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Landgericht

Envio-Prozess bis 2014 terminiert

13.12.2012 | 17:13 Uhr
Ex-Envio-Chef Dr. Dirk Neupert (Mitte) zwischen seinen Anwälten Dr. Christian Tünnesen-Harmes (l) und Prof. Raf Neuhaus.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Im seit Mai 2012 laufenden Strafverfahren gegen Ex-Envio-Chef Dr. Dirk Neupert und drei weitere frühere Mitarbeiter hat das Gericht Prozesstage bis Januar 2014 terminiert. Vorwurf gegen Dr. Neupert: Körperverletzung von 51 Arbeitern und Umweltverstöße.

Envio und kein Ende: Die 35. Große Strafkammer hat das Strafverfahren gegen Ex-Chef Dr. Dirk Neupert und weitere drei Mitarbeiter bis auf Januar 2014 terminiert.

Einer der 51 Arbeiter, die laut Anklage bei der Entsorgung von Trafos durch das giftige Isoliermittel PCB gesundheitlich geschädigt wurden , hat sich bereits aus dem seit Mai 2012 laufenden Mammut-Verfahren zurückgezogen. Der Platz seiner Anwältin, die seine Interessen als Nebenkläger blieb gestern leer.

Untersuchung weiterer chemischer Stoffe

In seinem Ergänzungsgutachten beschäftigte sich Prof. Albert Rettenmeier, Direktor des Instituts für Hygiene und Arbeitsmedizin der Universität Duisburg-Essen, gestern mit Chemikalien, die beim Abbau von PCB entstehen: Dioxin, Furan und PER. Die Belastung mit Dioxin spiele, so der Gutachter , bei den Envio-Beschäftigten eine „untergeordnete Rolle“. Und Furan? Hier gebe es keine allgemein verbindlichen Werte, erklärte Prof. Rettenmeier. Ihm lägen Werte von 28 Arbeitern vor, bei einem Drittel sei eine erhöhte Belastung mit Furan zu verzeichnen.

Furan entsteht auch beim Aufbrühen von Kaffee

Nur: Furane entstehen auch beim Rösten von Lebensmitteln: Wer zum Morgentoast eine Tasse Kaffee genießt, nimmt dabei Furan auf. „Auch hier kann man nicht sagen, ob ein bestimmter Wert eine bestimmte Schädigung nach sich zieht“, so Prof. Rettenmeier. Ähnliches hatte er im Juli zu der Frage der Gefährlichkeit von PCB erklärt. „Man kann durch PCB-Konzentration im Blut keine Rückschlüsse auf Erkrankungen ziehen.“ Die Aufnahme von PER, dem dritten zu untersuchenden Stoff, könne unter anderem zu Konzentrationsstörungen bis im Extremfall zur Ohnmacht führen. Doch auch hier stelle sich die Frage: „Was ist lösungsmittelbedingt, was ist anderen Umständen geschuldet?“ Der Prozess geht am 20. Dezember weiter.

Envio-Skandal vor Gericht

Kathrin Melliwa



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