Ex-BVB-Chef Niebaum lebt von Ersparnissen seiner Familie

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Was wir bereits wissen
Am Freitag wollte Ex-BVB-Präsident Gerd Niebaum eine eigene Aussage zu den Vorwürfen gegen ihn machen. Doch die Verhandlung verlief anders.

Dortmund.. Im Prozess um den ehemaligen BVB-Präsidenten Gerd Niebaum lief am Freitag der zweite Verhandlungstag. Ursprünglich hieß es, Niebaum wolle sich zu den gegen ihn erhobenen Betrugsvorwürfen umfassend äußern. Seine Anwälte kündigten auch zu Beginn des zweiten Termins ein Geständnis ihres Mandanten an. Doch der beschränkte sich auf Angaben zu seiner persönlichen Situation - mehr soll am Freitag, 23. Januar, folgen.

Grundsätzlich haben die beiden Verteidiger Götz Reuker und Dr. Gennaro Festa bereits angekündigt, dass Gerd Niebaum die "Mehrzahl der ihm gemachten Vorwürfe geständig einräumen" und Fragen der Richter beantworten wird. Die Richter halten in diesem Fall eine Bewährungsstrafe für möglich. Sie stellten aber klar: "Eine verbindliche Zusage ist das nicht."

Verteidiger wollen Erklärung ans Gericht schicken

Die Verteidiger von Gerd Niebaum wollen eine Erklärung zu den ersten beiden Anklagepunkten schnellstmöglich ans Gericht schicken. Wegen "privater Probleme" war es ihnen nicht möglich, diese schon vor dem zweiten Verhandlungstag zu erstellen.

Justiz Am Freitag äußerte sich NIebaum lediglich zu seiner Situation. "Ich habe das Notar-Amt stehts ordnungsgemäß ausgeübt", sagte der ehemalige Präsident von Borussia Dortmund. 2001 habe er das Amt aufgegeben, weil die Kammer Probleme mit seinem Posten beim BVB hatte. Momentan lebe er von Ersparnissen seiner Familie: "Ich habe keine Einkünfte mehr", so Niebaum.

Kreditbetrug, Untreue und Urkundenfälschung

Die Staatsanwaltschaft wirft Gerd Niebaum Kreditbetrug, Untreue und Urkundenfälschung vor. Als Testamentvollstrecker soll sich Niebaum ein Darlehen in Höhe von 450.000 Euro zu UNrecht selbst ausgezahlt haben. Im Jahr 2004 soll Niebaum 16 Millionen Euro Schulden angehäuft haben. Nun wird ihm vorgeworfen, mit falschen Angaben über seine Verbindlichkeiten weitere Kredite bekommen zu haben. Im Jahr 2008 soll er die Unterschrift seines Schwagers gefälscht haben, um eine Fristverlängerung zur Rückzahlung eines Darlehns zu erhalten.