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PCB-Skandal

Insolvenz gegen Envio Recycling ist eröffnet

06.12.2011 | 11:49 Uhr
Insolvenz gegen Envio Recycling ist eröffnet
Das Amtsgericht Dortmund hat das Insolvenzverfahren gegen die PCB-Skandalfirma Envio Recycling GmbH eröffnet.

Dortmund.   Das Amtsgericht Dortmund hat am Montag offiziell das Insolvenzverfahren gegen die PCB-Entsorgungsfirma Envio eröffnet. Bei der Skandalfirma aus dem Dortmunder Hafen soll es noch genügend Vermögenswerte (mehrere hunderttausend Euro) geben, um Gläubiger teilweise abzufinden.

Das Insolvenzverfahren gegen die Envio Recycling GmbH ist am Montag eröffnet worden. Wie der WDR berichtet, seien nach Ansicht des Amtsgerichtes Dortmund bei der Firma noch ausreichend Vermögenswerte vorhanden, um die Gläubiger zumindest teilweise abzufinden. Dabei soll es sich um mehrere hunderttausend Euro handeln.

Mit Zustimmung des Insolvenzverwalters will die Bezirksregierung nun die Sanierungsarbeiten europaweit ausschreiben. Envio hatte die französische Firma Tredi für die Sanierung ins Gespräch gebracht. Die Gläubigerversammlung soll am 22. Februar stattfinden.

"Ich begrüße diese Entwicklung sehr. Damit ist ein entscheidender Schritt getan, die weiteren Voraussetzungen für die Sanierung des Geländes zu schaffen", kommentierte Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann dies. "Nun muss in einem nächsten Schritt in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter die Ausschreibung der Sanierung erfolgen." Die Bezirksregierung Arnsberg hatte am 29. Juni 2011 die Sanierung des Envio-Geländes mit sofortiger Vollziehung angeordnet.

Durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens liegen nun die nächsten Entscheidungen bei dem vom Amtsgericht bestellten Insolvenzverwalter. Bei der Verwertung von Gütern vom Envio-Gelände seien von ihm die arbeits- und umweltrechtlichen Vorgaben der Sanierungsanordnung zu beachten. Nach der möglichen Verwertung durch den Insolvenzverwalter werde die Bezirksregierung die Ausschreibung zur Entsorgung der Restgüter mit anschließender PCB-Sanierung durchführen. Diese und weitere Maßnahmen werden direkt mit dem Insolvenzverwalter abgestimmt. Die Envio Recycling GmbH & Co. KG sei an diesen Verfahren nicht mehr beteiligt, hieß es aus Arnsberg.

Auch die von Envio präsentierte Lösung der Sanierung durch die französische Firma Tredi ist vom Tisch, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. Ende Februar ist nun die Gläubigerversammlung. Die Sanierung? Nicht vor dem Frühjahr.

Rundgang bei Envio

Vor rund 18 Monaten hatte die WR den PCB-Skandal um die Firma Envio aufgedeckt. Trotz der Stilllegung vor eineinhalb Jahren steht die Sanierung des Geländes immer noch aus, unter anderem weil Envio jede Anordnung der Bezirksregierung beklagt.

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Kommentare
11.12.2011
17:42
Na toll.
von Dotkor | #1

"Ich begrüße diese Entwicklung sehr" sagt Herr Dr. (...) Bollermann. "Ein entscheidender Schritt" sei getan, jetzt müssen weitere Schritte folgen. Das ist die erfolgreiche Achse Dortmund-Arnsberg, bloß nicht überstürzen. Eins nach dem anderen, und alles schön lege artis.

Wenn die schon jahrelang unter freundlicher behördlicher Anteilnahme (vulgo: Aufsicht) aus Arnsberg die Gegend vergiften durften, besteht auch entsprechend keine Eile bei der Sanierung - ist halt Nordstadt, und die hat, wenn es drauf ankommt, Nehmerqualitäten. Denn viele da sind eh arm und haben verlernt sich zu wehren.

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