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Ex-Friseurin aus Dortmund im Online-Branchenbuch-Netz gefangen

30.06.2012 | 15:00 Uhr
Ex-Friseurin aus Dortmund im Online-Branchenbuch-Netz gefangen
Foto: Nigel Treblin

Dortmund.   Wer drin ist, ist drin im weltweiten Netz, manchmal aus Versehen. Das kann kosten, wie eine 65-Jährige aus Dortmund am eigenen Leib erfahren hat. Obwohl sie schon lange nicht mehr arbeitet, wird sie in Online-Branchenbüchern weiter als Friseurin geführt. Dort zu verschwinden, ist extrem schwer.

Sie wollen auf sich aufmerksam machen? Kein Problem: Das www, das weltweite Netz, streut Nachrichten schier überall hin. Leider fällt dabei manchmal die Möglichkeit der Kontrolle durch die Maschen. Das kann kosten, wie jetzt im Fall einer Dortmunderin.

Sie ist im Rentenalter, 65 Jahre, arbeitet aber schon lange nicht mehr. Arthrose in den Händen, unter anderem. Schon vor gut elf Jahren hatte die Friseurmeisterin deshalb Schere und Kamm aus den Händen gelegt.

Vom Papier ins Digitale

Dass sie aktuell vor Gericht um Unterhalt streitet, steht auf einem anderen Blatt. Vermeintlich. Denn dort geht man schlicht davon aus, dass die 65-Jährige weiter in ihrem Beruf Geld verdient. Schließlich: Sie steht als Friseurin in den gängigen Branchenbüchern im Netz.

„Hier sogar mit Öffnungszeiten – am heiligen Montag“, hat sie sich einige Seiten ausdrucken lassen. „Ich kann das Internet nämlich selber gar nicht bedienen. Und kann nicht mal SMS schreiben“. Das Branchenbuch, MisterWhat, Coiffeur-24, nochoffen und und und listen die Dame unterm Such- und Firmeneintrag „Friseur“. Sie zuckt hilflos mit den Schultern. „Ich weiß nicht mal, seit wann ich da stehe“.

Wer drin ist, ist drin

Dass da jemand böswillig ihre Daten ins Netz gestreut hat? Vermutlich ist es sogar eher die eigene Nachlässigkeit gewesen, die sie auf diesen medialen Präsentierteller gesetzt hat. Jeder schließlich, der – wann auch immer – einmal der Veröffentlichung seiner Telefonnummer und Daten zugestimmt hat, ist selbst für deren Löschung verantwortlich. „Ich habe mich nie abgemeldet...“ sinniert die Dortmunderin. Damals, aus dem Branchenbuch aus Papier. Und das, sagt Telekom -Sprecher Hoffmann, könne schon der Schlüssel sein. Denn natürlich seien die gedruckten Daten irgendwann ins digitale Adressbuch übernommen worden. Da sind sie öffentlich. Für jeden zugänglich. Auch kopierbar.

Was der 65-Jährigen jetzt bevor steht? Ein mühseliges digitales Streichorchester. Denn so einfach es auch ist, die Daten zu streuen, so schwierig ist es, sie zurückzurufen. Wer drin ist, ist drin.

Anja Schröder

Kommentare
02.07.2012
13:23
Ex-Friseurin aus Dortmund im Online-Branchenbuch-Netz gefangen
von baldinsoelde | #3

Den Ärger und das Unverständnis kann ich gut verstehen.

Ich habe vor 8 Jahren meine kleine Versicherungsagentur geschlossen und stehe auch noch heute...
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2012-06-30 15:00
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