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Es geht auch ohne Xavier Naidoo: Die "Söhne Mannheims" in der Dortmunder Westfalenhalle

28.10.2012 | 17:29 Uhr
Es geht auch ohne Xavier Naidoo: Die "Söhne Mannheims" in der Dortmunder Westfalenhalle
Auch ohne Xavier Naidoo ein guter Auftritt: die "Söhne Mannheims" in der Dortmunder Westfalenhalle.Foto: Michael Printz

Dortmund.  Xavier Naidoo, der ehemalige Frontsänger und Star der „Söhne Mannheims“, nimmt an der aktuellen „Ganz nah dran“ - Tournee nicht teil. Einige Fans sind sauer.

Dortmund, Westfalenhalle : „Hier kommen die Söhne…“ – „Mannheims“! Mit ihrem Eröffnungssong kündigt sich die zwölfköpfige Band musikalisch selbst an. Es scheint ihnen ein wichtiges Anliegen zu sein: „Achtung, hier tritt eine Band auf die ihr kennt, es hat sich nichts verändert!“ Die lautstarke Unterstützung des Publikums ist ihnen zwar sicher, einige der Fans müssen trotzdem erst noch davon überzeugt werden.

Denn vor Beginn am Samstagabend polarisierte vor allem ein Name die Stimmung. Einer, der überhaupt nicht anwesend war: Xavier Naidoo . Der ehemalige Frontsänger und Star der „Söhne Mannheims“ nimmt an der aktuellen „Ganz nah dran“ - Tournee überhaupt nicht teil. Eine „Auszeit“ habe er sich gewünscht, heißt es. Vielen Fans war das nicht klar, als sie die Karten kauften. Über 40 Euro legten sie dafür auf den Tisch.

Einige Fans versteckten ihre Enttäuschung nicht und sprachen offen von „gezielter Desinformation“. Das Gros des Publikums aber schien wirklich wegen der Musik der Band gekommen zu sein und ließ sich von der Abwesenheit berühmter Gesichter nicht stören.

Überraschungen bleiben aus

Auch ohne ihren charismatischen Ex-Leader liefern die „Söhne“ eine gewohnt überzeugende Performance ab. Dazu bedürfen sie weder eines spektakulären Bühnenbildes noch einer aufwändigen Choreographie. Vor allem der Sänger Hennig Wehland scheint das Zeug zum neuen Leitwolf und zur Identifikationsfigur zu haben. Die rund 2500 Fans in der nicht ausverkauften Westfalenhalle erleben ihre Band genauso, wie sie sie kennen – und sehen wollen.

Und wie das aussehen soll, wissen die „Söhne“ sehr genau. Mit all ihrer Routine und Souveränität vermischen sie zwei Stunden lang unnachahmlich Rock und Soul, Balladen und Rap, Deutsch und Englisch. Nach bereits 21 Auftritten bei dieser Tournee bleiben die ganz großen Überraschungen jedoch aus, die ganze Vorstellung wirkt etwas statisch. Akribisch durchgeplant, oft gespielt und diszipliniert umgesetzt. Schade beispielsweise, dass Rapper Marlon B. erst bei der Zugabe seinen großen Auftritt hat und die einzelnen „Söhne“ mit spontanen, lebendigen Soli bis zum Schluss warten.

Bekannte Songs sorgen für Gänsehaut-Feeling

Künstlerisch begeistert die Gruppe sowohl mit Songs des aktuellen Albums „Barrikaden von Eden“ („Freedom“ etc.), als auch mit Stimmungsklassikern wie „Euer Leben“ oder „Gesucht und gefunden“. Vor allem die bekannten Songs sorgen im Publikum für Gänsehaut-Feeling.

„Die Welt ist in Ordnung, wir sind in Dortmund“, rappt Henning Wehland während der Zugabe. In Ordnung. Das trifft zu. Nicht mehr, aber sicher auch nicht weniger. Denn eines haben sie geschafft: Von Xavier Naidoo spricht nachher niemand mehr. Die „Söhne“ selbst übrigens auch nicht.

Tobias Dammers



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