Envio nicht schuldig an Herztod eines Bochumers
19.10.2011 | 12:29 Uhr 2011-10-19T12:29:00+0200
Dortmund/Bochum.Die PCB-Firma Envio ist nicht schuldig am Tod eines Bochumers, der im Januar an plötzlichem Herztod gestorben war. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen jetzt eingestellt.
Die Skandalfirma Envio ist offenbar nicht schuldig am Herztod eines 57-jährigen Bochumers. Die Ermittlungen im Fall des plötzlichen Todes des Mannes , der am 24. Januar 2011 an seinem Arbeitsplatz tot zusammengebrochen war, sind endgültig eingestellt worden. Das teitle die Staatsanwaltschaft Dortmund am Mittwoch, 19. Oktober 2011, mit.
Erhöhte PCB-Werte im Blut
Der Fall war von der Staatsanwaltschaft untersucht worden, weil der Verstorbene bis November 2008 in Dortmund auf dem Gelände der Firma Envio gearbeitet hatte. Bei einer Untersuchung durch das Institut für Arbeitsmedizin am Universitätsklinikum Aachen hatten sich bei dem Mann erhöhte PCB-Werte im Blut gezeigt .
Die abschließende Begutachtung des Falles durch einen Kardiologen bestätigt nunmehr die Todesursache eines so genannten „plötzlichen Herztodes“. Eine akute Vergiftung konnte toxikologisch ausgeschlossen werden. Auch ein wissenschaftlich begründbarer Zusammenhang zwischen der Herzkrankheit des Patienten und seiner Belastung mit PCB besteht nach Ansicht des Sachverständigen nicht. Vielmehrt wies der Patient typische Veränderungen des Herzmuskels auf, an denen in Deutschland jährlich über 100.000 Menschen sterben. Für ein Fremdverschulden an dem tragischen Todesfall finden sich im Ergebnis keine tragfähigen Anhaltspunkte.
23:35
@ #2
Das ist nicht viel merkwürdiges dran, wenn es keine Studien zur Lethalität von PCB-Belastungen beim Menschen gibt. Sie werden nämlich keine Menschen finden, die sich für eine solche Studie dieses Zeug einführen.
Allerdings gibt es ausreichend Studien, die die Belastung durch PCB-Umweltimmissionen auch über längere Zeit untersuchten und dort spielen Herz-Vorerkrankungen, die wie hier zum plötzlichen Herzversagen führen können, keine Rolle. Auch wenn man mutmaßt, dass so etwas durch eine kritische Immunschwäche nach PCB-Belastung ausgelöst sein könnte, würde man vorher von einem kritischen Gesundheitszustand gewusst haben.
Außerdem war der Kardiologe nur der *abschließende* Gutachter, also der letzte in einer Kette von Gutachtern, die natürlich auch die anderen Faktoren untersucht hatten.
Trotz aller berechtigter Sorge um die Opfer muss man jetzt nicht kopflos *jeden* Vorfall, an den die Medien den PCB-Zettel kleben, als Teil einer Verschwörung sehen. Dafür ist das Giftzeug in unserer Umwelt leider immer noch viel zu verbreitet.
18:29
Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass es überhaupt keine Studien zu den Folgen von PCB-Vergiftungen gibt und alle Wissenschaftler noch am Anfang stehen und nun in diesem tragischen Todesfall von einmal ganz klar ist, dass PCB nicht letztendlich der Verursacher war. Mir kommt es so vor, dass sich da jemand vor den Schadensersatzfolgen für die evtl. Familie drücken möchte. Kann ein Kardiologe wirklich die Komplexität ohne Vorkenntnisse von der Wirkung von PCB beurteilen? Ich will dem Arzt nichts, aber es geschieht so viel in Richtung Vertuschung, dass ich auch hier nur berechtigte Zweifel anwenden kann! Mein ganzes Mitleid gilt den Opfern und ihren Familien, die sowas von hängen gelassen werden.
14:30
Wann werden Konzernmütter und Shareholder endlich in Haftung genommen, wenn ihre Firmen gegen Gesetze verstoßen ?
Es kann doch wohl nicht sein, dass sich ein finanzstarker Konzern oder Geldgeber einfach gegen Gesetze verstoßen kann, und dann die Folgen der Allgemeinheit überlassen werden.