Entscheidung noch im August
17.08.2010 | 17:31 Uhr 2010-08-17T17:31:00+0200
Dortmund.Noch keine Buchungen für 2011, verunsicherte überörtliche Veranstalter, ungeklärte rechtliche Strukturen. Keine rosigen Zeiten für die Mitarbeiter im FZW. „Ich bin mir sicher, dass bis Ende August eine Entscheidung über den neuen Betreiber gefunden sein wird“, verspricht Kämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann. „In der Sitzung am 30. September kann der Rat dann darüber entscheiden.“
Stüdemann macht keinen Hehl daraus, dass „das FZW sensationell gut angenommen worden ist“. Die Leute dort hätten sich mächtig ins Zeug gelegt, deshalb dürfe es auch keine Pause geben. Für ihn gehört das FZW zu den drei besten Clubs in NRW derzeit.
Er macht zwei Punkte dafür verantwortlich, dass man nach einer neuen Betreiberkon-struktion suchen musste. Zum einen kam die Ehe mit der AWo im kommerziellen Bereich nicht zustande. Die AWo konnte das ganze Projekt steuerlich nicht so absetzen wie angenommen. Die Gemeinnützigkeit stand auf dem Spiel. Und da das FZW im Gesamtkonstrukt AWo ein „relativ kleines Betätigungsfeld darstellt“ zog sich diese dann zurück. Da die Oberkonstruktion für das neue Haus noch fehlt, agiere jeder Handelnde (u.a. der Booker) so, als sei er selbstständig,. Und das habe das FZW, ohne genaue Zahlen zu nennen, „signifikant verteuert“.
Alles in einer Hand
Das dann in Auftrag gegebene Gutachten sage aus, dass eine Privatisierung des FZW für einen Interessenten nur einen Sinn mache, „wenn man Gastronomie (derzeit durch die AWo) und das Veranstaltungsgeschäft zusammenführt. Hier heißt es: „Unabhängig davon, für welche Betriebsform sich die Stadtspitze entscheiden wird, sollte der Betrieb des Veranstaltungs- und Gastronomiebereiches des FZW in einer Hand liegen“.
Der Rat habe dann in seiner Sitzung im Juli die Westfalenhallen favorisiert. diese verfügten über genügend Knowhow ein solchen Zentrum unter ihre Fittiche zu nehmen. Außerdem, und das sei der Stadt sehr wichtig, sehe man bei der 100-prozentigen Stadttochter die Möglichkeit, auf die jugendfördernden Maßnahmen Einfluss zu nehmen, die man auch nach einem Betreiberwechsel von städtischer Seite finanziell unterstützen werde. Derzeit geschieht dies mit 292 000 €.
Dabei müsse das Profil des FZW, das man über Jahrzehnte im musikalisch-künstlerischen Bereich erarbeitet habe, so Stüdemann, auf jeden Fall erhalten bleiben. Flatrate-Saufpartys oder Schaumpartys dürften auf keinen Fall stattfinden. Ob die Halle selbst das Vermietungsgeschäft betreiben, oder sich eines externen Beraters bediene werde, wie das Jugendamt es derzeit auch macht, müsse die Halle selbst entscheiden.
Gute Chancen für Dortmunder Bewerber
Sollte die Halle nicht bereit sein, das FZW zu übernehmen, „sehe ich bei den Dortmunder Bewerbern gute Chancen, dass wir auch hier eine vernünftige Lösung finden“, betonte Stüdemann. „Da mache ich mir keine Sorgen.“ Es gebe fundierte Bewerbungen. Ob das Haus direkt von Limberg Immobilien angemietet werden (rund 18 000 Euro monatlich, dazu noch Mieten für die Gastroeinrichtung), ob die Stadt das FZW untervermiete oder mit dem neuen Betreiber einen Kooperationsvertrag eingehen werde, das alles sei noch völlig offen.
Gespräche seien mit der AWo schon geführt worden, „dass sie sich ohne finanziell Schaden zu nehmen, aus der Gastronomie herausziehen kann und wird“. Das dort mit der AWo durchgeführte Qualifizierungsprojekt wolle man weiterführen, vielleicht an einem anderen Ort.
Es dürfe keinen Leerstand geben, betont Stüdemann noch einmal. Auch wenn es für 2011 noch keine festen Buchungen gebe, so gebe es jedoch Voranfragen. Diese müssten möglichst schnell in feste Buchungen umgewandelt werden.
