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PCB-Skandal

Pfänder: PCB belastet Envio-Betroffene stark

24.11.2011 | 14:13 Uhr
Pfänder: PCB belastet Envio-Betroffene stark
Erwin Pfänder soll als PCB-Ombudsmannes vor allem zwischen Bürgern und Behörden vermitteln. Foto: Michael Printz/photozeppelin.com

Dortmund.   Erwin Pfänder wird im PCB-Skandal der Firma Envio für ein weiteres Jahr als Ombudsmann arbeiten. Nach ersten Erfahrungen sei negativ festzustellen, wie ausgesprochen stark die Belastungen für die Betroffenen seien. Diese Belastungen beträfen auch die Angehörigen.

Seit dem 24. Januar 2011 ist der frühere Dortmunder Landtagsabgeordnete Erwin Pfänder in der Funktion des PCB-Ombudsmannes tätig. Pfänder wird im PCB-Skandal der Firma Envio für ein weiteres Jahr als Ombudsmann arbeiten. Darauf haben sich Stadt und Bezirksregierung geeinigt. Der 74-jährige ehemalige Landespolitiker der SPD soll vor allem zwischen Bürgern und Behörden vermitteln. Wir sprachen mit Pfänder.

Wie sind Ihre Erfahrungen der letzten 12 Monate?

Erwin Pfänder: Überwiegend positiv. Es gibt sehr viele Kontakte. Viele der Betroffenen und ich haben zueinander gefunden. Negativ ist festzustellen, wie ausgesprochen stark die Belastungen für die Betroffenen sind. Diese Belastungen betreffen auch die Angehörigen der ehemaligen Envio-Mitarbeiter, die Partner, die Kinder. Auch körperlich und psychisch. Das ist eine intensive Erfahrung.

Wie ist das Zusammenspiel mit den Behörden?

Pfänder: Im Grunde gut. An unterschiedlichen Stellen sitzen aber immer noch Leute rum, die immer noch nichts gelernt haben. Nach dem Motto: „Haben wir noch nie gemacht. Jetzt gucken wir erst einmal.“ Das sind aber Einzelfälle. Ich bin da hartnäckig.

Wie sieht es bei den Lösungen für die Betroffenen aus?

Pfänder: Das ist leider ein ganz langer Weg, wenn man auf mögliche Entschädigungen und die Anerkennung als Berufskrankheit blickt. Ein Beispiel: Statt einer Berufsgenossenschaft habe ich jetzt acht BG als Ansprechpartner. Das macht die Sache nicht einfacher.

Frank Bußmann

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Kommentare
25.11.2011
21:50
Nur Gesetze anwenden
von vaikl2 | #5

Man sollte trotz der Unglaublichkeit des Geschehens auch nochmal daran erinnern, dass die festangestellte Belegschaft der Envio an einer Umsetzung des Betriebsverfassungs-Gesetzes nicht interessiert war.

Auf der anderen Seite waren selbst die Gewerkschaften ebenso nicht daran interessiert, dort und in ähnlichen Betrieben den Anstoß zur Gründung einer Arbeitnehmervertretung zu geben, obwohl die Voraussetzungen erfüllt waren. Mit der guten, alten sozialdemokratischen Solidarität im Ruhrgebiet haben diese Branchen und die SPD-Politik nichts mehr gemein.

25.11.2011
16:11
Gesetzesänderung
von EGALOS | #4

Es muß der §1 Art.1 des BGB von 1949 geändert werden ( Die Würde des Menschen ist unantastbar ) Vorschlag: Das Humankapital ist voll schröpfbar. Egal, was aus dem Menschen wird.

25.11.2011
14:46
Nachtrag
von EGALOS | #3

Ich habe Gerichte, Rechtsanwälte, Krankenkassen, BG´s, Jobcenter, H4 Ämter, Psychologen, und co. nicht erwähnt. sorry

25.11.2011
14:39
Milchmädchenrechnung
von EGALOS | #2

Als ehemaliger Kokereiarbeiter, verfolge ich vieles über den PCB Skandal. Es werden wie immer irgendwelche Studien gemacht, Sitzungen gehalten, irgendwelche Institute beauftragt, viel Papier geschrieben, telefoniert, Kosten verursacht und so weiter......Am Ende wird es so sein wie ich es schon 1982 auf einem Arbeitsrechtlehrgang gelernt habe: Arbeitgeber, Politik, Wissenschaft, Gewerkschaft, und sonstige, machen einer Milchmädchenrechnung und der Betroffene selber ist derjenige der mit seinem 7,50 Eurojob das alles noch finanziert hat. Eine Schande. AR

24.11.2011
20:37
Acht BGs?????
von vaikl2 | #1

Was ist da los, lieber Herr Pfänder?? Laut eigener Aussage und den Berichten in vielen Medien betreut nur die BG ETEM über 1.100 direkt und indirekt Betroffene des Envio-Skandals. Was sind das für sieben weitere BGs, mit denen Sie angeblich reden müssen?

Was wird da wieder für eine neue Schweinerei gedreht???

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