Laborfehler – keine erneute Reinigung bei Envio
07.07.2011 | 16:33 Uhr 2011-07-07T16:33:29+0200
Dortmund.Die Außenflächen der Gift-Firma Envio im Dortmunder Hafen müssen nun doch nicht erneut gereinigt werden. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte zunächst eine erhöhte Belastung vermeldet – ein Laborfehler.
Entwarnung – das Envio-Gelände muss nicht erneut gereinigt werden. Die zunächst kurzfristig von der Bezirksregierung geplante Reinigung der Freiflächen auf dem Enviogelände ist nicht erforderlich. Das mit den Untersuchungen beauftragte Labor hat inzwischen mitgeteilt, dass es bei den Labordaten zu einem gravierenden Übertragungsfehler gekommen ist. Statt der zunächst genannten 180 Milligramm PCB pro Quadratmeter sind tatsächlich nur 0,274 Milligramm PCB pro Quadratmeter ermittelt worden.
Reinigungswert unterschritten
Damit wird der Reinigungszielwert von 2,5 mg PCB/m² deutlich unterschritten. Eine Reinigung ist nicht erforderlich. Eine abschließende Stellungnahme des Labors zu diesem Fehler steht noch aus. Die Bezirksregierung hat zusätzlich das LANUV mit weiteren Beprobungen auf dem Betriebsgelände beauftragt. Diese Proben wurden am 7.7.2011 genommen.
Die Vorbereitungen für die Gesamtsanierung des Geländes gehen inzwischen weiter. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte am 29. Juni die sofortige Komplett-Sanierung von Gebäuden und Außengelände angeordnet. Diese Verfügung umfasst die Räumung und Reinigung des Betriebs, den Abriss der Hallen 1 und 2 und die Sanierung der Freiflächen. Während der Sanierung wird der Staubniederschlag ständig kontrolliert, um die Belastung der Luft mit PCB zu überwachen.
Envio AG hat bis Ende Juli mit Sanierungs-Auftrag Zeit
Bis Ende Juli hat die Envio AG Zeit, Angebote einzuholen und eine Fachfirma zu beauftragen. Unabhängig davon trifft Arnsberg schon Vorbereitungen für den Fall, dass die PCB-Sanierung in Dortmund (wie schon die Sanierung des Außenzeltes vor wenigen Monaten) von der Bezirksregierung selbst veranlasst werden muss.
18:04
@ #2
Die untere Umweltbehörde ist seit 2008 ein struktureller Zusammenschluss der Städte Dortmund, Bochum und Hagen und ist zuständig für immissionsschutzrechtliche Genehmigungen und Überwachungen der Envio-Nachbarn. Dem Dortmunder Umweltamt obliegt der Boden- und Gewässerschutz.
Gleichzeitig ist die Stadt aber als Grundstückseignerin (über DSW21/Hafen21) nach dem BImSchG - gleichberechtigt mit Anlagenbetreibern - verantwortlich für *alle* Immissionen, die von ihrem Eigentum ausgehen können. Insbesondere dann, wenn der Pächter/Betreiber kontaminierte und nicht sanierte Flächen zurückgibt.
16:05
Bei Hittmeyer dürfte, wie bei Interseroh, die untere Immsissionsschutzbehörde in Hagen zuständig sein und nicht die Stadt.
17:28
Und was ist mit dem Hittmeyer-Gelände, auf dem nachweislich PCB-belasteter Schrott von Envio gelagert wurde?
Dieses Firmengelände wurde inzwischen klammheimlich leergezogen, ohne das etwas über Sanierungs- oder Sicherungsmaßnahmen bekannt wurde. Und hier liegt die Verantwortung nicht in Arnsberg, sondern ausschließlich bei der Stadt als Eignerin und den städtischen Ämtern, die im Immissionsschutz verantwortlich sind.