Ex-Stadtangestellte muss 225.000 Euro Schadensersatz zahlen

"Ich habe nie auch nur einen Cent weggenommen", sagte die Angeklage am Donnerstag vor Gericht.
"Ich habe nie auch nur einen Cent weggenommen", sagte die Angeklage am Donnerstag vor Gericht.
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Was wir bereits wissen
Nach dem Untreue-Skandal in einer Dortmunder Bezirksverwaltungsstelle bleibt die Stadt laut Arbeitsgericht auf einem großen Teil des Schadens sitzen.

Dortmund.. Nach dem Untreue-Skandal in der Bezirksverwaltungsstelle Hombruch soll die Stadt nur einen Teil des Schadens ersetzt bekommen. Das Arbeitsgericht verurteilte die Ex-Angestellte am Donnerstag zur Zahlung von exakt 225.504,78 Euro Schadensersatz. Den Rest von weiteren über 400.000 Euro erklärten die Richter für verjährt.

Dass die frühere Leiterin der Barkasse der Bezirksverwaltungsstelle dieses Urteil akzeptieren wird, gilt als ausgeschlossen. Zum Kammertermin war die Frau am Donnerstag erstmals selbst im Gericht erschienen, um für ihren guten Ruf zu kämpfen.

"Ich habe nie auch nur einen Cent weggenommen", sagte die sichtlich angeschlagene Frau. "Das Ganze ist wie ein Albtraum für mich. Ich wünsche mir, dass ich irgendwann daraus erwache."

"Jeder hat dem Anderen vertraut"

Für die Frau steht fest, dass einer oder mehrere ihrer Kollegen im Laufe der vergangenen Jahre nach und nach das Bargeld veruntreut haben müssen. Sich selbst könne sie nur vorwerfen, nicht genauer hingeschaut zu haben. "Aber wir waren wie eine große Familie. Jeder hat dem Anderen vertraut."

Untreue Nach Ansicht der Richter spricht jedoch alles dafür, dass nur die Verdächtige als Täterin infrage kommt. Nur sie habe an allen Tagen, an denen Geld weggekommen sei, Dienst gehabt. Außerdem seien auf ihrem privaten Bankkonto einige Auffälligkeiten entdeckt worden.

Hinsichtlich des Strafverfahrens gibt es indes keinen neuen Stand. Die von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage liegt bei der 44. Strafkammer des Landgerichts. Dort muss nun über die Zulassung entschieden werden.