Sektkorken knallten
Erleichterung bei Karstadt
03.09.2010 | 18:20 Uhr 2010-09-03T18:20:00+0200
Es dauerte gestern einige Momente, bis sich die Freude bei Karstadt so richtig Bahn brach. Als aber um 13.42 Uhr die Nachricht von der Rettung der Warenhaus-Kette in der Dortmunder Chefetage ankam, flog der erste Sektkorken.
Zu lange hatten die Karstadt-Beschäftigten hoffen und zittern müssen. Zu oft hatte es erst positive Gerüchte und dann wieder herbe Rückschläge bei den Bemühungen gegeben, den Konzern zu retten. „Dass die Freude erstmal verhalten ausfällt, muss man verstehen“, gibt Filialleiter Jochen Keller, seit zehn Monaten berufen, zu bedenken. 15 lange Monate hatten die Mitarbeiter in Dortmund um ihre Existenz gezittert. „Das hat Spuren hinterlassen“, weiß er.
„Die Schultern hingen tief“
„Die Schultern hingen tief, da ist es schwer, die Arme sofort hochzureißen.“ Auch die Betriebsräte Udo Halsband und Anja Herzog wirkten nach dem langen „Hindernislauf“ erleichtert. Dennoch hatte sich die Nachricht von der letztlich erfolgreichen Übernahme durch Nicolas Berggruen herumgesprochen wie ein Lauffeuer.
Am Mittag hatte auch das Amtsgericht Essen, das über den Insolvenzplan entscheiden musste, grünes Licht gegeben.
Die Handys liefen heiß und Kurzmitteilungen sprudelten. In jeder Abteilung wurde eine Flasche Sekt geöffnet. Ein interner Vorschlag, eine Polonaise durch das ganze Haus zu veranstalten, wurde verworfen.
520 Mitarbeiter hat Karstadt nach der Umstrukturierung noch; 590 waren es noch vor 15 Monaten. Das Technikhaus an der Kampstraße wurde geschlossen, das Sortiment in den beiden Häusern am Hansaplatz verdichtet. Der neue Eigentümer müsse nun sagen, welche Veränderungen getroffen werden. Eine Strategie könnte sein, dass hochwertigere Waren ins Sortiment genommen werden.
„Wenn es die richtigen Marken sind, spricht nichts dagegen“, so Keller. „Es muss sich ‘was ändern“, ist die Dortmunder Karstadt-Chefetage überzeugt.
20:22
ist klar das der herr damm sich wieder in der vordersten reihe freud, der ist doch nur noch bei karstadt, weil sein vater im betriebsrat ist. wenn das die zukunft von karstadt ist, dann gute nacht. ein betroffener.