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PCB-Skandal

Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht

24.09.2010 | 13:50 Uhr
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht

Dortmund.Bei Beschäftigten der Entsorger-Firma Envio im Dortmunder Hafen wurden nach erhöhten PCB-Werten nun auch Dioxine nachgewiesen. Konkret: Das Blut von 12 Angestellten ist mit Dibenzofurane belastet. Die medizinische Auswertung ist aber schwierig.

Die ersten 13 Ergebnisse der bei den Envio-Beschäftigten durchgeführten Untersuchungen auf polychlorierte Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane (PCDD/F) liegen inzwischen vor. Diese Substanzgruppe wird häufig vereinfachend als „Dioxine“ bezeichnet.

Konkret: Bei zwölf Personen zeigen sich erhöhte Belastungen im Bereich der Dibenzofurane. Im Bereich der Dibenzo-p-dioxine ergeben sich dagegen keine eindeutigen Auffälligkeiten.

Ergebnisse waren zu erwarten

„Wegen der zum Teil hohen PCB-Belastungen haben wir derartige Befunde erwartet“, so Prof. Dr. Thomas Kraus vom Uni-Klinikum Aachen, der das Betreuungsprogramm am Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel leitet.

Zwischen dem 1. und 17. September wurden bei fast 200 Teilnehmern, die erhöhte PCB-Konzentrationen aufweisen, das Blut auf Dioxine und Furane untersucht. Das nahm die Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin der Ruhr-Universität Bochum vor. Die Ergebnisse aller Untersuchten liege wegen der sehr aufwändigen Analytik erst in mehreren Monaten vor, die ersten 13 Personen sind am Donnerstag über ihre Ergebnisse informiert worden.

Keine Vergleichswerte

Gesundheitsbasierte Grenzwerte existieren für diese Substanzgruppen nicht, heißt es in einer Mitteilung. Mögliche gesundheitliche Wirkungen der PCB- und PCDD/F-Belastungen werden derzeit im Rahmen des laufenden Betreuungsprogramms individuell erfasst. Eine Bewertung der medizinischen Befunde zusammen mit den Belastungsdaten könne erst nach Abschluss der Untersuchungen und Zuordnung der Beschäftigten zu den jeweiligen Arbeitsplätzen erfolgen.

Prof. Dr. Kraus: „Die Frage, ob die Belastung Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen hat, und wenn ja, welche, kann im Moment noch nicht zuverlässig beantwortet werden. Die Ergebnisse des medizinischen Betreuungsprogramms werden uns dazu Antworten liefern. Vermutungen und Spekulationen, Panikmache und Verharmlosungen helfen weder den Betroffenen noch den Kolleginnen und Kollegen, die durch intensive Arbeit versuchen, eine bestmögliche Beurteilungsgrundlage zu schaffen.“

Aktive und ehemalige Beschäftigte der Firma Envio werden - sofern noch nicht geschehen - gebeten, sich bei der BGETEM unter 0231/0221/3778 5002 telefonisch zu melden.

DerWesten

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Kommentare
30.10.2010
22:49
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von toxikologe | #12

Körperverletzung wäre noch harmlos, wenn erstmal Gras drüber gewachsen ist, kann man es auch beim Namen nennen:
So etwas ist Mord.

26.09.2010
12:55
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von Scherzkeks | #11

Treffen sich zwei Dortmunder. Sagt der Eine:Die Mitarbeiter von Envio sind auch Dioxin verseucht. Sagt der Andere:Ja normal - die haben da ja auch mit PCB und nicht mit Himbeersirup rumgpanscht, auch wenn die Behörden ihre Überwachung eher nach Himbeersirup ausgerichtet hatten...

24.09.2010
20:49
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von vaikl | #10

@ #8

Das scheint ja noch nicht mal Neupert zu wissen.
Es ist auch nicht geklärt, ob die ursprüngliche Anlagengenehmigung, die aus den Neunzigern von ABB stammt, parallel zu den geänderten BundesImmissionschutz-Gesetzen angepasst wurde.

