kampfmittelräumdienst Westfalen/Lippe. Umso vorsichtiger musste er bei der Entschärfung arbeiten. Bevor er jedoch beginnen konnte, mussten die umliegenden Gebäude in einem Radius von 250 Metern evakuiert werden.
"Die Splitter wären 1000 Meter geflogen"
Für die anwesenden der rund 730 Anwohner aus dem Bereich Hohe Straße, Südwall, Elisabeth- und Gutenbergstraße sowie Chemnitzer-, Haken- und Splintstraße begann der Morgen mit einem Besuch vom Ordnungsamt. 70 Mitarbeiter gingen ab 9 Uhr von Haus zu Haus, um die Gebäude zu evakuieren. Drei Bewohner mussten per Krankenwagen in die Betreuungsstelle in der Aula des Stadtgymnasiums gebracht werden. Mitarbeiter der Johanniter versorgten hier 47 Menschen mit Getränken. Anschließend sperrte die Polizei um 10.40 Uhr die Straßen für den Verkehr. Dann begann Horst Firzlaff mit der Entschärfung.
Auf 2,40 und 2,70 Metern Tiefe im lehmigen Boden des Innenhofes des Versicherungskomplexes lagen die Blindgänger. "Der Lehm hat sie über die Jahre hinweg isoliert, so dass die Zünder kaum beschädigt waren", sagte Horst Firzlaff. Federn und Schlagbolzen sahen aus wie neu. "Das ist sehr selten. Eine falsche Berührung mit einem Werkzeug oder der Baggerschaufel hätte genügt, und die Splitter wären 1000 Meter weit geflogen - und ich mit."
Nachdem die Bomben auf Luftaufnahmen entdeckt worden waren und eine Metallsonde den Fund bestätigte, musste der Kampfmittelräumdienst mit einem Bagger die obersten Erdschichten abtragen. Den letzten halben Meter gruben sich Firzlaff und seine Kollegen mit einem Spaten zu den 250-Kilo-Biestern vor. Trotz aller Gefahr hatte der "Bombenflüsterer" seine Arbeit innerhalb von 23 Minuten erledigt. "Ich hoffe, ich habe Dortmund nicht all zu lange aufgehalten." Hat er nicht. Um 11.12 Uhr floss der Verkehr wieder und die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.
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