Envio am Runden Tisch nicht mehr erwünscht
26.08.2010 | 20:37 Uhr 2010-08-26T20:37:00+0200
Dortmund.Der von der Landesregierung initiierte Runde Tisch zur Aufarbeitung des PCB-Skandals nimmt am 9. September seine Arbeit auf. Die zunächst geduldete Giftfirma Envio hat ihren Platz schon vor der ersten Sitzung verloren. Wegen Zeitschinderei und Mauertaktik lud Eberhard Weber sie aus.
Der Ex-DGB-Chef leitet den Zirkel, unterstützt von den Krisenmanagern Dr. Frank Claus und Bianca Bendisch. Den Kern der Runde bilden 13 Akteure – Bürger, beteiligte Behörden, Hafenfirmen, möglichst auch ein Ex-Envio-Mitarbeiter. „Wir wollen O-Töne hören, um zu wissen, wie das da ablief“, sagt Claus. Um diese Runde kreist ein Stab aus Experten, deren Meinung und Bewertung gefragt sein wird.
Der Runde Tisch besteht aus zwei Kreisen, einem inneren und einem äußeren.
Im inneren Zirkel sitzen die Staatssekretäre des Umwelt- und des Arbeitsministeriums, Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann, OB Ullrich Sierau, Stadtverband der Kleingartenvereine, Bürgerinitiative, Bezirksbürgermeister, Berufsgenossenschaft, DGB, IG Metall, Hafengesellschaft und Hafenfirmen.
Angepeilt ist die Mitwirkung eines Ex-Envio-Mitarbeiters.
Im erweiterten Kreis: Landesumweltamt, Landesgesundheitsamt, IHK, Umweltmediziner Prof. Dr. Michael Wilhelm, PCB-Experte Prof. Dr. Thomas Kraus, Agentur für Arbeit und Quartiersmanagement.
Vier Arbeitspakete
Vier Arbeitspakete sind geschnürt. Die Inhalte: Auf Giftbelastungen und deren Folgen medizinisch reagieren. Die Sanierung des verseuchten Envio-Geländes ebenso forcieren wie die Entwarnung für den Gemüseanbau in Kleingärten. Arbeitsplätze durch Weiterbeschäftigung von gekündigten Envio-Mitarbeitern im Hafenumfeld anpeilen. Und verbindliche Qualitätsstandards festschreiben, die das vergiftete Hafen-Image unter Umweltgesichtspunkten wieder herstellen.
„Absolute Offenheit und Transparenz“ ruft Weber als erste Benimmregel bei Tisch aus. Weil Envio solche Manieren abgehen, bleibe die Giftfirma außen vor. „Die Praxis der letzten Wochen zeigt abermals, dass diese Kriterien nicht zur Unternehmensphilosophie gehören.“ Sofern sich das ändere, komme später eine Gastrolle infrage. Zu den vier Arbeitspaketen allerdings könne Envio ohnehin „nicht viel beitragen“, ergänzt Claus. „Denn der Runde Tisch ist auf die Zukunft ausgerichtet, nicht auf die Vergangenheit.“
Erfolgsabhängige Runde
Die Runde, die vertraulich tagt, ist erfolgsabhängig. Drei Sitzungen in diesem Jahr sind geplant. Der Verlauf entscheidet, ob es weitergeht. „Wenn man nur redet und es passiert nichts, sollte man es wieder lassen“, sagt Claus. Düsseldorf setze „viel Kraft und Dynamik ein“, um Zählbares zu erreichen, stellt Weber fest.
20:55
Absolute Offenheit und Transparenz“ ruft Weber als erste Benimmregel bei Tisch aus.
Schön und gut - wieso aber darf dann der OB im inneren Zirkel vertreten sein? Der OB gehört, genau wie envio, erstmal auf die lange Bank geschoben, solange, bis er detaillierte Informationen über die Stadt-envio-Zusammenhänge preisgibt; Sierau war ja immerhin Vorgänger des jetzigen Leistungsträgers Steitz. - Transparenz war bisher nicht sein Thema.
02:10
Heißt natürlich An diesem Trauma leiden..., sorry.
02:07
@ Dortmunderin
Lynchjustiz gab es in China verbreitet unter Mao und sie war vom mächtigsten Staatsinstrument, dem Geheimdienst, geduldet, gewollt und subtil als Aggressions-Entladung unter die geknechtete Bevölkerung gestreut. An diesem Traumata leiden viele Chinesen.
Wenn es trotzdem noch Fälle von echter Lynchjustiz in China gibt, dann in weit von Peking entfernten, fast isolierten Landstrichen, in denen der Maoismus noch starke Bedeutung hat.
Was Sie evt. meinen, ist die immer noch sehr schnell ausgesprochene Todesstrafe in China - auch für Umweltvergehen.
Allerdings trifft diese unsinnige Strafe häufig nur die kleinsten Unternehmer, die keine ausreichenden Kontakte zur dortigen Obrigkeit pflegen können. Das wäre dann auf unseren Fall übertragen höchstens der Brötchenlieferant von Envio.
23:30
Nicht nur am Runden Tisch ist Envio unerwünscht sondern denke ich mal mittlerweile in ganz Dortmund und umgebung. Naja und der Dr. Neupert wird sich schon genug freuen, wenn erstma die Klagewelle ins Haus bricht.
17:09
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15:54
Hallo allerseits, ich treffe Herrn Neupert zwangsläufig mehrmals am Tag. Nach meiner Einschätzung geht ihm die Angelegenheit am A.rsch vorbei. Er läuft mit bester Laune rum - grinst als ob er im Lotto gewonnen hätte und schein sich überhaupt keine Gedanke oder Sorgen zu machen. Möglicherweise weiss er schon, wie die Sache ausläuft: er darf munter weitermachen und der Rubel rollt wieder....
12:40
@ xy
Sowohl Harks als auch Neupert sind Vorstandsvorsitzende der AG als Holding. Also sind beide Bosse. Es stimmt aber, dass auch Harks mitverantwortlich ist, wenn es ums Finanzielle geht.
@Anke Hasenstein
Wenn Sie Lynchjustiz als Problemlösung solcher Skandale erachten, weil es angeblich woanders so gemacht wird (wo bitte genau?), dann brauchen wir ja auch keine Gesetze mehr und nur noch der gewinnt, der seine Giftstoffbuden am besten gegen den Mob verbarrikadiert. Wirklich eine Lösung?
10:40
ich verstehe noch immer nicht, wieso alle nur vom neupert reden...
neupert ist nur der geschäftsführer, der eingendliche BOSS ist herr HARKS!!!
nicht das die firma unter einem anderen namen und mit einem neuen geschäftsführer wieder aufmacht!!!
08:55
Die typische Rücksichtslosigkeit!
Der Betrieb hat Gewinne eingefahren, die sich Neupert und seine kriminelle Spießgesellen eingesteckt haben.
Die Lösung der entstandenen Probleme bleibt für andere, insbesondere für den Steuerzahler.
In anderen Ländern hätten sie die Bande gehängt, in Deutschland findet eine solche Taktik leider, aber sicher noch Nachahmer.