Envio verweigert Amtsleiterin den Zutritt
25.06.2010 | 22:03 Uhr 2010-06-25T22:03:00+0200
Dortmund.Wenn am Samstag um 10 Uhr rund 30 Mitarbeiter der Envio AG die Ergebnisse ihrer Blutuntersuchungen erfahren, muss die Leiterin des Dortmunder Gesundheitsamtes draußen bleiben. Die Firmenleitung verweigert Dr. Annette Düsterhaus die Teilnahme an der Betriebsversammlung. „Envio untersagt mir, das Gelände zu betreten“, bestätigt sie.
Damit stünde jene Behörde außen vor, die laut Bezirksregierung Arnsberg die gesundheitstechnischen Maßnahmen im Zuge des PCB-Skandals koordinieren soll. Envio mochte am Freitag zu diesem Vorgang nicht Stellung nehmen. Und auch Dr. Barbara Kleine, Leiterin des Betriebsärztlichen Zentrums (BAZ), das die Blutergebnisse in der Firma vorstellt, blieb den von der WR erbetenen Rückruf schuldig.
„Inszeniertes Spiel“
Envio-Beschäftigte sind irritiert. „Das wird ein inszeniertes Spiel“, sagt einer, der „eine Vorführung“ befürchtet. Jahrelang hätte die Firma ihre Leute im Dunkeln gelassen über die Gefahren, denen sie ausgesetzt waren. „Und bei der Versammlung sollen wir sogar bewirtet werden, mit Kaffee und Kuchen.“ Da falle ihm nur eines zu ein: „Jetzt wollen sie uns kleinmachen.“ Kontakt zur Außenwelt jedenfalls sei unerwünscht. „Wir sollen mit Pkw auf das Gelände fahren, damit man uns vorne nicht abgreifen kann.“
Ein anderer Betroffener fragt sich, „ob man da unter diesen Umständen überhaupt hingehen soll“. Welche Werte ihm heute auch mitgeteilt würden – er hole „auf jeden Fall ein Zweitgutachten“ ein, kündigt der Envio-Mitarbeiter an.
Nach der Versammlung wollen Landesgewerbeamt, Bezirksregierung und Stadt über die Blutwerte informieren. Für 13 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt.
23:30
Nicht nur ein Skandal, auch Fahrlässigkeit.
10:19
#7 von Willi Wurst , am 26.06.2010 um 21:22
Was soll der der mist, die gelder gehören in einen entschädigungfond. schaiß was auf die aktienkurse menschenleben sind wichtiger!!!
21:22
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13:04
So, der WDR meldet grad, dass Fr. Düsterhaus ihm gegenüber qualitative Aussagen macht, für die sie heute nicht aufs Envio-Gelände gemusst hätte, weil sie die Fakten schon kennt:
Bei allen untersuchten Mitarbeitern der Dortmunder Entsorgungsfirma Envio sind erhöhte PCB-Werte im Blut gemessen worden. Das bestätigte die Leiterin des Dortmunder Gesundheitsamtes, Annette Düsterhaus, dem WDR. Bei einem der 30 Envio-Mitarbeiter ist ein um das 25.000-fache erhöhter Wert festgestellt worden.
Das ist für sich genommen schockierend genug.
Aber trotzdem nochmal die Frage: Frau Düsterhaus, was ist mit den Leiharbeitern?? Haben Sie sich mit den Verleihfirmen in Verbindung gesetzt? Koordinieren Sie deren Untersuchungen? Die Blutwerte der Leiharbeiter sind mindestens genau so wichtig wie die der Festangestellten, weil sie anscheinend auf dem Gelände die große Mehrzahl der Arbeitnehmer stellten.
10:45
Alle Konten einfrieren, Verkäufe verbieten. Davon muss die Beseitigung des Drecks auf dem Betriebsgelände bezahlt werden und Entschädigungen für Mitarbeiter und Anlieger.
10:45
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08:19
was da abgeht ist besseres Kasperle-Theater. Mitarbeiter, Anwohner und Umwelt werden weltweit vergiftet, die Geschäftsleitung läuft noch frei rum, da kann man schon mal an die Kompetenz der Dortmunder Staatsanwaltschaft zweifeln, ganz zu schweigen von der Bezirksregierung aus Arnsberg.
Der komplette Betrieb/Gelände gehört versiegelt und die Verantwortlichen bis zur Klärung in U-Haft.
01:06
Liebe Frau Wehde, die rechtlichen Grundsätze zur Einberufung und Durchführung von Betriebsversammlungen sollten doch SPDlern bestens bekannt sein, oder irre ich mich da schon wieder in Ihnen?
Wäre evt. an der Zeit, dass sich die Verwaltung mal aufklärerisch betätigt, statt mit unsinnigem Getöse den derzeit möglichen Ablauf der Mitarbeiter-Information und der Ermittlungen zu torpedieren.
Ich hatte es schon mal geschrieben - wenn Sierau&Co. wirklich was Sinnvolles tun wollen, dann sollten sie sich gerade jetzt für die Envio-Leiharbeiter als Beratungsstelle anbieten und Rechtsbeistand organisieren. Aber damit kann man ja nicht gegen Arnsberg stänkern...
00:32
Vielleicht darf ja unser AllesBesserWisser Vaikl auf das Gelände.
Schließlich sind an der erneuten Eskalation sicher auch wieder die SPD und OB Sierau Schuld, oder????
22:42
Unfassbar. Es muss doch irgendeine Behörde - zur Not die Staatsanwaltschaft - in der Lage sein zu ermitteln und Beweise zu erheben. Jede Autowerkstatt hat teures Theater am Hals, wenn sie keine geeichten METALLMESSBECHER für den Ölwechsel benutzen. Kann da nicht mal einer von Amts wegen Blutuntersuchungen durchführen?