Ex-Envio-Betriebsleiter auf der Anklagebank
17.04.2020 | 10:00 Uhr 2020-04-17T10:00:00+0200
Dortmund.Prozess im Amtsgericht um die Skandalfirma Envio. Doch ging es am Montag im Schöffengericht mitnichten um PCB-Verseuchung und die daraus folgende Schließung des Unternehmens: „Es handelt sich hier nicht um ein Umweltverfahren“, betonte Staatsanwalt Franz Becker gleich mehrmals. Vielmehr um ein Vermögensdelikt aus dem Jahr 2008: Der damalige Betriebsleiter soll sich satte 340 000 Euro in die eigene Tasche gesteckt haben.
Doch der gebürtige Holländer, der laut Anklage von Juni bis Juli 2008 auf eigene Faust Kupfer an einen Schrotthändler verkaufte, wies alle Schuld von sich. „Das waren normale Geschäfte, die über Herrn Neupert liefen.“ Aus heutiger Sicht sei für ihn klar: „Das Zeug sollte wegen anstehender Kontrollen möglichst schnell aus dem Zeltlager verschwinden.“ Brisanterweise handelte es sich dabei um Materialien aus jenem Lagerplatz, an dem später die höchsten PCB-Verseuchungen festgestellt wurden. Doch dies sei ihm damals nicht klar gewesen.
Envio-Geschäftsführer Dr. Dirk Neupert verfolgte den Prozess an der Seite seiner Rechtsanwältin Elke Werner. Er hatte damals Strafanzeige gegen den Betriebsleiter erstattet und trat jetzt als Zeuge und auch als „Adhäsionskläger“ auf: Als Geschäftsführer will er den Schaden, den das Unternehmen laut Staatsanwaltschaft erlitt, zurückerstattet bekommen. Gegen jenen Schrotthändler, mit dem der Angeklagte angeblich die krummen Geschäfte machte, läuft ein gesondertes Betrugsverfahren. Gestern erklärte er als Zeuge: „Dass das Zeug verseucht war, habe ich erst im Nachhinein erfahren.“
Den Stein ins Rollen brachte 2008 eine kaufmännische Angestellte, der ein offener, grüner Lkw auffiel: „Immer, wenn dieser Wagen kam, wurden Sachen aus dem Werk gefahren, von denen ich keine Rechnung bekam.“ Mit Interesse hörte Amtsrichter Dr. Reiner Kollenberg, dass der Betriebsleiter bereits von einem früheren Arbeitgeber wegen Untreue gefeuert worden war. Der Prozess geht Ende Oktober weiter.
22:00
Vielleicht wäre es an der Zeit, die Doktorarbeit von Herrn Dr. Neupert zu "Guttenbergen"?
01:03
#4
Genau, Dr. Neupert war froh und glücklich das dem Unternehmen Kupfer für 340.000 € geklaut wurde. So brauchte nichts gereinigt zu werden und er brauchte sich nicht um den Verkauf des Materials und das Verdienen von Geld zu kümmern. Die Erwirtschaftung von Gewinnen wird eh viel zu sehr überbewertet.
Ach und die Niederlassung der BR die auf dem Gelände von Envio nur dafür da ist jedes einzelne Metallstück welches das Gelände verlässt zu überprüfen wurde sicherlich durch Kaffe alleine nicht abgelenkt. Da muss auch Kuchen mit im Spiel gewesen sein.
Herr lass ...
19:10
Eine weitere erfreuliche Meldung für alle Envio-Fans:
Der Geschäftsführer der PCB Firma Envio Dirk Neupert steht im Verdacht Steuern hinterzogen zu haben.
http://www.radio912.de/index.php?page=nachrichten_lokal
09:15
Herr Neupert kann kein böser Mann sein, so sehr, wie er sich für Kultur einsetzt:
http://www.youtube.com/watch?v=YHYrDRmgbIM&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=12wiFGYGFBo&feature=related
Ja, ich weiß, die Links tun nichts zur Sache, aber sie sorgen für einen runden Gesamteindruck
23:03
@ #4
Es handelt sich nicht um Stahl, sondern um Kupfer, welches dort unter der Hand verscheuert worden sein soll. Das ist kein Envio-spezifisches Problem, sondern eins der Schrott-/Recyclingbranche allgemein.
Und wie Arnsberg am Hafen alle Kupferspulen und Bleche hätte prüfen können, müssten Sie vielleicht mal erläutern.
Immer wieder wird in der Diskussion um Envio vergessen, dass das ganze Qualifizierungs- und Zertifizierungsprinzip für Gefahrstoff-Entsorgung auf Vertrauen und eben nur sehr gering auf Kontrolle basiert. Das ist leider von Politik und Industrie seit Jahrzehnten so gewollt und wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
18:24
Wusste Neupert wirklich nicht das das Metall verseucht war?
Oder war er vielmehr froh da Zeug ohne Quittung durch seinen damaligen Betriebsleiter loszuwerden?
Durch das ganze Verfahren könnte Neupert ja auch nur den Eindruck erwecken wollen das er ja so Ahnungslos war.
Nachträglich würde ich Neupert die Entsorgung des verseuchten Stahls in Rechnung stellen.
Gab es vielleicht eine geheime Absprache zwischen Neupert und dem Betriebsleiter?
Dieser Gaunerbande....eh, diesen Kriminellen kann man gar nichts glauben.
Hat die BR die Stahlteile nicht geprüft?
Ach ne waren ja nur zum Kaffee da.
15:28
Wann kommt der Schwerstverbrecher Dirk Neupert auf die Anklagebank???
13:36
@ #1
Ein Schöffengericht beim Amtsgericht wird dann tätig, wenn aufgrund des Klage-Delikts eine Freiheitsstrafe von *mehr* als zwei Jahren bis zu vier Jahren zu erwarten ist.
12:46
So was wird am Amtsgericht durchgeführt? Bei den Summen!
Wie hoch darf das Amtsgericht denn (Haft)Strafen aussprechen?