Ende Gelände - Das war's auf Thier
23.06.2009 | 18:24 Uhr 2009-06-23T18:24:00+0200
Mit einem krachenden Fest verabschiedet sich das Thier-Gelände am Samstag von der Party-Landkarte. An der Stelle der ehemaligen Brauerei wird ein Einkaufszentrum hochgezogen.
Nach zehn Jahren Jubel, Trubel, Heiterkeit kommt am 15. Juli die Abrissbirne. Sixx.PM, zuHouse.Club, Mendoza, Liquid Lounge und der Blaue Raum/Bad Girls Bar sind dann Geschichte. 80 Mitarbeiter müssen sich dann einen neuen Job suchen.
Bevor jedoch die Clubs und Bars in der ehemaligen Thier-Brauerei zu Klump und Asche werden, ziehen die Party-Macher zum letzten Mal einen langen Zaun um das Areal und veranstalten eine große Abschlusssause. „Wir rechnen mit 2500 Gästen”, sagt Till Hoppe.
»Für Loveparade sogar 8000 Euro draufgezahlt«
Als er vor zehn Jahren zusammen mit Hubertus Brand zum ersten Mal eine Party im Sixx.PM veranstaltete, war das nur als kurze Zwischennutzung gedacht. Später kamen noch Lars Josten mit dem zuHouse.Club sowie die Bars Mendoza und Liquid Lounge hinzu und Dortmund hatte mit dem Thier-Gelände den Party-Magneten des Ruhrgebiets. Der Blaue Raum, der heute Bad Girls Bar heißt, kam als letzte Location hinzu. Doch damit sollte die Expansion auf dem Thier-Gelände eigentlich nicht beendet sein. „Im Sudhaus der Brauerei hätten wir gern noch eine Kombination aus Restaurant und Club untergebracht. Als wir aber vor einem Jahr die Nachricht erhielten, dass das Gelände abgerissen wird, war diese Investition hinfällig”, führte Till Hoppe aus.
Die Closing-Party am Samstag startet um 21 Uhr. Karten gibt's für 8 Euro (VVK) und 11 Euro (AK).
Danach müssen Till Hoppe und Hubertus Brand sich beeilen, ihre Büros zu räumen. 100 Kisten voller Akten und Inventar müssen auf mehrere Lager verteilt werden.
Während sich Hubertus Brand beruflich auf das „Road Stop” konzentriert, muss Till Hoppe neben der Organisation der U-Bahn-Partys bis Dezember warten, um die Arbeit für seine neue Gastronomie im U-Turm aufzunehmen. „Dann beginnen wir damit, das Personal auszusuchen.”
Hoppe plant jedoch noch in diesem Jahr eine weitere Party „an einem abgefahrenen Ort” mit einer Mischung aus House- und Live-Musik: „Mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen.”
Der erste Beerdigungskuchen wurde bereits am vergangenen Samstag gereicht. Quasi als Single-Auskopplung vor der Veröffentlichung des Abschluss-Albums in drei Tagen feierte das Sixx.PM schon einmal seinen letzten Tanz. „Richtig schlechte Laune” bekam Hoppe dabei, als er noch einmal bewusst seine Blicke durch die Hallen schweifen ließ und dabei an bewegende und im wahrsten Wortsinn krachende Momente der letzten zehn Jahre dachte: Bei der Installation der Technik in dem Industriegebäude brach Hoppe durch den Glasboden. Sein ganz persönlicher Höhepunkt war die Loveparade 2008 mit Top-DJs wie Paul van Dyk. Vier Wochen lang Tag und Nacht arbeitete die Mannschaft, um alle Sondergenehmigungen für die After-Show-Party zu erfüllen. Lärmschutz-wände mussten eingezogen und extra Tanz-Hallen aufgebaut werden. „Wir haben am Ende sogar 8000 Euro draufgezahlt. Aber es hat riesigen Spaß gemacht”, erinnert sich Till Hoppe.
Im zuHouse.Club ist übrigens erst am 11. Juli endgültig Schluss. Zum Abschied kommt Fedde le Grand.
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