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PCB-Skandal

Envio macht Angebot zur Gelände-Sanierung

09.11.2011 | 18:31 Uhr
Envio macht Angebot zur Gelände-Sanierung
Die Giftfirma Envio unterbreitete nun selbst einen Vorschlag, ihr mit PCB verseuchtes Gelände im Dortmunder Hafen zu reinigen.

Dortmund.   Neue Entwicklung im Fall der Sanierung des mit PCB verseuchten Envio-Geländes. Die Skandalfirma hat selbst ein Angebot vorgelegt. Die Bezirksregierung Arnsberg bereitet dennoch die Ausschreibung weiter vor.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte am 29. Juni die Sanierung des Envio-Geländes mit sofortiger Vollziehung angeordnet und Envio hierfür eine Frist bis zum 1. September gesetzt. Sofern Envio die Maßnahmen nicht selbst umsetzt, wird die Behörde die Sanierung durchführen lassen. Aus diesem Grund bereitet die Bezirksregierung die europaweite Ausschreibung der Sanierung vor.

Zwischenzeitlich liegt nun ein Angebot der Firma Envio vor, teilte Arnsberg gestern mit. Danach soll die französische Firma Tredi die Entsorgung belasteter und unbelasteter Güter entsprechend der Sanierungsanordnung übernehmen.

Umwelt- und Sicherheitsstandards gewährleisten

Die Bezirksregierung Arnsberg prüft diesen Vorschlag intensiv. Unabhängig hiervon wird parallel die Vorbereitung der europaweiten Ausschreibung der Sanierung fortgesetzt. Eine wesentliche Voraussetzung für die Ausschreibung ist die Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Erst danach kann entschieden werden, ob und welche Güter der Insolvenzmasse zugeordnet und welche Güter Teil der Ausschreibung werden. Über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Envio Recycling GmbH soll in nächster Zeit durch das Amtsgericht entschieden werden.

Rundgang bei Envio

Bei einer Entsorgung der Güter durch Tredi würde Arnsberg neben eigenen Überprüfungen zusätzlich eine gutachterliche Überwachung veranlassen, um die Einhaltung der geltenden Umwelt- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

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Kommentare
01.12.2011
17:52
@ andrew1 | #4
von vaikl2 | #5

Leider ist das kein schlechter Scherz, denn die Umweltgesetze sehen solche Selbstverpflichtungen als allererste Lösung bei Umweltstraftaten nun mal generell vor. Der in diesen Gesetzen vorhandene Tenor, dass die Industrie grundsätzlich "gut" ist und solche Taten höchstens aus Unachtsamkeit und nicht aus krimineller Energie verbrochen werden, wurde von der Lobby in "harter Arbeit" eingeflochten.

01.12.2011
17:40
Envio macht Angebot zur Gelände-Sanierung
von andrew1 | #4

Das ist wohl ein schlechter Scherz, dass Envio jetzt seinen eigenen Dreck sanieren soll. Ehrlich gesagt ist es für mich kein großer Trost dabei, dass das unter Aufsicht der Behörden der Bezirksregierung geschehen soll. Das sind alles Beteiligte im Envio- Skandal, die jahrelang die Vergiftung von Mensch und Natur in Dortmund und Umgebung möglich gemacht haben und damit Profit gemacht haben. Was richtig ist, dass Envio bzw. der Envio- Vorstand dafür privat oder mit seinem noch vorhandenen Kapital in anderen Gesellschaften dafür haften muss. Es kann nicht sein, dass die Leute bewusst vergiftet werden und diese Typen ungestaft und ungehaftet davon kommen. Übrigens findet die erste Demonstration für diese Ziele am Weltklimatag, 3.12.2011 in Dortmund vor dem RWE- Tower statt. Beginn 1 Minute vor Zwölf!

11.11.2011
03:44
@ eksom
von vaikl | #3

"Weg damit nach Kasachstan!"

Ich glaube nicht, dass Sie das ernsthaft als eine Lösung des Problems sehen - außer Sie haben persönliche Differenzen mit der kasachischen Bevölkerung.

1 Antwort
Envio macht Angebot zur Gelände-Sanierung
von andrew1 | #3-1

Das ist wohl ein schlechter Scherz, dass Envio jetzt seinen eigenen Dreck sanieren soll. Ehrlich gesagt ist es für mich kein großer Trost dabei, dass das unter Aufsicht der Behörden der Bezirksregierung geschehen soll. Das sind alles Beteiligte im Envio- Skandal, die jahrelang die Vergiftung von Mensch und Natur in Dortmund und Umgebung möglich gemacht haben und damit Profit gemacht haben. Was richtig ist, dass Envio bzw. der Envio- Vorstand dafür privat oder mit seinem noch vorhandenen Kapital in anderen Gesellschaften dafür haften muss. Es kann nicht sein, dass die Leute bewusst vergiftet werden und diese Typen ungestaft und ungehaftet davon kommen. Übrigens findet die erste Demonstration für diese Ziele am Weltklimatag, 3.12.2011 in Dortmund vor dem RWE- Tower statt. Beginn 1 Minute vor Zwölf!

10.11.2011
14:00
Von wegen...
von eksom | #2

Diese unseriöse Firma, die wissentlich ca. 320 Menschen (Mitarbeiter=Leiharbeiter) und die Umwelt jahrelang vergiftet hat, sollte in Dortmund nie mehr namentlich genannt und wirtschaflich wieder aktiv werden! Weg damit nach Kasachstan!
Wer zahlt jetzt für die bleibenden gesundheitlichen Schäden der Menschen, wenn diese Mafiafirma nun Konkurs gemeldet hat!?

10.11.2011
13:56
Das Geschäft mit Umwelt-Kriminalität
von vaikl | #1

Schon interessant, wie das Geschachere um die lukrative Sanierung des Geländes so weitergeht. Tredi ist ja für Neupert keine Unbekannte, denn Tredi-Leute saßen schon mit ihm auf der Genfer WHO-PCB-Konferenz in 2004 zusammen an einem Tisch und man traf sich in den nächsten Jahren immer wieder, so auch bei Kongressen der EU.

Und wenn man sich Börsenberichte zur Mutter von Tredi, der Séché Environnement, so ansieht, freut man sich dort ein Loch in den Bauch, wenn die Industrie brummt und somit mehr Gift zu entsorgen ist. Tredi freut sich zusätzlich, wenn man wie in 2006 die Spuren von europäischen Giftmüllexporten mit zahlreichen Toten und Erkrankten an der Elfenbeinküste aufräumen darf:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,445221,00.html

Eine viel passendere Interpretation von "Kreislaufwirtschaft"...

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