Nach den neuesten Infos über kasachische Verhältnisse bei Envio könnte es ja auch sein, dass man die Genehmigung ganz bewusst nicht der jeweiligen Gesetzeslage angepasst hat, um sich bloß keine Geschäfte mit dem Osten zu verscherzen.

24.09.2010
20:29
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von Codias | #9

Nicht nach, sondern neben.

24.09.2010
20:28
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von Codias | #8

Hmm, jetzt würde mich doch mal nach den tatsächlichen Werten interessieren, welche Emissionswerte waren denn genehmigt? Zumindest daraus dürfte doch sicherlich keine Geheimsache gemacht werden oder?

24.09.2010
20:28
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von Insider | #7

Ein gutes hat das Ganze..
Lau dem Gutachter werden die Arbeiter so oder so mit PCB vergiftet auch wenn alle ( nicht wie bei ENVIO) Vorschriften eingehalten werden

ES KANN DEMNACH ZU KEINER WIEDERERÖFFNUNG DER FIRMA ENVIO KOMMEN; DA DIE ARBEITSPLÄTZE UNWEIGERLICH ZU EINER VERGIFTUNG DER MENSCHEN UND IHRER UMGEBUNG FÜHREN.

Das warst mit ENVIO

Dank dem Gutachter.

Ach ja Thema Staub:

Viel Wind um nix.
Die Mitarbeiter und das Gebäude sind versucht; und er Wind wehte von der Börse.....

24.09.2010
18:58
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von nuke | #6

ganz genau die gleichen Handlungsweisen finden sich auch in Süditalien bei der Camorra - die ja auch ganz groß im illegalen Müllgeschäft astronomische Gewinne einfährt - ein Schelm wer Arges dabei denkt...

24.09.2010
18:28
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von money | #5

Was zählt ist Geld. Menschen sind Verbrauchsmaterial. Habe ich die Philosophie eines Teils der Wirtschaft so richtig verstanden?

24.09.2010
17:38
Blockierter Kommentar.
von karlosdallos | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.09.2010
16:02
Envio-Mitarbeiter auch mit Dioxinen verseucht
von vaikl | #3

@ #2
Das ist aber schon seit Längerem klar, dass man längst noch nicht alle Betroffenen ermitteln kann.

Mit den Dibenzofuran-Funden wird leider auch die bisherige Kreis-These von Fr. Düsterhaus über den Haufen geworfen, denn PCDF können durchaus über weite Strecken per Luft transportiert werden. Plausible Ursachen für die Funde sind natürlich das Aufschweißen von nicht oder nicht ganz entleerten oder unsachgemäße Behandlung von durchgeknallten PCB-Trafos.

Gesundheitsbasierte Grenzwerte existieren für diese Substanzgruppen nicht - Es existieren aber seit zig Jahren die sog. Toxizitäts-Äquivalente (TEQ) der WHO, die die Einzel-Stoffe in ihrer Wirkung in Relation zum Seveso-Gift setzen. Da sich Niemand freiwillig in irgendwelchen Studien diesen Giften aussetzen wird, wird man die von Prof. Kraus geforderten Grenzwerte auch nicht bekommen.

Nun können wir alle sagen: Ok, da nichts Genaues bekannt ist, lassen wir die Spielregeln so wie sie sind und Entsorger dürfen weiter ihre Mitarbeiter vergiften. Oder wir sagen: Das Zeug ist giftig, Punkt! Soll das die Abfallwirtschaft entscheiden??? Doch wohl kaum.

Ein Wort noch zum Brief von Neupert an die Stadt: Wenn er so intensiv auf die angeblich genehmigten Emissionswerte seiner Anlagen rumreitet, dann soll er die doch mal veröffentlichen. Auf die fehlenden Details der Arnsberger Anlagen-Genehmigung hatte ich ja schon vor zig Monaten hingewiesen. Wenn sie Neupert entlasten können, warum hat er sie noch nicht bekannt gemacht??

Ach, und sein süßer Versuch mit den MAK-Werten: PCB werden über die Haut übertragen, da sind MAK-Werte für eine Luftkonzentration völlig sinnlos.

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