Wenn der Rat Ende September entscheiden werde, könne alles schnell in trockene Tücher gebracht werden - „ohne Nachteile für das FZW“, wie er meint.
14:51
Mitarbeiter der Stadt Dortmund trifft Frau Hoppe, auch MA Stadt Dortmund, Abteilungsleiterin Jugendamt: Und wie gehts..., fragt er, Ach , wenn erstmal das FZW abgewickelt ist, dann gehts uns wieder besser...
Unfähige blöde Sozialarbeiter, die von nichts ne Ahnung haben, völlig überfordert, die mit ihrer Dummhheit und Feigheit eine gute und mutige Idee , nämlich ein großer professioneller laden für Musik für junge Leute, kaputt geredet haben...
Aber die haben ja alle schön ihre festen Stellen bei der Stadt, egal wie schlecht sie arbeiten...
01:11
und so macht man wieder ein bisschen alternative kultur kaputt...
18:19
wat war dat früher mal schön im fzw.
14:26
Komisches Gebäude. Hab den Laden irgendwie anders in Erinnerung
14:13
Großer Erfolg des Bookers??? Langjährige Praxis??? Hat schon mal jemand in Essen nach Herrn May gefragt? Stichwort Weststadthalle.
11:58
Zitat:
Und die Mitarbeiter des Jugendamts sind wirklich nicht zu beneiden...
Selten so gelacht, an Kinder- und Jugendarbeit ist da fast nichts mehr gelaufen. Die MA da haben sich als eine Art Elite im Jugendamt betrachtet, mehr nicht!
Diese Aussage ist ein Hohn für die Mitarbeiter im Jugendamt, die z.B. in den Hilfediensten aktiv sind.
01:29
Werter Herr Winkelsträter, eigentlich wollte ich mich nicht (öffentlich) zu diesem Thema äußern, aber Sie machen es einem wirklich unmöglich:
Könnten Sie es bitte in Zukunft unterlassen, mit ihrem Pseudo-Insiderwissen derartig suggestive Kommentare zum Thema FZW zu verfassen?!
Sie mengen immer wieder die Trennung vom VUK (Verein für unabhängige Kultur e.V.) mit der aktuellen Situation zur Frage eines trag- und zukunftsfähigen Betreibermodells durcheinander. Der VUK hatte in den letzten Jahren im (alten) FZW kaum noch irgendwelche auch nur annähernd alsJugendkulturarbeit zu bezeichnende Aktivitäten entfaltet. Das war alles nur (noch) Prosa für die entsprechenden Rats-Vorlagen, und sonst NIX. Im Gegenteil, es wurde im Großen und Ganzen gestandene Bluesmucke, Soul-Jazz u.ä. gespielt. Mal ganz abgesehen von nicht unerheblichen finanziellen Auffälligkeiten in den 90ern... Der VUK wäre nie und nimmer die richtige Betreiberform für eine derart große Einrichtung wie das neue FZW gewesen!!
Ansonsten haben Sie völlig recht: Die bisherigen Betreiber, explizit ausgenommen die Gastronomie unter Regie der AWO, haben einen Super-Job gemacht, allen voran Volker May. Der hat nämlich in der Tat aus seiner langjährigen wirtschaftlichen (!!!) Praxis mit Energie Musik die Expertise und die Verbindungen/Vernetzungen in die richtigen Szene-Kreise, die Sie dem VUK - zu unrecht - andichten. Und die Mitarbeiter des Jugendamts sind wirklich nicht zu beneiden: Erst sorgen Sie - gegen harte Widerstände - für die richtige und überfällige Trennung vom VUK und dann werden Sie, trotz immensem Arbeitspensum und höchster Einsatzbereitschaft auch noch von den politisch Verantwortlichen bzw. dem Verwaltungsvorstand und allen möglichen Prüfern und Institutionen geprügelt...
Die Arbeit des bisherigen Bookers macht den großen Erfolg des neuen FZW aus und die Stadt wäre gut beraten, wenn sie einen Mann wie May nicht ziehen lässt. Auch eine Westfalenhallen GmbH als Betreiber braucht genau diese Fachkompetenz, die sollten also am besten schon mal anfangen, die entsprechenden (Berater)Verträge zu schreiben...