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PCB-Skandal

Gläubiger fordern nach Envio-Insolvenz 12 Millionen Euro

25.01.2012 | 18:33 Uhr
Gläubiger fordern nach Envio-Insolvenz 12 Millionen Euro
Die Envio Recycling GmbH ist insolvent. Die Gläubigerversammlung ist am 22. Februar. Die Augen richten sich zudem auf den Start der Sanierung. Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   56 Gläubiger fordern ca. zwölf Millionen Euro von der zahlungsunfähigen Envio Recycling GmbH. Im PCB-Skandal geht der Insolvenzverwalter davon aus, dass noch vor der Gläubigerversammlung Ende Februar weitere Forderungen an die Skandalfirma aus dem Dortmunder Hafen herangetragen werden.

Die öffentliche Hand droht auf der millionenschweren Sanierung des PCB-verseuchten Envio-Geländes im Dortmunder Hafen sitzen zu bleiben. Schon jetzt fordern 56 Gläubiger rund zwölf Millionen Euro von der zahlungsunfähigen Envio Recycling GmbH . Das gab der Insolvenzverwalter Achim Thomas Thiele nach Ablauf der Anmeldefrist bekannt.

Er geht davon aus, dass „noch Forderungen in erheblichem Umfang nachträglich angemeldet werden“. Diverse „bekannte Gläubiger“ hätten ihre Ansprüche bislang noch nicht geltend gemacht, heißt es. Da die Anmeldefrist, die am 18. Januar endete, keine Ausschlussfrist darstelle, können noch weitere Forderungen geltend gemacht werden.

Am 22. Februar treffen sich die Gläubiger der insolventen Envio Recycling GmbH am Dortmunder Amtsgericht zur Versammlung. Dort entscheiden sie über das weitere Vorgehen in dem Insolvenzverfahren. Auch auf anderen Ebenen wird derzeit an der weiteren Aufarbeitung des PCB-Skandals gearbeitet.

Envio-Insolvenzverwalter im Dialog mit Arnsberg

Wie Insolvenzverwalter Thiele am Dienstag gegenüber unserer Redaktion sagte, ist er aktuell mit der Arnsberger Bezirksregierung bemüht, „die Entsorgung der belasteten Güter auf den Weg zu bringen“. „Darüber laufen intensive Gespräche mit der Bezirksregierung“, sagt Thiele, der weitere Details aktuell nicht nennen will.

Offen ist nach wie vor der Start der Sanierung des Geländes an der Kanalstraße. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch den Beschluss des Dortmunder Amtsgerichts am 5. Dezember wurde allerdings ein wichtiger Schritt vollzogen. Bei den Kosten für die Sanierung des verseuchten Areals und seiner Immobilien gingen Experten bislang von Beträgen von bis zu sechs Millionen Euro aus. Eine offizielle Zahl gibt es aber naturgemäß zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Envio Recycling GmbH steht im Mittelpunkt des bundesweit größten PCB-Skandals , durch den 360 Menschen vergiftet wurden.

Ärger wegen Envio

Frank Bußmann

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