Energiekonzern denkt über Zukunft von RWE Vertrieb nach

Der Energiekonzern RWE plant nach Berichten der "Rheinischen Post" offenbar, Tochtergesellschaften zusammenzulegen oder mit der Essener Mutter zu verschmelzen. Die RWE Vertrieb AG hat 2000 Mitarbeiter - davon ein Drittel in Dortmund. Wir haben nachgehakt, was die Pläne für den Dortmunder Standort bedeuten könnten.

Dortmund.. Seit dem Wochenende ist der Energiekonzern RWE wieder groß im Gespräch: Die "Rheinische Post" hatte berichtet, dass Vorstands-Chef Peter Terium den Aufsichtsrat für den 10. August zu einer Sondersitzung eingeladen hat. Darin, so die "Rheinische Post", gehe es um die Zusammenlegung von Tochtergesellschaften. Die RWE Vertrieb AG mit Hauptsitz in Dortmund solle mit ihrer Essener Mutter RWE Deutschland AG verschmolzen werden. RWE Vertrieb hat 2000 Mitarbeiter, ein Drittel davon in Dortmund.

Dass es im RWE-Konzern Überlegungen gibt, Töchter zusammenzulegen, ist keineswegs neu. Im März sagte Carl-Ernst Giesting, Vorstands-Chef der RWE Vertrieb AG, dieser Redaktion, dass geprüft werde, "ob man auch die rechtlichen Strukturen einzelner Gesellschaften verschlanken kann".

Abbau von Bürokratie

Im Projekt "Parent" prüfe der Konzern-Vorstand die "Verschlankung der "Legalstrukturen" in Deutschland, sagte eine Konzern-Sprecherin gestern. Gemeint sind die gesellschaftsrechtlichen Strukturen, es geht um den Abbau "interner Bürokratie". RWE hat zig Teilgesellschaften mit Vorständen und Aufsichtsräten. RWE Vertrieb hat drei Vorstände und 16 Aufsichtsräte. Im Zuge von "Parent" blieben die "Managementstrukturen" unverändert, sagt zwar die RWE-Sprecherin. Ob RWE wirklich Töchter zusammenlegt, ohne das Management zu verschlanken, scheint aber fraglich.

Sollte RWE Vertrieb mit RWE Deutschland verschmolzen werden, stellt sich auch die Frage, was das für den Standort Dortmund und die Mitarbeiter heißt. Die RWE-Konzernsprecherin beantwortete diese Fragen gestern eher allgemein für alle Gesellschaften. "Im Fokus" der Konzern-Pläne sei "grundsätzlich nicht der Personalabbau". Auch gebe es "keine Standortüberlegungen".

Die Stadt, selbst ja RWE-Aktionär, wird wohl auch darauf bestehen, dass RWE Vertrieb prominent in Dortmund vertreten bleibt. Dazu äußern wollte sich bei der Stadt am Montag niemand.