Es muss große Konzerte geben - und die kleinen
03.06.2007 | 15:26 Uhr 2007-06-03T15:26:04+0200. . . und irgendwann lässt man halt wieder Eintrittskarten drucken: Gut 30 Jahre nach den Hochzeiten der Dortmunder Folkrockszene, belebte sich am Freitagabend der Veranstaltungssaal im Keuning-Haus mit 140 Leuten, um Gutes von gestern zu hören: "Timeless
Das Trio um Helga Rüzgar (Gesang), Lothar Kraft (Gitarre, Mandoline, Gesang) und Alex Claus (Gitarre, Gesang) hatte sich noch um Rudi Mika (Gitarre, Geige, Gesang) verstärkt - herausgekommen sind zwei Stunden Musik, die den Zuhörern ein Zeitfenster in die Musikhistorie öffneten.
Mitglieder der Ex-Folkrock-Formationen Manderley, Fliegende-Onkel-Band, Störenfried, die sich nach langer Zeit wieder mal dem Spaß der frühen Jahre zuwandten - und die damit vollen Erfolg hatten. Gutes von gestern - das waren 30 Songs von James Taylor, Eagles, Crosby, Stills & Nash, den Beatles . . . Mehrstimmiger Gesang, gezupfte Soli, kein Blendwerk, keine Sound-Maschinen - einfach nur Musik. Und siehe da: Publikum vergisst nicht.
Eine blonde Dame fasste ihrem Nachbarn bei "Learning to fly" von Tom Petty erinnerungsgetrieben ins eisgraue Haar, hinten brüllte einer "Helga, komm' in die alte Mühle nach Huckarde", nebenan raunte einer ". . . damals hab' ich bei Pit Budde 'n Gitarrenkurs gemacht".
Manch' Jugendlicher hätte das Ganze bestimmt unter der Zeile "Opa erzählt wieder vom Krieg" zusammengefasst. Aber nix von Friedensbewegung, Pershing II-Raketen - politische Aussagen fehlten. Sie fehlten Freitag keinem. Doch halt: Denn als "Timeless" einen aktuellen Anti-Bush-Song von der US-Band "Dixie-Chicks" brachte, brandete besonderer Beifall auf. Es war etwas Modernes gegen den US-Präsidenten. Also was von früher.
Die Stones spielen immer in Stadien. Ist egal. Es muss zwar die großen Konzerte geben - aber auch die kleinen.
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