Ex-BVB-Präsident Niebaum verliert endgültig Anwaltszulassung

Dr. Gerd Niebaum, langjähriger Präsident und Vorstandsvorsitzender von Borussia Dortmund, hat seine Zulassung als Rechtsanwalt endgültig verloren..
Dr. Gerd Niebaum, langjähriger Präsident und Vorstandsvorsitzender von Borussia Dortmund, hat seine Zulassung als Rechtsanwalt endgültig verloren..
Foto: ddp images/dapd/Volker Hartmann
Gerd Niebaum, ehemaliger Präsident und Geschäftsführer von Borussia Dortmund, hat endgültig seine Zulassung als Rechtsanwalt verloren.

Dortmund/Karlsruhe.. Der ehemalige Präsident und Geschäftsführer von Borussia Dortmund Dr. Gerd Niebaum hat seine Zulassung als Rechtsanwalt endgültig verloren. „Der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des 1. Senats des Anwaltsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen vom 27. Mai 2011 wird abgelehnt“, heißt es in dem schriftlichen Beschluss, den der Bundesgerichtshof (BGH) bereits am 6. Februar gefällt, aber erst am Dienstag, 13. März, veröffentlicht hat.

Seit 1977 war Niebaum als Anwalt zugelassen. Am 14. Februar 2011 hatte die Rechtsanwaltskammer in Hamm die Zulassung wegen eines Vermögensverfalls aberkannt. Niebaum hatte bestritten, dass bei ihm ein solcher Tatbestand vorläge. Ein Vermögensverfall ist dann gegeben, wenn ein Rechtsanwalt sich in einer prekären finanziellen Situation befindet und sich diese auch auf absehbare Zeit nicht beheben lassen wird.

Berufung abgelehnt

Der Anwaltsgerichtshof in Hamm hatte im Mai 2011 die Aberkennung der Zulassung bestätigt. Darauf klagte Niebaum vor dem BGH, um Berufung gegen das Urteil einlegen zu können. Doch auch in Karlsruhe blieb der ehemalige BVB-Präsident ohne Erfolg. Der Antrag Niebaums sei „statthaft“, bleibe aber ohne Erfolg, weil keine ernstlichen „Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils“ bestünden, so die Begründung des BGH.

Niebaum hatte beklagt, dass bei der Feststellung des Vermögensverfalls eine Gebührenvereinbarung mit einem spanischen Investor nicht berücksichtigt worden sei. Der BGH widerspricht. „Trotz der behaupteten Einnahmen“ sei es „vielfach zu Zwangsvollstreckungsmaßnahmen“ gegen Niebaum gekommen. Auch einer Anklage wegen Untreue sah sich der Niebaum gegenüber.

Schon 2006 Zwangsvollstreckungen

Bereits im Jahr 2006 hatte es Zwangsvollstreckungen bei Niebaum gegeben. Schon damals hatte der Anwalt Schulden in Millionenhöhe. Als Präsident und später Vorstandsvorsitzender von Borussia Dortmund feierte Niebaum zahlreiche Erfolge. In seine Amtszeit fielen der DFB-Pokalsieg 1989, die Meisterschaften 1995, 1996 und 2002 sowie der Gewinn der Champions League und des Weltpokals im Jahr 1997. Im Jahr 2003 begann mit dem Verpassen der direkten Qualifikation für die Champions League der finanzielle Niedergang der Borussia. Als der BVB dann in der Qualifikation gegen den FC Brügge scheiterte, wurde das Ausmaß der finanziellen Situation bei den Borussen offenbar.